Allgemeiner Politik Thread

Thatcher war vor allem eins und zu allererst: Britin, die sich - überspitzt ausgedrückt - für ihr Land, oft mit harten Bandagen, in den Kampf warf.
Das ist ihr kaum vorzuwerfen.

Dass sie somit für ihre Partner sehr oft mehr als unbequem war, liegt in der Natur der Sache.
Sie war sicher eine Person, an der sich die Geister schieden, das zeigen schon die Reaktionen auf ihren Tod, obwohl ihre Amtszeit 23 Jahre zurück liegt.
Dass sie u.a. die britischen Gewerkschaften zerschlug, die das Land fest im Würgegriff und an den Rand des Ruins getrieben hatten, werden ihr diese nie verzeihen.
Der Falklandkrieg? (Wo kämen wir dahin, wenn sich irgendein Staat mir nix dir nix ein Teil unseres Gebiets, und sei es noch so klein und noch so weit entfernt, unter den Nagel reißen würde?) Man kann darüber den Kopf schütteln, aber für das nationale Selbstgefühl der Briten war es eine große Sache.

Alles in allem war Thatcher sicherlich keine bequeme Person, unbeugsam, manchmal auch halsstarrig und somit zu falschen Entscheidungen neigend.
Trotzdem halte ich sie für eine große Politikerin, die - aus ihrer Sicht - alles für ihr Land gegeben hat. Wer kann das heute noch von sich sagen?

Wen es interessiert, auf Spiegel online sind ein paar sehr interessante Interviews mit ihr abgedruckt, m.A.n. eines der besten zur Wiedervereinigung:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507157.html

Man muss nicht mit alle ihren Äußerungen einig gehen, aber glasklare Aussagen, vor keiner Antwort, und sei sie noch so unbequem gedrückt, hach, einmal aus Berlin solche Kommentare statt des üblichen Geschwurfels hören dürfen ...............



Auch schön:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-04/margaret-thatcher-joffe-erinnerungen
 
Man muss nicht mit alle ihren Äußerungen einig gehen, aber glasklare Aussagen, vor keiner Antwort, und sei sie noch so unbequem gedrückt, hach, einmal aus Berlin solche Kommentare statt des üblichen Geschwurfels hören dürfen ...............

Das stimmt, im Gegensatz zu vielen politischen Wendehälsen war die die "Iron Lady" stets gradling, so daß man sich auf sie verlassen konnte - im Positiven wie im Negativen.
 
Der Falklandkrieg? (Wo kämen wir dahin, wenn sich irgendein Staat mir nix dir nix ein Teil unseres Gebiets, und sei es noch so klein und noch so weit entfernt, unter den Nagel reißen würde?) Man kann darüber den Kopf schütteln, aber für das nationale Selbstgefühl der Briten war es eine große Sache.

Jepp, für die Briten war der Krieg eine Erinnerung an das British Empire. Aus völkerrechtlicher Sicht war die Kriegserklärung von Thatcher sogar legitm, auch wenn ein Krieg die denkbar schlechstete Konfliktlösung ist. Die argentinische Militärjunta annektierte die Falklands und somit britisches Territorium, weil sie die Inselgruppe für sich beanspruchte. Dieser Ansruch basierte auf die Unabhängkeitserklärung Argentiniens (um 1815?), ohne das die Inseln jedoch jemals zu Argentinen gehörten.
 
Deshalb finde ich die Reaktionen zum Teil ein bisschen unangebracht. Ist aber glaube ich auch wieder so eine Social media Welle auf der jetzt alle mitschwimmen.

:tnx:

Die Dame tat seit 23 Jahren niemandem mehr weh, und einige tun so, als sei endlich der Leibhaftige für immer zur Hölle gefahren.

Der Schlimmste: Irgendein Ex-Boss einer britischen Gewerkschaft, der tönte "Heute ist der wundervollste Tag in meinem Leben". (Dabei war es unbestritten eine von Thatchers "Großtaten", die unsäglichen Gewerkschaften, die auf dem besten Wege waren, UK in den kompletten Ruin zu treiben, zu zerschlagen).
Na gut, der Mensch sieht das wohl anders, aber so lange seinen Hass zu pflegen....:unfassbar:
 
Die Dame tat seit 23 Jahren niemandem mehr weh [...]

