Als in Hamburg lebender Fan erlaube ich mir eine Einschätzung über das
>> "Warum".
>>
>> Der HSV-Fan hat eine seit Jahren sehr tief sitzende ausgeprägte Neurose.
>> Diese ist sehr ernst zu nehmen.
>>
>> Die Neurose sieht so aus: Der HSV-Fan empfindet sich ungerecht behandelt.
>> Vom DFB, seinen Schiedsrichtern und ganz besonders vom Fußballgott.
>>
>> Der gemeine HSV-Fan meint nämlich, dass Hamburg die schönste Stadt der
>> Welt ist, obwohl er selbst gar nicht in Hamburg, sondern oft in einem
>> Kuhkaff in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein (oder wenn schon in
>> Hamburg, dann in unattraktiven Unterschichtsvierteln) lebt. Der gemeine
>> HSV-Fan wertet sein armseliges Leben auf, in dem er die Metropole Hamburg
>> und ihre Postkartenschönheiten für sich reklamiert. Und er meint, dass in
>> eine "Weltstadt" wie Hamburg auch ein Verein gehört, der zumindest
>> national Spitze ist und in Europa ein gewichtiges Wort mitspricht
>> (Championsleague wenigstens Viertelfinale).
>>
>> Diese Haltung wurde durch die Erfolge in den späten siebziger und frühen
>> achtziger Jahren "erweckt" und wird seither permanent durch die lokalen
>> Boulevardmedien in die Hirne vieler HSV-Fans penetriert.
>>
>> Nur das klappt nicht. Der HSV ist nämlich keineswegs nationale Spitze,
>> seit über 20 Jahren schon nicht mehr, und von der ChampionsleagueL
>> brauchen wir gar nicht zu reden. An der nimmt der HSV noch nicht einmal
>> teil.
>>
>> Daraus erwächst eine tiefe Frustration und, wie gesagt, das Gefühl, vom
>> Schicksal ungerecht behandelt zu werden.
>>
>> Das alles wäre nur halb so schlimm, wenn dem HSV nicht ausgerechnet aus
>> Bremen ein Konkurrent erwachsen wäre. Dass Werder Bremen in den
>> vergangenen 25 Spielzeiten in der Abschlusstabelle 19 mal vor dem HSV
>> platziert war und neun Titel gewann, während der HSV nur einmal
>> erfolgreich war (DFB-Pokal 1987) wird von den vielen HSV-Fans als eine
>> ungeheure Demütigung wahrgenommen.
>>
>> Aus dieser Demütigung erwächst eine für Außenstehende kaum
>> nachvollziehbare Aggressivität, der durch das gestrige Ergebnis ein wenig
>> die Spitze abgebrochen wurde. Das ist vielleicht das Beste an der Bremer
>> Niederlage von gestern. Dass sie ein wenig Dampf herausgenommen hat aus
>> dem Druckkessel
>>
Das mußte mal wieder hier rein:applaus: