ganz ehrlich:
es ist doch eigentlich genauso "asozial", wenn hier jeder über die Ultras herzieht.
Sagt denen das, aber es bringt hier doch nichts, dass jeder 2. schreibt:
"Die Aktion der Ultras war asozial!"
...und viele, die das hier schreiben waren bestimmt nichtmal da.
Und jetzt brauchen nicht alle die da waren, schreiben, dass sie da waren.
Es ist, wie eigentlich bei allem, was dieses Thema betrifft, nicht einfach hier nicht zu polemisieren. Der Einwurf, dass es asozial sei, hier zu diskutieren, wie so ein Verhalten gewertet oder bewertet werden kann, nur weil man ein "Hinter dem Rücken"-Gefühl bekommt, ist schlichtweg nicht richtig. Genügend Anhänger betroffener "Szene" lesen/schreiben hier in diesem Forum.
Asozial bezeichnet an sich ein von der geforderten oder anerkannten gesellschaftlichen Norm abweichendes Individualverhalten: Ein Individuum vollzieht seine persönlichen Handlungen ohne die geltenden gesellschaftlichen Normen und die Interessen anderer Menschen zu berücksichtigen.
Jetzt könnte der findige Widersprecher hinterfragen, was den mit dem Interessen der Ultras sei. Zum einen, das Interesse des Supports am Verein, zum anderen bei der Diskussion um dieses Thema.
Diese Frage stellt sich jedoch dann nicht, wenn das Verhalten nicht nur "asozial" ist, sondern eigentlich Unrechtmäßig oder auch ungesetzlich. Denn man verhält sich anmaßend an anderer Leute Besitz und Recht. Gegenüber den Leuten, die im Normalfall Auswärtssitzer sind (diese würde ich der Erfahrung nach eher als Kinder, Rentner und Familien und Menschen zwischen 30 und 60 einschätzen), die von Unterschieden und der Tatsache, dass eine Sache "ja immer so ist" nichts wissen, weil sie wirklich nur das sind, um ein Fußballspiel zu sehen, verhält man sich damit im doppelten Sinne unfair und asozial. Woher, bitteschön, sollte Opa wissen, dass unten am Zaun die Ultras sind? Woher soll Papi, der seinen Sohn zum SVW mitnimmt, weil diese mal in der Nähe spielen, wissen, welche Karten am Zaun sind, und welche nicht?
Wieso fällt den Fürsprechern nie auf, wie wiedersprüchlich dieses Verhalten zu dem steht, wofür die Ultras doch angeblich stehen wollen? Wie oft kam das Argument, dass es um Support geht, und nur darum. Und wurde nicht eine große "Anti-Diskreminierung-Choreo" beim Mailand-Heimspiel gezeigt?
Wenn es um Support geht, um koordinieren Support, dann haben die verunglimpflichten Hoffenheim-Ordner Recht mit der Aussage "die stehen immer oben mittig!" Allein zwei aus vielen Vorteilen: 1. hätte eine größere Gruppe auch kurz vorm Spiel mit vernünfitger Argumentation Stehplatzleute davon überzeugt, einen Platz zu schaffen um möglichst viele Anhänger dieser Gruppierungen ein "Zusammenstehen" zu ermöglichen. 2. Wären keine Sitzplätze "geklaut" worden.
Diese Liste könnte bestimmt noch weiter geführt werden.
Warum verlobigt man sich selbst, mit einer, zugegeben, bestimmt tollen Aktion oder "AG", wenn man selbst nicht zu dem steht, was man da sagt.
All equal - alle Gleich? Und warum zählt die Gewohnheit der Ultras mehr, als das Recht des gemeinen Fußballfans? Warum diskremieren die Jungs, die doch Anti-diskremierend denken?
Und warum, lieber werderfreak-sh, muß man dagewesen sein, um sich ein Urteil erlauben zu dürfen? Mußt du immer direkt betroffen sein, um dich über Ungerechtigkeit und Probleme aufzuregen? Wenn ja, dann hinterfrage doch mal, wenn oder was du asozial nennst.