Boah, dieser ganze Beitrag trieft nur so vor selbstgerechter Komik. Massentierhaltung eine geringe Umweltbelastung zuschreiben zu wollen grenzt wirklich an ein ignorantes Dahinschweben in einer Welt, die man sich selbst schön zurecht gestrickt hat und dann auch noch den Anderen vorwirft, nichts von außen reinzulassen. Du prangerst die Vergiftung von Flüssen und Gewässern an, aber Kloake-Becken, die so groß sind wie ganze Fußballfelder x 2, sind natürlich ein wertvoller Beitrag zur Wiederherstellung eines ökologischen Gleichgewichts. Merkwürdig, wenn dann z.T das Trinkwasser unnormale Werte hat oder Anwohner aus der näheren Umgebung verstärkt Ausschläge und andere Krankheitsbilder aufweisen. Das kommt aber wohl von ihrer toxischen Einstellung gegenüber dem Thema. Und wenn es darum geht, dass für Soja-Plantagen ganze Regenwälder abgeforstet werden (ja, ist auch schlecht), dann kann man das immer noch nicht als Pluspunkt für die Massentierhaltung werten, denn da passiert exakt das Gleiche in Grün, dann wird halt für Viehweiden gerodet, was das Zeug hält.
Mal zusammengefasst: Du scherst alle Peta-Leute über einen Kamm wegen einer 2004 von den USA aus lancierten Kampagne. Du rückst Wiesenhof in ein Licht, in dem es nicht steht, wenn du den Zweck dieser Firma damit beschreibst, dass sie viel Geflügel produzieren, damit alle Leute günstig essen können. Kleine Info: Das ist das Resultat. Der Zweck ist keinesfalls so hehr, sondern es geht nur darum, dass Wiesenhof so viel Asche wie möglich macht. So weit okay, nur sollte man sich das eher vor Augen führen statt des Bildes von Helden, der das Hungerleiden des Volkes beendet. Also, Profit ist es. Nichts anderes, egal um welchen Preis. Und dass die Mittel dazu auch nicht unbedingt günstig für die Menschen sind, die es konsumieren, wenn auch im anderen Sinne - dürfte auch klar sein. Und dann bemühst Du das auf den letzten Seiten dutzendfach angeführte Totschlagargument, dass es so viel Schlimmeres gäbe, was auf der Welt passiert. Und alle, die sich nicht gegen alle Übel dieser Welt in gleichem Maße und mit gleicher Intensität einsetzen, sind sowieso nur doppelmoralische Schweine. Herzlichen Glückwunsch! Da das nie jemand können wird, behältst Du immer Recht. Aber das tust du ja sowieso.
Und im Übrigen empfinde ich das Geheule um ca. 6 Milliarden Hühner jährlich weltweit, die auf 39 Tage "Entwicklungsphase" herunter gezüchtet wurden und immer weiter herunter gezüchtet werden, keineswegs als verlogen. Zumal für mich in diesem Thema mehr mitschwingt als nur die (Be)Misshandlung von Hühnern bei Wiesenhof.
Mensch wie Tier sind vergänglich.Da macht die "Natur" keinen Unterschied!
Woher bezieht der Mensch das Recht,sich über dieses Naturgesetz hinwegzusetzen,-und dem Tier je nach Nützlichkeit einen Lebenswert beizumessen?
Diese Frage möge mir mal jemand,-nicht dilettantisch(!),sondern gewissenhaft-,beantworten!
Einige scheinen mir hier von einem Weltbild beseelt zu sein,welches mir höchst befremdlich ist!
Ist man ein alberner,neurotischer Tierschützer,wenn man einem Tier das gleiche Recht zubilligt,lebenswert leben zu dürfen,wie man es für sich selbst in Anspruch nimmt?
Ist es albern,wenn man sich für Menschen einsetzt,die keine Stimme haben?
Nein!
Warum ist es bei einigen hier bei Tieren anders?
Maddin hatte ich so verstanden,daß es im Grunde lächerlich ist,sich wegen ein paar Hühnern so aufzuregen.Es sei zwar tragisch,aber tragisch sei das Zusammenwirken der gesamten Menschheit,was man eventuell unter dem Begriff "Kapitalismus" zusammenfassen kann.
Und man müsse halt damit leben.
Nein,muß man nicht!
Zu allen Zeiten gab es mutige Menschen,die bestehende Verhältnisse in ihrem Unrecht bekämpft haben,z.T.unter Einsatz ihres Lebens!
Die Menschenrechte,Gleichstellung von Frau und Mann,die Demokratisierung mit Gleichheitsgrundsatz,Menschenwürde und freiem Wahlrecht,und und,und,-wie aber auch ein Tierschutzgesetz!-,gibt es nur deshalb,weil man Unrecht nicht akzeptiert hat!
Die Zeit gottgebener menschlicher Macht,wie sie Klerikus und Adel dem dummen Volk über 2ooo Jahre vorgegaukelt hat ist vorbei!
Der Kapitalismus,der darauf folgte,hatte nicht mehr den lieben Gott für seine Tricks zur Sicherung der Machtgier,er hatte ein viel besseres Faustpfand erkannt.Nämlich die Psyche des Menschen!Seine Widersprüchlichkeit,seinen Egoismus,seine triebgesteuerte,unbewußte Verführbarkeit.
Da liegen die Wurzeln für die Doppelmoral,über die wir hier zu dem Thema Wiesenhof schreiben.
Geradezu dialektisch entwickelt sich nunmehr das Gegengewicht der Transparenz und Entlarvung dieser subtilsten Machenschaften durch die mediale Interaktion unserer IT-Gesellschaft.
Ich sage voraus,daß in 20 Jahren kein Globalplayer mehr eine Chance hat,sich auf dem Markt zu halten,wenn nicht ethische Grundsätze in die Maxime der Unternehmensführung integriert sind.
Zurück zu Wiesenhof!
Ein Unternehmen,welches zur Gewinnmaximierung und zum Ausbau seiner Marktanteile in anhängige Strafverfahren wegen Tierquälerei verstrickt ist,kann nicht als zukunftsweisendes Modell überzeugen,egal welche Veränderungen vorgenommen werden.
Ein Verein wie Werder Bremen mit klar formulierten moralischen Vorgaben,handelt schizoid,wenn es ein Unternehmen,welches offensichtlich nach alten raubtierkapitalistischen Methoden vorgeht und nur scheibchenweise Einsicht in ihre Produktionsmachenschaften gewährt,eine Werbefläche bietet.
Das Motto,Augen zu ,Hauptsache Kohle,mag funktionieren,da jeder die Vergeßlichkeit bestens aus der Politik kennt.-Aber das Risiko ist unkalkulierbar,unabhängig der moralischen Glaubwürdigkeit!