Mit Interesse verfolge ich Eure Diskussion zur Situation in der Ostkurve am vergangenen Samstag. Über das Spiel will ich mich lieber nicht auslassen, denn das Auftreten von Gästefans in unserer heiligen Ostkurve finde ich fast noch schlimmer.
Das Thema hatten wir bereits schon einmal und ich habe Werder deswegen auch im April 2012 eine Nachricht zukommen lassen, die wie folgt lautete:
Sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst möchte ich Sie für den Umbau des neuen Weserstadions loben.
An dem Umbau gefällt mir insbesondere der Erhalt der prägnanten Flutlichtmasten, die gute Sicht und die Nähe zum Spielfeld, sowie das Toiletten- und Kioskangebot im Oberrang der Ostkurve als Entlastung für den Unterrang.
Durch den Umbau wurde der für mich unvergleichliche Charme des Stadions an der Weser mit der einmaligen Lage inmitten der Stadt beibehalten und im Gegensatz zu anderen Bundesligavereinen, die mittlerweile in der Nähe von Maisfeldern, Autobahndreiecken oder Müllverbrennungsanlagen spielen, wird mit dem Weserstadion die Botschaft vermittelt, dass die Stadt Bremen und der SV Werder zusammengehören.
Auch das Angebot das Weserstadion per Schiff zu erreichen verdeutlicht die Einmaligkeit dieses Stadions.
Bei allen Lobeshymnen habe ich einen Verbesserungsvorschlag anzubringen, der auch meinen vielen Sitznachbarn aufgefallen ist. Wie bereits geschildert sind meine Sitznachbarn und ich seit vielen Jahren im Oberrang der Ostkurve (früher Block 67 und jetzt Block 139) beheimatet.
Nach dem Umbau sind aufgrund der höheren Sitzplatzkapazität im Oberrang in den hinteren Reihen einige Plätze dazugekommen, teilweise sichteingeschränkt, die verständlicherweise mit Fußballfans gefüllt werden. Diese freien Plätze werden, meine ich, an Fußballvereine, Schulen und Werder-Partnern vergeben. Leider befinden sich innerhalb dieser Gruppen vermehrt gegnerische Fans, die teilweise mit Fanartikeln des gegnerischen Vereins in der Ostkurve sitzen und bei Toren der Gastmannschaft aufspringen und jubeln.
Als fairer Sportsmann und als weltoffener Hanseat nimmt man diese Situation so hin, was jedoch manchmal nicht leicht fällt, da Fans der Gastmannschaft in der Ostkurve bislang eher ungewöhnlich sind und die Ostkurve im Weserstadion normalerweise als Herzstück des Vereins wahrgenommen wird und dort ausschließlich "grün-weiße" mit allen Facetten und Unterschiedlichkeiten zu Hause sind, denn Werder verbindet.
Bei einem Spiel eskalierte die Situation sogar beinahe, als HSV-Fans, die sich wohlmöglich mit Freikarten eines Fußballvereins einschleusten und den Oberrang der Ostkurve (Treppenaufgang, Sitze, Pfeiler, Toiletten etc.) mit Aufklebern einer Hamburger Fangruppierung verzierten. Eine derartige Konstellation kann durchaus in die falsche Richtung driften, die für alle Beteiligten vermieden werden sollte.
Meine vielen Sitznachbarn und ich würden es begrüßen, wenn die freien Plätze, auch wenn diese z. T. sichteingeschränkt sind, wieder an Dauerkarteninhaber vergeben werden, die einen Bezug zum SV Werder haben und die sich bestimmt freuen würden, wenn im Oberrang der Ostkurve freie Plätze zur Verfügung stehen würden.
Vielleicht lässt dieses Warteliste für Dauerkarten zu, so dass die Schulen, Fußballvereine und Werder-Partner wieder in die Westkurve kommen, so wie es vor dem Umbau immer war.
Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Vorschlag prüfen könnten.
Mit freundlichem Gruß
ENDE
Auf meine e-mail wurde damals seitens des Vereins nicht richtig geantwortet und ich werde die Situation am vergangenen Samstag nicht mehr dulden und mich dem Fanbündnis anschließen, auch aus anderen Gründen, denn dort erhoffe ich mir Gehör und Verständnis für unsere Lage im Block 139.