Das klingt immer ganz toll. Nur können die allermeisten Ostkurvenfans dazu nichts beitragen, zumindest nichts legales. Besonders toll sind solche Vorschläge immer aus Parallelwelten des Werderforums, wo die Zahl der regelmäßigen Stadionbesucher unter den Diskutanten beim Thema äußerst gering ist.
Die Taktik hinter solchen Maßnahmen ist doch klar: Weil man selber, als Verein, keine Lust hat, die Auseinandersetzung zu führen, deligiert man es an die Fans selber, Stichwort "Selbstregulation". Selbstregulation bedeutet im Grundsatz, dass innerhalb einer Fankurve bestimmte extralegale Banden das Kommando übernehmen und durchsetzen, was erlaubt ist und was nicht, Leuten im Zweifel auch körperlich klar machen, was geht und was nicht. Darum geht es im Klartext, die Vereine sind fein raus und können sagen: "In diese Konflikte da in der Kurve mischen wir uns nicht ein".
Ich dagegen sehe es als Ostkurvenfan überhaupt nicht als meine Aufgabe an, die Aufgaben von Polizei, Ordnungskräften etc.pp. mitzumachen, im Stadion bin ich als Fan und erwarte, dass der Veranstalter für den Ablauf sorgt und nicht ich noch hingehen muss, um bestimmte Dinge zu verhindern und andernfalls, wenn ich nicht zwei Blöcke weiter renne, um Pyrotechniker zu identifizieren, mit in die Haftung genommen werde. Damit kommt der Verein als Veranstalter seiner Aufgabe nicht mehr nach und stellt sich auf den sehr bequemen Standpunkt: Alle, die irgendwie in derselben Kurve stehen, sind dafür Verantwortlich, dass sich alle an die Regeln halten und andernfalls sanktionieren wir auch alle. Das geht so nicht, das ist entschieden abzulehnen.