Ich sehe es genau wie du, daß man sich für eine Sanktion nicht öffentlich rechtfertigen muß. Aber wenn ein User sich über diese Sanktion öffentlich echauffiert, dann sollte man sich schon aus v.g. Gründen rechtfertigen dürfen, vllt. sogar auch müssen. Oder hältst du symbolisch gesprochen, statt dich zu verteidigen etwa die andere Wange auch kommentarlos noch hin, wenn man dir deiner Ansicht nach eine ungerechtfertige Ohrfeige verpaßt hat?
Desweiteren sehe ich bei der stillschweigenden Duldung von solchen Veröffentlichungen noch ein weiteres Risiko: daß sich mit jeder geduldeten Veröffentlichung von Sanktion die im zweiten Absatz meines vorherigen Beitrag geschilden Szenarien potentieren, so daß sich die Gräben zwischen Usern und Mods (die, was man immer mal wieder in Erinnerung rufen muß, primär auch User hier sind) vergrößern.
Und damit meine ich nicht die jeweils betroffenen User, sondern Teile der Allgemeinheit, denn wenn ein User eine Sanktion gegen ihn im Forum veröffentlicht, dann wird aus seinem (wie du es richtig erkannt hast) eigenen Problem ein öffentliches Problem bzw. eine öffentliche Diskussion - und damit erbringt er den Beweis, daß die vorherige PN eben nicht genügt hat. Über die Beweggründe für eine solche Vorgehensweise kann man nur spekulieren, wie z.B: Erhofft man sich davon einen Shitstorm gegen die Mods, um sich für die Sanktion zu revanchieren? Möchte man öffentlichen Druck aufbauen, damit die Sanktion zurückgenommen wird? Will man sich vom Täter zum Opfer stilisieren?
Aber was auch immer die Beweggründe für eine solche Vorgehensweise sind, so hat die Vergangenheit bereits gezeigt, daß solche Veröffentlichungen bzw. die Diskussionen darüber schon eine Eigendynamik entwickeln, bevor ein Mod überhaupt darauf reageiert hat. Diese Eigendynamik entsteht nämlich dann, wenn Dritte (= andere User) sich ziemlich deutlich in die eine bzw. andere Richtung positionieren - obwohl sie, je nachdem was veröffentlich wurde, nur den einen Standpunkt kennen und/oder nur Teilwissen (dem Inhalt der Veröffentlichung) verfügen. Ggf. ist sogar Nichtwissen vorhanden, wenn z.B. wie geschehen ein User öffentlich das Löschen eines seiner Beiträge reklamiert und andere User es ohne Kenntnisse über die Inhalte des betreffenden Beitrags kommentieren. D.h. es kann schon eine mehr oder weniger hitzige Debatte entstanden sein, ohne daß ein Mod auch nur einen Beitrag dazu geschrieben hat.
Mit anderen Worten: wenn man die Diskussionen über Sanktionen unterbinden will, dann reicht ein Zurückhaltungs-Codex der Mods allein nicht aus. Wie sollen die Mods also reagieren, wenn ohne ihr Zutun über eine Sanktion debattiert wird? Die Veröffentlichung löschen und den User ggf. (ver-)warnen? Ist sicherlich eine Möglichkeit - aber das ist auch eine Möglichkeit, um noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, sprich eine Situation weiter eskalieren zu lassen. Und das kann wohl kaum im Sinne eines Forums sein. Dahingehende Verbesserungsvorschläge werden gerne entgegengenommen.
Ohne opalo vorgreifen zu wollen: ist wirklich mangelnde Souveränität? Oder könnte diese Prophylaxe nicht auch in negativen Erfahrungen zuvor begründet sein, weil mache Menschen dazu neigen aufgrund von Teil- oder Nichtwissen
voreilig zu
urteilen? Schließlich gab es schon vor WOMLSascha freiwillige Sperren (auch wenn die Beweggründe unterschiedliche waren), so daß es aufgrund von Nichtwissen über einen freiwilligen Rückzug hier bereits Kritik hagelte. Ein Nichtwissen, welches nebenbei auch darin begründet ist, daß aus einem Gesperrt-Vermerk die Freiwilligkeit seitens des Users nicht erkennbar ist - aber vllt. finden wir zusammen mit dem Admin eine Möglichkeit, dies künftig erkennbar zu machen, damit zumindest eine unsägliche Diskussion im Keim erstickt werden kann.