Du kannst doch nicht etwas als Argument anführen, an deren möglichen Umsetzung selbst Dir Zweifel kommen.So etwas nennt man allgemein "Totschlagargument"
Ich denke Du missverstehst einiges. Die Ultras sind beileibe nicht allein Schuld an der schlechten Stimmung. Allerdings bieten sie durch ihr Verhalten eine breite Angriffsfläche. Grund für den miesen Support sind zum einen die Ultras, die bedingt durch ihre Gruppenstärke und auch die Ambition für "Stimmung" zu sorgen (was immer die Ultras darunter verstehen) den Ton angeben könnten. Zum anderen sind natürlich die restlichen Ostkurvler, deren Verständnis für die Ultras, und deren Ambitionen gleich NULL ist, und sie deshalb nicht unterstützen. Hört sich an wie im Kindergarten, und ist auch so.
Solange sich die Ultras selbst als isolierte Gruppe verstehen wollen, und der Rest wenig Toleranz und Annäherung anbietet, habe ich keine Hoffnung das sich etwas ändern wird.
Ich wiederhole mich gerne. Die ES war sicher auch nicht die beliebteste Gruppe in der Ostkurve, sie haben sich aber nicht streng isoliert, sondern haben den Support auf die gesamte Ostkurve übertragen und weitere Teile des Stadions (z.B. Ostoberrang, Nordgerade) mit eingebunden. Erst nach der Spaltung hat sich anscheinend eine Gruppe isoliert, deren Verhalten radikaler in ihrem Auftreten (siehe Hoffenheim) ist.
Sehr gut beschrieben, und ich denke, das ist das Problem, aus dem wir ganz schwer rauskommen werden. Es wird immer gefragt "Warum haut Ihr so sehr auf die Ultras ein, die sind doch nicht allein Schuld an der miesen Stimmung". Nein, sind sie nicht. Aber sie haben für sich selbst den Anspruch, immer und überall die Mannschaft zu supporten. Um der Mannschaft aber wirklich zu helfen, muss der Support in meinen Augen auch spielverlaufsbezogen sein. Am Donnerstag so zwischen der 60. und 70. min. schwamm die Mannschaft mehr als alles andere, man hatte das Gefühle, dass St. Etienne wieder unnötig stark gemacht wurde und bald den Ausgleich erzielt. Ich saß Ost oben und biss immer mehr die Zähne zusammen und wollte eigentlich nur irgendwie die Mannschaft nach vorn peitschen. Was machen die Ultras? Feiern den Europapokal Song ab und singen "Wir holen den Uefa Cup und werden Deutscher Meister". Ich glaube, noch nie so oft wie am Do. kamen aus dem Oberang und von woanders Versuche, durch "Werder Werder" o.ä. mal ein bißchen mehr Feuer zu verbreiten. Klar stimmen dann die Ultras auch meistens mit ein, aber nur um dann hinterher häufig den Song, den sie vorher zelebrierten, wieder weiterzusingen. Das ist in meinen Augen kein Support für die Mannschaft, und ich verstehe auch nicht, wie die Ultras das so sehen können, dass sie damit der Mannschaft weiterhelfen, was ja eigentlich ihr selbsterklärtes, erstes Ziel ist.
Und zu dem ständigen "Warum macht Ihr nicht selber was": Mal eine Frage an die Leute, die das sagen: Was würde wohl Eurer Meinung nach passieren, wenn sich tatsächlich ein oder zwei größere Fanclubs mal zusammentun und vielleicht 50 Leute zusammen kriegen, die sich dann mit einem Megaphon geschlossen in die linke Seite der Ost stellen würden und was eigenes machen. Was wäre Eurer Meinung nach die Reaktion der Ultras? Mal ganz ehrlich?
So etwas nennt man allgemein "Totschlagargument"

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