Beispiel 2: Die Vorführung des Breno Vinicius Rodrigues Borges. Das gescheiterte brasilianische Wunderkind wird also Freigänger und weil die Bayern, respektive Uli Hoeneß, immer schon das Herz auf dem rechten Fleck haben, inszenieren sie einen juristischen Verwaltungsakt als menschliche Großtat. Wir freuen uns ihm die Resozialisierung zu ermöglichen, heißt es dann von Uli Hoeneß auf der eigens einberufenen Pressekonferenz. Endlich ist der Präse wieder in seinem Lieblingselement und darf den guten Menschen vom Tegernsee geben. Als Mediendirektor Markus Hörwick zu Beginn andeutet, dass nicht alle Umstände des Deals zwischen Bayern und JVA offengelegt werden dürfen, wusste man sich kurzzeitig wieder an den wichtigeren Film erinnert: Ja, was ist eigentlich mit Hoeneß und seiner Steuer? Gibt's jetzt endlich mal was Neues? Und welcher Deal eigentlich? Zu dieser Causa, die eben nicht ganz so menschelt, gab es dann keine Äußerungen. So musste der arme Breno in holprigstem Deutsch seine Buße- und Reuefähigkeit in aller Öffentlichkeit unter Beweis stellen. Ganz nebenbei erfuhr man dann, dass Breno bei den Bayern nie mehr gegen den Ball treten wird und nächstes Jahr abgeschoben wird. Es lebe die Resozialisierung.