Annihilator am 31.10. war großartig!
Das Knust in Hamburg ist leider ein sehr kleiner Laden, der ziemlich schnell bis oben voll war, so dass man beim Konzert nur ein Fußbreit zum Vorder- und Hintermann hatte. Der starke Auftritt hat das aber fast vergessen gemacht.
Mit etwa 2 Stunden und 20 Minuten für knapp 23 konnte man sehr zufrieden sein (insgesamt über 20 Songs). Der Sound war gut gemischt und hatte eine gute Lautstärke, die Songsauswahl war sehr gut, ebenso die Kommunikation zwischen Band und Publikum.
Jeff Waters stand natürlich klar im Vordergrund mit seinen perfekt nachgespielten Soli und Gitarrenläufen, aber auch den Rest der Band darf man loben. Der Live-Bassist war sympathisch und kompetent und hat teilweise sogar mitgesungen, der (neue?) Schlagzeuger hat u.a. auch durch ein starkes Drum-Solo geglänzt, bei welchem es sich nicht um Standardkost handelte. Und zu guter Letzt natürlich Dave Padden: MMn ist er ein Segen für diese Band und ergänzt Jeff Waters perfekt. Beim Singen wird sich reichlich abgewechselt, da auch Padden an der Gitarre aktiv ist. Das gibt der Band live eine sehr hohe Flexibilität, mehr als mit Vorsänger Joe Comeau, der auf Waking The Fury und Carnival Diablos Vorgänger von Padden war. Diesen halte ich für den besten Metal-Sänger der Annihilator-Geschichte, allerdings passte seine Stimme nicht so gut zu den alten Annihilator-Sachen. Bei Dave Padden ist das nicht der Fall: Er gibt die alten Sachen von Alice in Hell, Never, Neverland und co. perfekt wieder und bringt eine interessante Note ein, weil er eine sehr ungewöhnliche, dafür aber eine Stimme mit Seltenheitswert hat.
Man kann nur hoffen, dass Dave Padden Jeff Waters noch lange zur Seite stehen darf und möchte. Immerhin ist er, Jeff Waters eingerechnet, bereits Annihilators 6. Sänger.
An dieser Stelle auch etwas Bemerkenswertes: Obwohl es auf 14 Studio-Alben 6 Sänger gab, sind quasi alle Alben überdurchschnittlich bis sehr gut. Es ist einfach nicht allzu wichtig, wer die Songs wiedergibt, weil die Songs an sich einfach gut sind und nicht der Sänger den konkreten Song ausmacht. Das muss man einfach hervorheben, denn heutzutage sind so viele Bands abhängig von einem Sänger, das war bei Annihilator nie der Fall. Aber man ist natürlich trotzdem abhängig: Von Jeff Waters.