Wirtschaftskrise

Yps-Gimmick

Wetten, dass? - Moderator
Zu einem der wohl wichtigsten aktuellen Themen haben wir bisher keinen Thread. Das soll sich hiermit ändern.

Was denkt Ihr, inwieweit sich die Krise noch auswirken wird, wie lange wird sie dauern und inwieweit seid Ihr vielleicht sogar selbst von betroffen? Was kann man ändern, damit sich so etwas in diesem Ausmaße nicht wiederholt? Soll Opel mit Staatshilfen gerettet werden? Fragen über Fragen!

Persönlich merke ich nur begrenzt etwas von der Wirtschaftskrise. Mein Arbeitgeber hat einen generellen Einstellungsstopp verhängt (auch wenn es uns nicht ansatzweise schlecht geht), was sich in meinem täglichen Leben vor allem bei der Masse der zu bewältigenden Arbeit auswirkt. Als ich kürzlich in England und Nordirland war, konnte ich mich jedoch von den Auswirkungen des schwachen Pfund Sterlings und der dortigen Krise überzeugen. Dagegen scheint es hier noch relativ begrenzt schlecht zu laufen.
 
Im Betrieb meines Vaters wird jetzt auch auf Kurzarbeit umgestellt :18:
Zum Kotzen :wall:
 
ist bestimmt wie mit der erderwärmung ein neues pseudo problem damit das volk nichtzu laut/frech wird und dort können dann auch wirklich alle firmen dafür sorgen :rolleyes:

is nich ganz ernst gemeint, aber teilweise kommts mir so vor...


wenn man aber die konjunkturkurve kennt, n bisschen höhere mathematik wahrnehmen kann, dann weiß man das in einem bestimmten zyklus es immer zu einer wirtschaftskrise kommen wird. man kann dies jetzt durch gelder strecken aber vorrauszusehen ist sowas generell recht leicht. theoretisch müsste man von grundauf dieses konjuktur system ändern.
 
hi leute!

ich denke dass der gipfel der krise noch vor uns liegt und uns auch eine ganze weile beschäftigen wird.
die andere seite ist: war es gesund was in den jahren davor passiert ist? wachstum um jeden preis usw., is ja klar, dass irgendwann sich eine wirtschaft mal wieder gesundschrumpfen muss. dass dies natürlich ausgerechnet grad weltweit auf einmal passiert, macht die ganze sache nicht einfacher.

zur zeit haben wir in deutschland immer noch "jammern auf hohem niveau". uns gehts eigentlich noch ganz gut. die probleme kommen erst, wenn wir ev. die ganze sch... die in anderen euro-ländern grad mehr dampft als bei uns, auch noch mit ausbaden und auffangen müssen.

meine große hoffnung, an die ich mich klammere: die zinssenkungen und konjunkturprogramme kommen ja in der volkswirtschaft erst mit einiger verspätung an. in den nächsten monaten dürften sich dann aber die ersten zinssenkungen von letzten herbst so langsam bemerkbar machen.
an ein grundsätzliches AUS des ganzen wirtschaftssystems glaub ich nicht, die selbstheilungskräfte des marktes sind nicht zu unterschätzen...

schauen wir mal und konsumieren kräftig :)
 
Ich denke auch, dass das dicke Ende noch vor uns liegt. Aber vielleicht wird es nicht so dicke wie manche meinen. Uns geht es noch vergleichsweise gut.

Ich hoffe nur, dass wir das alles auch ohne eine extreme Auswirkung auf die Währung überstehen. Den Euro bekommen wir ja nun nicht so leicht wieder weg.
Ich bin indirekt direkt betroffen. (Was für ein schlauer Satz) Ich mache dieses Jahr meinen Abschluss in einem kaufmännischen Beruf. Momentan kann ich mich nicht einmal richtig bewerben, weil die Unternehmen zur Zeit noch nicht wissen, ob sie im August überhaupt Leute einstellen oder entlassen. Man wird immer auf die Wartelisten gesetzt und dann zum schmoren verurteilt.
Das ist verdammt fies. Ich arbeite viel und mein Chef hat mir in der praktischen Bewertung ein sehr gut gegeben und dann soll ich ab August womöglich in Hartz4...ich könnte manchmal echt irgendwen verbrügeln....
 