Das ist so nicht ganz richtig. Die Nachwirkungen der Thatcher-Politik, mit der die Nation wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich gespalten wurde, sind in Großbritannien bis heute zu sehen und zu spüren. In Industriestädten wie z.B. Sheffield, Coventry, Liverpool oder Birmingham sind Wirtschaft und Infrastruktur vielerorts derart marode, dagegen waren hierzulande kurz nach der Wiedervereinigung die Städte in den neuen Ländern blühende Landschaften.

Dennoch kann dieses keine Legitimation für pietätlose Äußerungen sein.
 
Das ist so nicht ganz richtig. Die Nachwirkungen der Thatcher-Politik, mit der die Nation wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich gespalten wurde, sind in Großbritannien bis heute zu sehen und zu spüren. In Industriestädten wie z.B. Sheffield, Coventry, Liverpool oder Birmingham sind Wirtschaft und Infrastruktur vielerorts derart marode, dagegen waren hierzulande kurz nach der Wiedervereinigung die Städte in den neuen Ländern blühende Landschaften.

Dennoch kann dieses keine Legitimation für pietätlose Äußerungen sein.

Genau, the Thatcherismus hallt sicher noch nach und einige Probleme die das Land heute hat sind die Ausläufer von damals. Dennoch, aktuell hatte sie einfach keinen Einfluss mehr und war seit Jahren senil und krank - es ändert sich absolut gar nichts.Sowas ist einfach respektlos - vor allem ihrer Familie gegenüber. :unfassbar:

(Wer kein englisch kann oder keine Lust hat es zu lesen, die Polizei hat in einigen Teilen des Landes Parties, die den Tod gefeiert haben, abbrechen müssen weil es zu kleineren Ausschreitungen kam.)



Kleine Anekdote am Rande: Auf Twitter hielten einige Cher-Fans den Tag #nowthatchersdead für #NowThatChersDead... Groß-und Kleinschreibung rettet Leben ;)
 
(Wer kein englisch kann oder keine Lust hat es zu lesen, die Polizei hat in einigen Teilen des Landes Parties, die den Tod gefeiert haben, abbrechen müssen weil es zu kleineren Ausschreitungen kam.)

Und wie man auf den Bildern erkennen kann, wohl überwiegend Leute, die den Namen Thatcher bis dato nie gehört haben und/oder nicht mal schreiben können.........

Gestern Abend war auf Arte eine Dokumentation über ihr Leben, bis zum Amtsantritt als Premierminister. Man kann von ihr halten, was man möchte, taffe, herausragende Persönlichkeit, im Positiven wie im Negativen. Respekt kann ihr niemand versagen.
 
So geht Debatte 2.0: Klick!

Protest zu äußern ist ja legitim, aber den Gegenüber nicht einmal zu Wort kommen zu lassen ist kein Ausdruck von Reife, sondern zeigt nur, dass man nicht gewillt ist, sich mit Argumenten auseinanderzusetzen. Ein schwaches Bild, das die potentielle Elite da abgibt.
 
So geht Debatte 2.0: Klick!

Protest zu äußern ist ja legitim, aber den Gegenüber nicht einmal zu Wort kommen zu lassen ist kein Ausdruck von Reife, sondern zeigt nur, dass man nicht gewillt ist, sich mit Argumenten auseinanderzusetzen. Ein schwaches Bild, das die potentielle Elite da abgibt.

Das ist für mich keine Elite, weder potentiell noch sonst irgendwas ...
Diese Leutchen protestieren einfach nur um des Protests willen. Sowas würde ich vom weiteren Studium ausschließen - die haben keinerlei Sitte, Moral und Anstand. Naja . .das ist heutzutage sowieso kaum noch gefragt.
Armes Deutschland ...
 
