Ja aber doch nicht so, sondern durch Gesang. Wenn nächste Woche in Nürnberg der Gästeblock durch solche Teile übertönt würde, würdest du dich sicherlich auch ärgern.
Außerdem wil ich doch auch hören, was die gegnerischen Fans so zustande bringen. Es ist doch immer wieder schön, wenn beide Kurven mit lauten kreativen Gesängen gegeneinander ansingen. Das macht die besondere Atmosphäre im Fußball doch auch aus.
Auch ich würde lauten Gesang ohne Wenn und Aber den Klatschpappen vorziehen. Und auch ich mag kreative Gesänge (solange sie nicht zu lang sind oder in Basstiefe gebrummelt werden).
Aber wir leben nicht in einer Traumwelt, sondern in der Bremer Realität. Und da ist es nun einmal so, dass sich für Gesänge nur wenige begeistern können - sprich, es ist, wenn der Schwerpunkt des Supports auf Gesängen liegt, so leise im Stadion, dass null Heimspielatmosphäre aufkommt und ein gut aufgestellter Gästeblock wie der der Frankfurter, die Ost in Grund und Boden singen kann. Ich denke, so etwas hatten wir speziell in dieser Saison oft genug.
Klatschen und Klatschpappen sprechen ganz offensichtlich mehr Leute an mit dem Ergebnis, dass es wirklich richtig laut wird. Und laut muss es werden, damit der Funke auf die Mannschaft überspringt.
Folglich ist meine Meinung, dass es wichtiger ist, die Mannschaft mit den Mitteln anzufeuern, die realistisch und realisierbar sind (und das ist der Traum, dass ein großer Teil der Stadionbesucher bei den Gesängen mitmacht, nun einmal nicht), als sein eigenes kreatives Gesangs-Ego auszuleben. Denn das, worum es letzten Endes geht, ist lautstarker Support für die Mannschaft.
Ich will damit nicht sagen, dass 90 Minuten geklatscht werden soll oder dass Klatschpappen für jedes Heimspiel das non-plus-ultra sind. Aber ich finde es nicht richtig, beides zu verteufeln und denke, wir sollten aus den letzten beiden Heimspielen die Lehre ziehen, dass eine Verschiebung des Schwerpunktes hin zu mehr Klatschen / mehr Rufen etc. für die Gesamtstimmung im Stadion nur gut sein kann.