Da Deutschland ein Exportland ist, wird die Krise auch hier einschlagen. Dann wird sich zeigen, auf wie soliden Füßen unsere Wirtschaft steht. Im Auto- und zulieferbereich ist sie angekommen. Allerdings hört sie sich nicht so schlimm an, wie in England oder Spanien - von den USA und China mal ganz zu schweigen.

Im Medienbereich brechen zurzeit die Anzeigen weg. Das heißt, dass die Unternehmen zuzeit äußert vorsichtig agieren - und somit natürlich einer Krise auch eine gewisse Starthilfe geben. Also bin ich auch persönlich betroffen - allerdings nicht nicht direkt. Bin mal gespannt, ob es Weihnachtsgeld gibt.

MfG/d.na
 
Mein Mann bleibt alle 4 Freitage im März zu Hause (Autozuliefererbetrieb weltweit), und zwar steht dann die ganze Firma still, von der Fertigung über Verkauf, Qualität, Entwicklung, alles. Das geht erst mal über Stundenabbau ....

Außerdem werden die ältesten Mitarbeiter hinausgelobt, es werden keine Geschäftsreisen mehr erlaubt, es herrscht Einstellungsstopp, auch Praktikanten werden nicht mehr eingestellt, - die Firma benimmt sich wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange ....

Zwiespältig bin ich in der Frage, ob man Opel stützen soll, ob man überhaupt Firmen stützen soll, die durch Misswirtschaft und Fehlentscheidungen einzelner Manager ruiniert wurden. Entgegen stehen allerdings die Schicksale vieler potentieller arbeitsloser Menschen ....
Meiner Meinung nach sollte man, wenn schon Unterstützung, dann ohne Umwege in Umschulungsmaßnahmen reinstecken, und einen kränkelnden Autokonzern nicht weiter unterstützen.
 
Und in unserem Unternehmen bekommen wir gerade einen Kundenauftrag nach dem nächsten und die Mitarbeiteranzahl steigt weiter rasant an. Es läuft bei uns im Dialogmarketing alles entgegengesetzt zur weltweiten Wirtschaft.
 
Um einmal kurz ein anderes Schlaglicht auf die Dinge zu werfen (ist nicht persönlich gemeint): Es hat sich ja auch in den Jahren des Aufschwungs niemand darüber beschwert, daß es eben immer weiter bergauf geht.

Natürlich sind wir alle dem Positiven weitaus aufgeschlossener als der Krise. Aber das, was wir "Kapitalismus" nennen, macht dieses "Wachstum" zu einer unhinterfragten Voraussetzung, der wir, als User, allzu gerne erliegen um uns dann zu beschweren, wenn es mal ausbleibt. Doch soweit ich weiß, gehört wirtschaftliches Wachstum nicht zu den positiv festgestellten Naturgesetzen.

Man sollte sich also nicht täuschen lassen: Leben ist weiterhin eine unsichere Angelegenheit, auch oder gerade, wie wir sehen, in finanziellen Dingen.
 
...wie es auch aussehen mag, die Unbelehrbaren sterben nicht aus. So konnte man vernehmen, dass die Rückwanderung von Sparkassen zu privaten Instituten in kürzester Zeit die Millionen überschritten hat - für ein paar Zinsen mehr...:lol: Das sind da die Idioten, die natürlich niemals eine bestimmte Anlageform gewollt hatten und natürlich niemals gierig dem einzig Wertvollen in ihrem Leben nachgelaufen sind.

B.
 
Ich hab mal ne Frage zur Wirtschaftskrise, speziell zur Abwrackprämie :) .
Wieso kann man jetzt schon davon sprechen, dass das ganze ein Riesenerfolg ist? Der Staat zahlt ja Geld dafür, dass wir uns neue Autos kaufen und dafür die Alten verschrotten (was natürlich die Händler in Afrika nicht gern hören werden, aber das ist ja ein anderes Thema). Macht man sich da nicht das Geschäft mit den Autos für die nächsten Jahre kaputt? Da werden ja immerhin etliche Altfahrzeuge, von denen viele sowieso nur noch ein paar Jahre gehalten hätten, für viel Geld verschrottet. Heißt das dann nicht für die Zukunft, dass auch viel weniger Autos gekauft werden, weil man vorher kurzzeitig den Autoherstellern helfen wollte?
 
