Zitat von Fliegenfänger;2904753:
Offensiver mit einer Truppe, die absolut gar kein Selbstvertrauen hatte und kein sichtbares taktisches Konzept?
Dann blättere nochmal die Zeitungen aus der so hervorragenden Sommervorbereitung mit dem neuen Trainer durch. Da habe ich aber so gar keinen O-Ton in Erinnerung, der irgendwie auf "nicht vorhandenes Selbstvertrauen" hingedeutet hätte. Da wurde die "breite Brust" präsentiert und z.T. ordentlich die Klappe aufgerissen, wie gut doch die Stimmung sei und was für tolle neue Reize der Trainer setze. Und ich habe auch niemanden in Erinnerung, der reklamiert hätte, man verzichte auf taktische Konzepte.
Nein - zum Start in Braunschweig sprach im Grunde nur die "zu befürchtende" extreme Aufstiegseuphorie der Braunschweiger dagegen, einen beherzten Offensiv-Auftritt aufs Parkett zu legen.
Die tiefe Verunsicherung hielt dann ziemlich schnell Einzug, das stimmt. Auch das fehlende taktische Konzept wurde bald offenkundig. Es ist aber keinesfalls so, dass man so in die Saison ging.
Vielleicht mag es ja sogar sein, dass man mit dem Versuch, beim Saisonauftakt gegen einen Aufsteiger auch selbst ein wenig Fußball zu spielen, nur einen Punkt oder gar keinen eingefahren hätte. Wenn man aber konsequent weiter auch daran gearbeitet hätte, wenigstens eine kontrollierte Offensive anzubieten, stünde man sicher heute nicht so völlig verunsichert und so voller Selbstzweifel da.
Das Glück, dass man bei den ersten - wirklich erschreckenden - Auftritten hatte, haben aber ja selbst die Verantwortlichen - allen voran Robin Dutt leider nicht richtig einzustufen gewusst. Besser wäre es da wohl gewesen, man hätte gleich die verdiente Quittung für diese "Spiel"weise bekommen (so wie gegen Saarbrücken). Dann wäre einem vielleicht auch der Versuch erspart geblieben, nach der Winterpause an die großartigen Erfolge vom Saisonbeginn anzuknüpfen. Dass man mit einer Mauertaktik zu Hause gegen den Tabellenletzten nicht zwangsläufig wieder soviel Dusel hat wie zum Saisonauftakt, war jedenfalls mir klar. Gegen Augsburg gilt das Gleiche. Hatten es die Augsburger im Hinspiel noch versäumt, aus ihrer Überlegenheit (25:4 Torschüsse) Kapital zu schlagen und haben sie sich da noch durch ein Tor der Marke dämlich (harmloser Ekici-Schuss aus gefühlten 100m) geschlagen gegeben, hatte ich im Rückspiel selbst nach einem ebenso dämlichen Eigentor in der Anfangsphase nicht einen Moment lang die Hoffnung, es könnte überhaupt nur ein Punkt rausspringen.
Auch gegen Dortmund hätte man den "verdienten" Arschvoll genauso gut schon im Hinspiel beziehen können. Chancen für ein 5:0 haben die da allemal liegen lassen (wenn nicht mehr).
Aber statt aus diesen katastrophalen Vorstellungen zu lernen und anzuerkennen, was für einen super-Dusel man da hatte zum Saisonstart, sonnte man sich in einem "greifenden Defensivkonzept", das es ja offensichtlich nie gab, wie die weitere Entwicklung dann gezeigt hat.
Man kann wirklich über jeden Punkt froh sein, der auf dem Konto ist. So seht der einzuwerbende Trainer-Nachfolger noch nicht gänzlich mit dem Rücken zur Wand. Da ist jetzt aber dann auch Handeln gefragt.