BWL ist für viele ein "Ausweichstudium" weil sie den Numerus Clausus für Medizin oder Jura nicht geschafft haben oder beruflich dermaßen desorientiert sind, daß sie sich denken "mit BWL hab ich wenigstens etwas in der Tasche", aber ohne Supernoten und/oder einer zusätzliche Spezialausbildung kann man nach dem BWL-Studium gleich zur Agentur für Arbeit gehen.
Inzwischen sind aber die Anforderungen des BWL-Studiums in den ersten Semster so hart, dass schon früh ausselektiert wird, wer`s packt und wer nicht. Die meisten können also frühzeitig nach Alternativen Ausschau halten.
BTT:
Was mich an meinem Lehramtstudium ziemlich verwundert hat, ist die Verteilung der Prioritäten. Das Fachliche erhält immer noch deutlichen Vorzug im Vergleich zum Didaktischen, obwohl das meiste vom Fachlichen nicht schulrelevant ist. Und das Didaktische, was gelehrt wird, kann man auch schon fast ausschließlich mit einem Wort beschreiben: Projektmethode.
Die Professoren sind ohnehin weitab von der Praxis, berufen sich ständig auf irgendwelche Theorien und Denkmodelle, und wissen gar nicht, dass solche alternativen Lernmethoden beispielsweise in der Hauptschule gar nicht zu realisieren sind. Das ist jetzt auch nicht diskriminierend gegenüber Hauptschülern gemeint, aber es ist leider so, dass in einer Hauptschulklasse der Anteil der Unmotivierten um ein Vielfaches höher ist als auf einem Gymnasium, so dass dort Gruppenarbeiten schwer zu realisieren sind.
Mein Chemiedidaktiker war allerdings noch soweit einsichtig, dass das, was er erzählt hat, nicht alles und nicht immer funktionieren wird.
Wenn man nicht das persönliche Know-How miteinbringt, ist man sowieso nicht für den Beruf geeignet.
Welches Buch ich jedem Lehrer (vor allem den Alteingesessenen) mal empfehlen würde, ist der EW- und Didaktik-Klassiker (fast) jeder Hochschule Hilbert Meyer`s "Zehn Merkmale eines guten Unterrichts". Das Einzige Buch, dass ich während meiner Unizeit komplett gelesen habe, wo ich auch absolut dahinter stehen kann, über das, was da drin steht.