Das halte ich für gefährlichen Unsinn.
Gefährlich deswegen, weil wir mit solchen Behauptungen dem Trainer und der Mannschaft ein Alibi dafür geben, dass nicht an einem kollektiven Defensivverhalten gearbeitet werden muss. Keiner unserer Defensivspieler, nicht Makiadi, nicht Bargfrede, nicht Trybull, nicht Caldirola, nicht Lukimya, nicht Fritz und nicht Garcia, ist bei aller berechtigten Kritik so schlecht, dass er in funktionierenden Bundesligateams nicht durchaus eine Rolle spielen könnte. Es gibt in der ersten bis dritten Liga viele Teams, denen es an individueller Qualität in der Defensive extrem mangelt und die trotzdem gut verteidigen. Verteidigung ist nämlich leichter als Angriff, wenn sie kollektiv organisiert wird.
Wir haben mit Petersen einen Stürmer, der viel arbeitet, auch wenn der Gegner den Ball hat. Dazu stellen wir aber mit Hunt, Elia und di Santo genau drei Spieler auf, die mit Defensivarbeit nichts am Hut haben, die auch alle gelernte Stürmer sind. Natürlich machen die auch mal defensiv mit, aber sie denken ganz anders als ein Mittelfeldspieler, zumal ein defensiver.
Dementsprechend fehlt dem Spiel eine Balance, die dazu führt, dass Spieler, denen man es so leicht wie möglich machen müsste, Dinge tun müssen, die sie nicht können: Fritz soll Ribéry im 1:1 stoppen, Lukimya soll aus der Kette rücken und Druck auf den Ballführenden ausüben, Caldirola soll das absichern, Makiadi und Bargfrede sollen das Mittelfeldspiel organisieren und die Löcher der 4 Offensivspieler stopfen. All diese Spieler werden so systematisch überfordert und sehen entsprechend schlecht aus.
Ein guter Trainer kaschiert solche individuelle Schwächen, indem er ein funktionierendes Defensivspiel einstudiert, in dem Spieler, die das brauchen, klare Aufgaben haben, die sie eben nicht überfordern.