Richtig, aber weil die Zeit und Zahl der Fehlgriffe sehr groß war, gab es leider zu wenige Anzeichen für eine kurzfristige Besserung.
Und weil man die Hoffnung auf eine kurz- oder mittelfristige Besserung mit Tomas Schaaf aufgegeben hat, setzt man auf einen anderen Trainer, mit dem man die Hoffnung hat, "in 3-5 Jahren" wieder weiter oben oben mitzuspielen.
Das erscheint mir irgendwie nicht wirklich argumentativ nachvollziehbar.
Natürlich ist es auch für mich nachvollziehbar, dass den (durch die Erfolge der Ära KATS verwöhnten) Werder-Verantwortlichen nach drei Jahren durchwachsenen Auftritten mit wenigen guten Phasen und einigen als Fehlgriff zu bezeichnenden Transfers am Ende der berühmte "Geduldsfaden" gerissen ist bzw. die "Angst vor den sich einschießenden Medien" eine sachliche Betrachtung vernebelte.
Dass man einfach keinen Bock mehr drauf hat, auf eine Besserung (nach einem weiteren Umbau des Teams) "in ein paar Jahren" unter dem aktuell Regie-führenden Trainer zu warten, mag verständlich sein.
Aber - das macht für mich irgendwie nur dann wirklich Sinn, wenn ich jemanden an der Hand habe, der mir sagt bzw. bei dem ich den sicheren Eindruck habe, dass er die Besserung einfach deutlich schneller hinbekommt (ob's dann klappt, ist ja noch die andere Frage).
Wenn ich dann aber ersatzweise einen Trainer verpflichte, der gleich bei Amtsantritt um jahrelange Geduld für einen schwierigen Umbau wirbt, dann kann ich nicht verstehen, welchen Sinn der Aktionismus zwischen dem vorletzten und letzten Spieltag der Vorsaison wohl gehabt haben soll.
"Dutt hat eine eigene Philosophie von dem Fußball, den er spielen lassen möchte. Gebt ihm ein paar Jahre Zeit und ihr werdet sehen."
Dazu denke ich regelmäßig: Tomas Schaaf hat auch eine Philosophie von Fußball. Über die muss man auch nicht einmal spekulieren.
Und - glaubt hier ernsthaft jemand, dass TS den SV Werder nicht wieder auf die Erfolgsspur hätte bringen können - wenn man (auch) ihm dafür 3-5 "schwierige Jahre" zugestanden hätte ? Ich jedenfalls glaube auf jeden Fall, dass er dies hinbekommen hätte.
Ich will aber hiermit nicht in erster Linie die - hinlänglich diskutierte - Frage nach Sinn oder Unsinn der Trainerentlassung wiederbeleben. Ich möchte nur auf den Widersinn hinweisen ("TS traute man eine kurzfristige Besserung nicht mehr zu aber bei Robin Dutt ist das gar nicht so wichtig - da darf's auch gern ein paar Jahre länger dauern.").