Werder Bremen war bis vor kurzem ganz ganz weit weg von dem, was diesen Verein ausmacht. Ich bin noch einer von denjenigen, die die Wunder an der Weser live miterlebt haben, jemand, der Werder Bremen als einen Verein kennengelernt hat wie bspw. Jürgen Klopp diesen Verein in seine Überlegungen zum CL-Abend gegen Real schilderte, der den SVW in seiner Ansprache vor dem Pokalabend als großes VORBILD für das Spiel gegen Real darstellte und damit auf das Bezug nahm,. was für mich den SVW den ich lieben gelernt habe, ausmacht und von dem unter Dutt und Eichin mMn wenig bis garnix mehr wiederzuerkennen ist.. Der BVB unter Klopp sollte wie Werder Bremen mutig auftreten und seine Chance ergreifen, das Unmöglich möglich machen.
Was ist davon seit Amtsantritt von Eichin und Dutt bitte noch übrig?
Ich habe nun die Wunder von der Weser live nicht miterlebt, mein erstes Live-Spiel war das 3:1 gegen Dortmund 1995, also Ottos letzte Saison. Ich sehe das daher vielleicht ein wenig anders. Natürlich sind mir solche Dinge aus Werders Vergangenheit noch bekannt, da ich sie vielleicht sogar unbewusst in TV oder Radio miterlebt habe. Fan geworden bin ich aber also in einer Zeit, in der man am letzten Spieltag die Meisterschaft noch aus der Hand gegeben hat und danach vier schlimme Jahre mit ständig wechselnden Trainern hatte. Frag mich also mal, was Werder für mich ausmacht, bzw. warum ich gerade in jugendlichem Alter trotz der geographischen Entfernung Fan geblieben bin? Ich weiß es nicht. Es war einfach Liebe auf den ersten Blick. So richtig definiert hat sich Werder für mich persönlich eigentlich also erst durch das, was KATS hier nach vielbesungenen "Jahren voller Frust" aufgebaut haben. Die Jahre 2003 - 2009 waren, gerade wohl auch durch Heimsiege gegen alle großen europäischen Mannschaften, die wir in unseren CL-Gruppen hatten (außer Barca), für die Verhältnisse und das Umfeld dieses Vereins quasi ein dauerhaftes "Wunder von der Weser". Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt, den Werder ausmacht: Als "kleiner" Verein, der lange die graue Maus war, Erfolge und Ergebnisse zu erreichen, die einem Fan einfach nur Freude bereiten.
Und trotzdem war ich voll für die Entlassung von TS. Warum? Weil er meines Empfindens nach einen nicht geringen Teil dazu beigetragen hat, das von mir beschriebene, selbst aufgebaute wieder zu zerstören. Es ist nicht mein Werder Bremen, das sich die Heimsiege gegen Real, Chelsea, Juve oder Inter durch lächerliche Auftritte gegen Famagusta, Athen oder Enschede überflüssig gemacht hat. Und vor allem ist es nicht mein Werder Bremen, das sich in den letzten Jahren im eigenen Stadion gegen Mannschaften wie Bochum, Augsburg, Nürnberg, Düsseldorf, Fürth etc. nicht mal mehr gewehrt hat und diese mit einfachsten Mitteln Punkte mitnehmen konnten. Und vor allem hatte sich diese Entwicklung in den Spielzeiten zuvor schon in mehreren Spielen angedeutet und wurde nur von den wohl aufgrund des offensiv und individuell immer noch starken Kaders erzielten positiven Endergebnissen kaschiert. Das war eine Entwicklung, gegen die man etwas tun musste. Und der von Dir so gescholtene Eichin hat meiner Meinung nach schon einen Teil vom alten Werder Bremen verkörpert, als er nämlich TS in der letzten Saison nicht schon vorzeitig entlassen hat, was durchaus nachzuvollziehen gewesen wäre (wobei auch hier darauf hingewiesen sein muss, dass er diese Entscheidung nicht hätte allein treffen können, da er die tatsächliche Entlassung ebenfalls nicht allein entschieden hat).
Für alles andere braucht es nun einfach auch ein wenig Zeit. Ich habe auch Dutts Aussendarstellung kritisiert, andererseits möchte ich ihm gerne Zeit geben, in ruhigeren Zeiten, die wir hoffentlich nächste Saison haben werden, auch mal ruhiger arbeiten zu können. Über Eichin kann man denken, was man will. Möglicherweise ist er tatsächlich ein Typ, der nicht zum "alten Werder Bremen" passt, wirklich sympathisch ist er mir tatsächlich auch nicht. Andererseits wurde auch von vielen Fans jahrelang mal jemand gefordert, der eben nicht aus dem Umfeld kommt und der mal eine Sicht auf die Dinge mitbringt, die manchem mal ganz gut tun würde. Zumindest macht er scheinbar seine Arbeit gut, was die bisherigen Transfers angeht. Dabei meine ich nicht die sportlichen Leistungen der Neuzugänge, sondern allein die Durchführung der Transfers. Von daher halte ich es nicht für richtig, davon zu sprechen, das TERD hier irgendeine Identität zerstört hätten. Das ist leider meiner Meinung nach schon vorher passiert.

. Dieses Image ist immer schon Mythos gewesen. Man hatte mit Otto und Schaaf über Jahre den Erfolg und stand nie vor dem Fall mal den Trainer tauschen zu müssen. 
Ein paar Wattebäuschchen mehr täten diesem überhitztem Thread ganz gut. Und ja, es ist okay. Wie @WOML schon sagte: er hat einen gültigen Vertrag, dieser wurde ihm unterbreitet und von ihm und den Vereinsbossen unterzeichnet. Er wäre blöd, wenn er auf das Geld verzichten würde, da er nicht gekündigt hat und auch m. E. die Trennung keinesfalls einvernehmlich war. Er hätte seinen Teil des Vertrages erfüllt. Ich an seiner Stelle hätte es genauso gemacht.