Suutje, suutje. Deren Potential als Elite und dieses Verhalten sind zwei paar Schuhe. Die Aktion der Studenten ist absolut inakzeptabel. Dennoch ist zwischen diesem Fehlverhalten und ihnen als Person, erst recht außerhalb der großen Gruppe, immer noch zu unterscheiden.
 
Das ist für mich keine Elite, weder potentiell noch sonst irgendwas ...
Diese Leutchen protestieren einfach nur um des Protests willen. Sowas würde ich vom weiteren Studium ausschließen - die haben keinerlei Sitte, Moral und Anstand. Naja . .das ist heutzutage sowieso kaum noch gefragt.
Armes Deutschland ...

Ja, so sehe ich das auch! Argumenta sind da nicht gefragt, sondern nur die Randale !
Diese Leute gehen mit Scheuklappen durch die Welt und lassen nur das gelten, was sie selber sagen und hören wolllen !:unfassbar:
 
Suutje, suutje. Deren Potential als Elite und dieses Verhalten sind zwei paar Schuhe. Die Aktion der Studenten ist absolut inakzeptabel. Dennoch ist zwischen diesem Fehlverhalten und ihnen als Person, erst recht außerhalb der großen Gruppe, immer noch zu unterscheiden.

Auch suutje......... Das muss erst einmal bewiesen werden, ein Studium allein macht noch nicht "elitär", beweist noch nicht einmal das Potential.

Bislang allerdings zeigen die Damen und Herren Studiosi nur Zeichen absoluter Unreife und schlechten Benehmens; hätte man de Maizière reden lassen, hätte man vielleicht anschließend argumentieren "müssen", da ist vorab Krawall machen sehr viel einfacher und weniger anstrengend.
 
Suutje, suutje. Deren Potential als Elite und dieses Verhalten sind zwei paar Schuhe. Die Aktion der Studenten ist absolut inakzeptabel. Dennoch ist zwischen diesem Fehlverhalten und ihnen als Person, erst recht außerhalb der großen Gruppe, immer noch zu unterscheiden.

Das sehe ich anders. Diese Damen und Herren besuchen die Universität, um nach ihrer Ausbildung einmal Verantwortung zu übernehmen; dieses Verhalten legt aber den Schluss nahe, dass sie dafür denkbar ungeeignet sind. Dabei ist übrigens auch völlig egal, wen sie niederbrüllen: Hätte es Gysi, Steinbrück, Roth oder Westerwelle getroffen, wäre mein Urteil ebenso ausgefallen.
 
Das sehe ich anders. Diese Damen und Herren besuchen die Universität, um nach ihrer Ausbildung einmal Verantwortung zu übernehmen; dieses Verhalten legt aber den Schluss nahe, dass sie dafür denkbar ungeeignet sind. Dabei ist übrigens auch völlig egal, wen sie niederbrüllen: Hätte es Gysi, Steinbrück, Roth oder Westerwelle getroffen, wäre mein Urteil ebenso ausgefallen.

:tnx:
 
Grundsätzlich ist Selbstkritik - auch und besonders von der medialen Zunft - sicherlich lobenswert.

Aber warum soll jemand nach seinem moralischen und juristischen Fehltritten sowie den aus diesem Fehltritt resultierenden Folgen vor gesellschaftlicher Kritik (die Wortwahl "Ächtung" dieses Artikels ist überzogen) verschont bleiben? Ein Berufskraftfahrer z.B., der unter Alokohleinfluß einen Verkehrsunfall mit Personenschaden und ggf. Fahrerflucht zu verantworten hat und dadurch seinen Job und die Ehefrau verliert, der wird aufgrund dieser Folgen auch wohl kaum auf Verständnis von der Gesellschaft für sein Fehlverhalten stoßen.

Und außerdem: eine Gerichtsverhandlung dient ausschließlich dazu, um die juristische Frage von Schuld oder Unschuld zu geklärt und nicht dafür, mit einem vollständigen Freispruch die Ehre von Person X wiederherzustellen.
 
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