...ist der verzweifelte Versuch einen Industriezweig zu unterstützen, der schon seit langer Zeit unter der weltweiten Ueberproduktion leidet - das dicke Ende wird noch kommen. Diese Schummelprämie ist weder daran gebunden, dass das Auto neuesten umweltschonenden Technologien genüge tut, noch trägt es der Tatsache Rechnung, dass das Geld eben nicht in andere Produkte investiert wird. Anders als z.B. der amerikanische Markt, ist der unsere nicht gross genug auf Dauer die entsprechende Nachfrage zu erzeugen, so muss halt der Steuerzahler dafür bluten, dass die grossen Automobilhersteller die Zeichen der Zeit konsequent ignoriert haben - diese Krise hat nur sehr entfernt mit der aktuellen zu tun, hier kommen halt die Sünden sehr schnell auf den Tisch.

B.
 

Das stimmt, bekannt ist dieses Problem ja schon seit Monaten und wurde von Fachleuten sogar als das größere Übel im Vergleich zur Hypothekenkrise gesehen. Denn auch in diesem Fall wurden die Schulden wieder verbrieft und der ganze Mist wird auch hier wieder einigen Banken zu schaffen machen.

Wenn alles überstanden sein sollte (irgendwann in der Zukunft), bin ich aber gespannt, ob es Mechanismen geben wird, die zumindest die übelsten Blüten der breiten Produktpalette heimischer Banken aushebelt, oder aber der ganze Mist wieder von vorne losgeht, weil einige den Hals nicht voll genug zu kriegen scheinen. Aktuell bekämpfen wir ja hauptsächlich Symptome und nicht Ursachen.
 
Wenn alles überstanden sein sollte (irgendwann in der Zukunft), bin ich aber gespannt, ob es Mechanismen geben wird, die zumindest die übelsten Blüten der breiten Produktpalette heimischer Banken aushebelt, oder aber der ganze Mist wieder von vorne losgeht, weil einige den Hals nicht voll genug zu kriegen scheinen. Aktuell bekämpfen wir ja hauptsächlich Symptome und nicht Ursachen.

Meine Orakelfähigkeiten sind zwar auch begrenzt, doch denke ich, daß ähnliche Problematiken wieder auftreten werden. Die nächste Blase ist schon am Start (erneuerbare Energien) und wird in ca. 30 Jahren oder so die Gemüter (und Bankkonten) beunruhigen. Es wird zwar nicht genau so laufen, doch werden Steueranwälte und die Hautevolée der Banker ja dafür bezahlt, Produkte (sic!) zu entwickeln bzw. Regeln zu umschiffen.
Es ist imo. auch schwer, Ursachen für die derzeitige Krise zu benennen, denn kann man Blödheit oder Naivität als Ursache benennen? Die US Immobilienkrise, so zumindest eine Erklärung, nahm ihren Anfang in den 70er Jahren mit der Massenhaften Förderung von Wohneigentum für alle unter Richard Nixon. Hier (ab Seite 13) ist sehr schön beschrieben, wie das Drama sich dann zuspitzte:http://bmgev.de/mieterecho/mepdf/me327heft.pdf

Obama wird die erneuerbaren Energien massenhaft fördern. Das heißt nicht, das es zu einer Spekulationsblase kommen muß, doch gerade weil einige den Hals nicht voll genug bekommen können, wird die Wahrscheinlichkeit dafür eben nicht geringer.
 
Ich hab mal ne Frage zur Wirtschaftskrise, speziell zur Abwrackprämie :) .
Wieso kann man jetzt schon davon sprechen, dass das ganze ein Riesenerfolg ist? Der Staat zahlt ja Geld dafür, dass wir uns neue Autos kaufen und dafür die Alten verschrotten (was natürlich die Händler in Afrika nicht gern hören werden, aber das ist ja ein anderes Thema). Macht man sich da nicht das Geschäft mit den Autos für die nächsten Jahre kaputt? Da werden ja immerhin etliche Altfahrzeuge, von denen viele sowieso nur noch ein paar Jahre gehalten hätten, für viel Geld verschrottet. Heißt das dann nicht für die Zukunft, dass auch viel weniger Autos gekauft werden, weil man vorher kurzzeitig den Autoherstellern helfen wollte?

Als Riesenerfolg wird es wohl deshalb gewertet, weil die Prämien weggehen wie warme Semmeln. Aber es bleibt natürlich die Frage, wieviele Autos auch ohne Prämie gekauft worden wären, und wieviele Käufe einfach nur vorgezogen werden (und dann in der Tat zB in einem Jahr fehlen). Aber ohne genaue Daten kann man das wohl kaum beurteilen, insgesamt ist es aber wohl so, dass die Nachfrage angeschoben wurde.

