Das sehe ich irgendwie anders. Wir reden doch über das Rückspiel im UEFA-Pokal Halbfinale 2008/2009 oder ?
Vor diesem siegreich in Hamburg mit 3:2 gewonnenen Rückspiel musste sich Thomas Schaaf in der Presse heftige Vorwürfe gefallen lassen, er schone seine Stars und würde dadurch in der Bundesliga für Chancenungleichheit und Wettbewerbsverzerrung sorgen, da Diego und Özil geschont wurden, beim HSV aber mehrere verletzte Stammspieler in der Bundesliga antraten.
Das schließlich DIEGO und Almeida sich gelbe Karten holten und dann fehlten, war ihre eigene Schuld, vor allem weil es sich in beiden Fällen um solche Nichtigkeiten handelte.
"Pyrrhus-Sieg" das würde eher schon passen bei Ballack und dem WM-Halbfinale 2002 als er mit seinem Foul eine Torchance der Koreaner zum nur möglichen Ausgleich verhinderte und damit nur vielleicht den Sieg rettete, dafür aber dann mit Gelbsperre fehlte.
Bei Diego und bei Almeida waren es dagegen nicht durch das Spiel erzwungene Karten, sondern Karten, die sie sich allein wegen eigener Dämlichkeit und unprofessioneller Unbeherrschtheit holten. Und bei beiden Spielern gab es ja mehrere solcher unprofessionellen Unbeherrschtheiten, die ja auch mal zu roten Karten führten.
Das sind folglich individuelle Fehler, die man nicht dem Spiel als solches zuschreiben sollte. Und erst recht nicht dem Gegner, das hätte gegen Athletico Madrid ebenso passieren können.
Diese Dämlichkeiten haben nämlich erstens rein gar nichts zum Sieg beigetragen und zweitens hat man damit nicht ein "Mehr" verloren gegenüber dem kurzfristigen Erfolg des Finaleinzugs.
Daher: Für mich weiterhin nichts, worauf der Begriff Pyrrhus-Sieg richtig passt. Denn es gehört zum Pyrrhus-Sieg ja dazu, dass der in Kauf genommene Verlust für den errungenen Erfolg letztlich diesen bei Weitem überwiegt. Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pyrrhus
Das kann ich beim Ballack-Beispiel erkennen (niemand weiß, ob die Koreaner aus der Chance ein Tor gemacht hätten und selbst dann hätte es nur Unentschieden gestanden),...
...beim Werder-Beispiel nicht, denn die gelben Karten erkauften "nur" einen Nachteil im Finale, das man ohne Sieg gar nicht erreicht hätte, wobei die Karten mit dem eigentlichen Spielverlauf nicht einmal was zu tun hatten.
Ob das Foul an Merte letztlich allein für dessen lange Leidenszeit danach verantwortlich war oder nicht vielleicht doch schon Vorschädigungen bestanden oder gar eine falsche Behandlung/Reha mitverantwortlich war, weiß niemand so genau. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte er damals schon länger und mehrfach am Sprunggelenk Probleme gehabt.