Im Übrigen machen dieselben Leute doch ohnehin jedes Heimspiel 85 Minuten Stimmungsboykott. Was schaden da 12 Minuten und 12 Sekunden gegen Leverkusen?
Zitat von bine1963:
Sorry Simac, das war so offensichtlich, daß es eben nicht um Werder und den Sport ging sondern um die von Maddin angesprochene Trotzreaktion.
So langsam kann ich es auch nicht mehr lesen. Klar stimmt es, dass Ost oben mittlerweile auch viele "Konsumenten" sitzen, aber zu behaupten, da würde ja nie was kommen aus dem Ost-Oberrang und daher wäre auch das Verhalten gestern "offensichtlich", ist mir einfach zu pauschal. Ich sitze zwei Plätze neben WOMLSascha und kann somit die gleichen Eindrücke sammeln, die er hier seit gestern abend eigentlich ganz gut wiedergibt.
Es stimmt sicherlich, dass die Bereiche des Stadions (und das war nicht nur Ost oben, sondern auch Teile der Nord, so zumindest mein Eindruck), die gestern in 12:12 Stimmung gemacht haben, danach weitestgehend
in der Form nicht mehr zu hören waren. Nur hatten wir nach 12:12 wieder mit den Problemen zu kämpfen, mit denen wir Ost oben eigentlich immer zu kämpfen haben: Es gibt in "langweiligen" Phasen des Spiels immer kleinere Grüppchen, die was anstimmen, was dann aber nun mal leider nicht überschwappt. Wenn es vielleicht mal bis zur Mitte des Oberrangs geht (ich sitze etwas mehr zur Seite hin), ist das schon ein Erfolg, ebbt dann aber trotzdem wieder ab und kommt so gut wie nie unten an, so dass es auch keiner der Vorsänger mal mit aufnehmen könnte. Was natürlich auch mit den dauerhaften Galeerengesängen zu tun hat. Diese kleineren Gruppen haben nun auch gestern von Minute 1 an supportet. Das hört man dann natürlich wesentlich besser, wenn der Rest schweigt, und somit stimmen viel mehr Leute darin ein, als wenn der "normale" Support in der Kurve der Ultras läuft. Sicherlich will ich nicht absteiten, dass es auch einige gab, die extra deswegen supportet haben, um den Ultras mal eins auszuwischen und dass andere, die zunächst ruhig waren, vielleicht von den Pfiffen und Stinkefingern der Ultras dann zusätzlich noch angestachelt wurden. Wie groß der Anteil derer war, mag ich nicht beurteilen, halte es aber für falsch, die Supporter von gestern aus den ersten 12:12 unter Generalverdacht zu stellen. Warum es danach so rüber kam, dass gar nicht mehr supportet wurde, dazu hab ich was geschrieben und gleich kommt noch was:
Ich schweife jetzt zwar etwas in die Stimmungsdiskussion ab (hier gehts ja immer noch um 12:12), aber ich sehe das folgendermaßen: Diese ständigen, kleinen Versuche des Oberranges gibt es öfter. Es wird sie sicherlich auch Ost unten und Nord Seite geben. Von kleineren Gruppen, die überall verstreut sind und die sich die ständigen Aussagen, auch aus Ultra-Kreisen "Macht doch was Eigenes, wenn Euch unser Support nicht gefällt", zu Herzen nehmen und was machen möchten. Leider schwappt das eben aus schon angesprochenen Gründen in den seltensten Fällen mal über. Ich verlange nicht von den Ultas, dass sie sich aus irgendwelchen Gründen irgendwelchen Wünschen oder Begehrlichkeiten anderer Leute unterordnen. Die können im Stadion machen, was sie wollen. Da sie aber immer und immer wieder den Support der Mannschaft als das wichtigste ankündigen, was es für sie im Fussballstadion gibt, dann finde es ich es eben schade, was sie aus den Möglichkeiten, die sie eigentlich haben, machen. Was das für Möglichkeiten sind?
1) Sie sind organisiert
2) Sie haben Vorsänger, die koordiniert Gesänge aufnehmen und "verteilen" können
3) Sie haben die Leidenschaft und den Willen, 90 Minuten Gas zu geben und zu supporten.
Diese "Möglichkeiten" hat der normale Stadionbesucher nicht, vielleicht bis auf Punkt 3). Von jedem, der supporten möchte, zu verlangen, sich zu den Ultras zu stellen, steht dann halt manchmal auch im Gegensatz zu dem Wunsch, trotzdem das Spiel sehen zu wollen (Thema Fahnen etc.). Dass die Ultras nun also so felsenfest auf ihre Dauergesänge bauen, egal zu welcher Phase des Spiels, ist schade und der Sache nicht dienlich. Und da muss auch keiner kommen mit "Aber es werden doch bekannte Sachen angestimmt". Sorry, aber meiner Wahrnehmung nach passiert das in den letzten Spielen immer weniger. Ich kann Ost oben größtenteils schon gar nicht mehr verstehen, was da unten gegrummelt wird. Da kann ich dann auch schlecht einsteigen und mitmachen.
Ich weiß, wir drehen uns mal wieder im Kreis, aber ich sitze nun auch schon fast 8 Jahre Ost oben und lasse mir nicht erzählen, dass wir jetzt alle die bösen Ultra-Hasser und Stimmungs-Boykottierer sind. Wäre das so, dann würde bei den Wechselrufen, bei spielabhängigen Anfeuerungen, bei der Welle oder "Steht auf.." schon gar keiner mehr mit machen. Klar gibt es viele negative Stimmen gegen die Ultras auch in dem Bereich, in dem ich sitze, aber dass man trotzdem noch zusammen singen und supporten kann, wird in den von mir beschriebenen Beispielen ja nun auch nicht selten bewiesen.