Ärgerlich ist es natürlich schon, dass die Prämie an keine umweltschonende Technologien gebunden ist, allerdings hätten dann ja die deutschen Unternehmen nicht so stark davon profitiert, weil die diese Entwicklung bisher ziemlich verpennt haben. Das finde ich vor allem bei VW mehr als ärgerlich, wenn man bedenkt, wo sie vor Jahren schon mit dem 3-Liter-Auto waren und wieviele Milliarden danach in irgendwelchen Schwanzverlängerungsprojekten für VW-Manager verbrannt wurden, allen voran der Phaeton, aber auch diese ganzen dämlichen Sportwagenklitschen (Bugatti, Lamborghini etc), die sie aufgekauft haben. Stattdessen hätten sie auch einfach Porsche aufkaufen können, aber das läuft jetzt ja umgekehrt. Mich würde ja mal interessieren, wieviel Piech an der ganzen Geschichte verdient hat, da er ja sowohl Gehalt und Boni von VW bekommen als auch von den Porsche-Kursen profitiert hat, er gehört da ja schliesslich zur Familie... Eigentlich schon komisch, dass so etwas in den Medien nie thematisiert wird.

Die Autoindustrie leidet vor allem wegen der Überkapazitäten, es gibt derzeit einfach viel zu viele Hersteller. Deswegen sehe ich es auch ziemlich skeptisch, ob man Opel jetzt mit Milliardenhilfen aus dem Schlamassel helfen kann, mMn ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Andererseits sind natürlich auch sehr viele Arbeitsplätze davon betroffen und da wir dieses Jahr Wahlen haben, werden unsere Politiker sicherlich alles daran setzen, Opel zu retten. Das Geld könnte man eigentlich sinnvoller nutzen, indem man gezielt nachhaltige Antriebsformen wie Strom (kombiniert mit erneuerbarer Energie, Smart-Grid und dem ganzen Gedöns), Wasserstoff, Bio-Gas etc. fördert, irgendwann müssen wir das sowieso machen.
 
Und in unserem Unternehmen bekommen wir gerade einen Kundenauftrag nach dem nächsten und die Mitarbeiteranzahl steigt weiter rasant an. Es läuft bei uns im Dialogmarketing alles entgegengesetzt zur weltweiten Wirtschaft.

glaube ich Dir 100%ig, denn allein heute nachmittag (ab 12:30) habe ich unaufgeforderte Werbeanrufe von vier Callcentern bekommen. Das nervt dermaßen... :stirn:
 
...ist der verzweifelte Versuch einen Industriezweig zu unterstützen, der schon seit langer Zeit unter der weltweiten Ueberproduktion leidet - das dicke Ende wird noch kommen. Diese Schummelprämie ist weder daran gebunden, dass das Auto neuesten umweltschonenden Technologien genüge tut, noch trägt es der Tatsache Rechnung, dass das Geld eben nicht in andere Produkte investiert wird. Anders als z.B. der amerikanische Markt, ist der unsere nicht gross genug auf Dauer die entsprechende Nachfrage zu erzeugen, so muss halt der Steuerzahler dafür bluten, dass die grossen Automobilhersteller die Zeichen der Zeit konsequent ignoriert haben - diese Krise hat nur sehr entfernt mit der aktuellen zu tun, hier kommen halt die Sünden sehr schnell auf den Tisch.

B.

nicht ganz, denn was vielfach übersehen wird - der künstlich erzeugte Run auf Neuwagen wäre bei einem durchschnittlichen Neupreis von netto gut EUR 13.000,- aufkommensneutral - d.h. was der Staat da an Abwrackprämie so gönnerhaft gewährt, das nimmt er auf der anderen Seite an Mehrwertsteuer wieder ein. Ich gehe davon aus, dass der Durchschnittspreis der auf Grund der Abwrackprämie angeschafften Neufahrzeuge nicht einmal deutlich davon abweicht. Somit blutet der Steuerzahler auf Grund dieser Maßnahme nicht - oder nicht wesentlich.
Zugegebenerweise beeinflußt diese Rechnung, dass es sich bei einigen der aktuellen Käufe um vorgezogene oder um ohnehin geplante Anschaffungen handelt.
Unter dem Strich ist die Abwrackprämie - wirtschaftlich gesehen - keinesfalls ein Rohrkrepierer.
 
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