:unfassbar:
Ich vermute anhand der smilies einmal, dass Du den Kern meiner Aussage verstanden hast. Nämlich dass auch ich TS für einen bemerkenswerten Fussballfachmann und einen Elitetrainer halte. Und beides meine ich wirklich ernst.
Allerdings eben einen mit Fehlern, die allen Bemühungen (?) zum Trotz auch nach 13 Jahren noch die gleichen Blüten des Desasters hervor bringen.
Ignoranz und Sturheit scheinen mit diesem Trainer ebenso verbunden zu sein wie große Fachkunde und Konsequenz bei der Umsetzung seiner Vorstellungen. Und dann kommt in dieser Gemengelage dann zur Zeit eben das heraus, was man sieht. Chaos und Desaster.
Schlimm ist, das immer offensichtlicher wird, woran es krankt und das scheinbar bereits abgestellte Fehler aus den letzten 2 Jahren erneut in anderem Gewand passieren.
Es wird der eigenen Mannschaft durch unnötig komplizierte Vorgaben schwer gemacht, eine optimale Leistung zu bringen. Es werden alle Warnhinweise diesbezüglich verdrängt. Nach dem zu erwartenden Ergebnis werden dann die Spieler beschuldigt.
Das ist ja noch nicht einmal ganz verkehrt, denn tatsächlich haben sie ja nicht so funktioniert wie befohlen und gedacht.
Der Haken liegt darin, dass schon das bisherige System überaus anspruchsvoll ist und von den Spielern trotz langer, optimaler Vorbereitung, über 6 Monaten Einspielphase ohne große Störungen durch Sperren und Verletzungen nicht stabil umgesetzt werden konnte.
Selbst nach den besten Spielen, wo auch mit Glück alles scheinbar optimal lief war es nicht möglich, zweimal oder gar dreimal hintereinander zu gewinnen.
Das im Hinterkopf im Gedächtnis behalten, wird nur wegen der gelb-bedingten Sperre eines Spielers nochmal ein völlig neues System kreiert, das noch viel komplexere, schwierigere Aufgaben enthält und dem einzelnen Spieler noch mehr abverlangt, obwohl doch schon das viel einfachere System aus der Vorrunde diesbezüglich genügend Schwierigkeiten machte und stabileren Erfolgen im Wege stand. Das nenne ich verrückt oder eben nur stur und ignorant.
M.a.W. der Trainer hat sehenden Auges gegen alle offensichtlichen Warnungen ausgerechnet gegen die 2.beste Mannschaft der Liga ein System der permanenten Überforderung für sein Team propagiert.
Dann ist doch selbst für Laien klar zu erwarten, dass sich zu den systembedingten Schwierigkeiten ganz schnell individuelle Fehler und Unsicherheiten hinzugesellen, das ist so, das weiß jeder, der selber im Verein Fussball gespielt hat. Bei anderen Spielern stellen sich dann wiederum "kopf-hängen-lassen" Symptome ein, gerade wenn diese Spieler höhere Spielintelligenz besitzen und begreifen, dass aller Einsatz nicht ausreicht, noch etwas zu bewirken, weil es an der kollektiven Umsetzungsfähigkeit des vorgegeben Systems fehlt.
Man musste also viel eher mit einem Desaster rechnen, als dass man davon ausgehen durfte, Erfolg zu haben.
Wie die Spieler sich individuell dann präsentieren, ist dann schon fast Nebensache. Die einen wie zB. Iggy reagieren ihre Wut dann damit ab, dass sie sich auf dem Platz mit Einsatz und Kampf geradezu auskotzen, andere lassen eben die Schultern hängen und bewegen sich etwas weniger.
Die Ursache des Verhaltens bleibt die gleiche und ihre Wurzeln liegen beim Trainer nicht bei der Mannschaft.
Der Trainer kennt die Mannschaft am besten und ist selbst mithilfe der intensiven Vorbereitung und eines vollen Kaders nicht in der Lage zu sehen, was er mit Erfolgsaussicht abfordern kann und was die Spieler kollektiv nicht umsetzen können.
Oder er ist stur, will das nicht sehen sondern will stur darauf bestehen, dass seine spieler das umzusetzen haben was er vorgibt, egal wie realistisch die möglichkeiten sind, das dies gelingt.
Letztlich steht der Trainer Schaaf mit diesen persönlichen Eigenheiten seinem eigenen Erfolg im Weg. Nicht zum ersten Mal.
Nur das sein Versagen jetzt einen neuen Grad des Extremen erreicht hat, den bei anderen Vereinen kaum jemals ein Trainer erreichen kann, weil er schon vorher lange die Kündigung bekommt.
Was mich ganz traurig macht: Noch bei der Bewältigung der letzten Krise (zuletzt in der Sommer-Vorbereitung zu dieser Saison) behauptete TS doch, vor allem auch sich selbst kritisch zu hinterfragen. Da liegt es wohl am schlimmsten im Argen.
Es reicht, endgültig. Wenn Schaaf so konsequent bleiben will, einen richtigen Elitefussball spielen zu lassen, dann muss er Butter bei die Fische geben und so konsequent sein einzusehen, dass ihm Werder auf absehbare Zeit nicht ein solches Spielermaterial geben kann, einen solchen Fussball mit genügend Erfolgsaussicht zu spielen.
Dann muss er dahin gehen, wo das möglich ist. Barcelona, Mailand oder Madrid zB.
Oder eben aus den bei Werder gegebenen Möglichkeiten das Bestmögliche heraus holen, das noch vernünftige Erfolgsaussichten bietet. Und genau diesen einen Schritt zurück, um später wieder zwei nach vorn gehen zu können, den macht er nicht. Er geht stur zwei Schritte vor und wenn das in den Abgrund führt, waren eben andere schuld.
Das ist so unendlich traurig, weil das in der Vorrunde gefundene System trotz aller Schwierigkeiten ja durchaus Vorzüge hat, intelligent und ambitioniert ist (wenn es auch den von Schaaf bewusst kalkulierten Nachteil hat, dass ein systematisches defensives Kollektivspiel fehlt) und vor allem weil wir zu unserer Überraschung trotz des Umbruchs jetzt schon wieder einen so jungen Kader mit so viel guten Fussballern haben, Leute die man gerne anfeuert. Nur darf man eben damit nicht übers Kuckucksnest fliegen, sondern muss bodenständig Schritt für Schritt das umsetzen, was wirklich machbar ist.