Weil das System ja auch leider nicht anders funktioniert. Würde man nun anfangen, dass jedes Tierprodukt artgerecht hergestellt wird, wird jedes Tierprodukt eine ganze Menge mehr Geld kosten, um als Hersteller überhaupt noch Gewinn machen zu können. Kann man den Gewinn nicht machen, wird das Produkt nicht mehr hergestellt. Da die Menschen aber von diesen Produkten abhängig sind, wollen wir natürlich auch diese Produkte haben.
Solange dieses System weiter funktionieren soll, solange wird es immer Ungerechtigkeiten geben. Findet der Großteil sicherlich unfair (ich auch), allerdings leben wir in diesem System und wollen es zum großen Teil auch nicht anders (auch hier zähle ich mich zu). Es sich selbst einzugestehen fällt aber offensichtlich nicht jedem leicht.
Du hast in den meisten Punkten recht.Du hast das System erfasst und geschildert. Für den fett markierten Part darf man sich aber sicher fragen, woher das kommt. Das böse, böse System ... das macht's uns immer recht einfach, denn dagegen kann man ja eigentlich nichts machen, oder? Klingt jetzt, als ob ich mich darüber lustig machen würde -
nein - du hast recht, das System ist schon so. Trotzdem ist der Einzelne dann doch nicht so unschuldig, wie er es sich gerne einreden würde. Denn im Vergleich zu den Essgewohnheiten von vor 40-50 Jahren ist doch auffällig, dass der Mensch sich selbst in diese Abhängigkeit begeben hat und diese scheinbar auch will. Der sich auswirkende Effekt zwischen 1 x die Woche Fleisch vs. 5-6 die Woche Fleisch ist halt der, dass es die Landwirtschaft im romantischen Sinne mit glücklichen Rindern, die auf saftigen Wiesen grasen und auf ihren Altenteil so nett sind, den Menschen mit ihrem Fleisch etwas zurück zu geben - dass es diese Form der Landwirtschaft kaum noch gibt bzw. sie in der Produktion einen verschwindend geringen Anteil ausmacht. Wenn man mir sagt "Du musst ab heute 6x mal so produktiv sein wie zuvor," würde mich das auch vor arge Probleme stellen. Deshalb kommen 95% des Fleisches aus der Massentierhaltung. Billiges Fleisch für jeden Tag! Früher war Fleischgenuss ein Ausdruck dessen, dass es den Menschen gut geht. Ob es uns heute langfristig gesehen wirklich dadurch besser geht, wenn wir antibiotika- und wachstumshormonvollgepumptes Fleisch essen - zumal in der Menge - sei mal dahin gestellt. Und da darf man sich ganz sicher sein: so etwas ist Betrieben wie Wiesenhof natürlich völlig scheißegal. Muss es ihnen aus Sicht der oben geschilderten Gewinnmaximierung auch sein.
Wenn man wirklich wollte, kann man sich auch sehr günstig ohne Fleisch ernähren. Spaghetti, Pasta etc. und Gemüse beim Aldi, Lidl kostet auch nicht die Welt. Das ist aber dem Großteil zu anstrengend, und ich kann's auch sehr gut nachvollziehen. Ich verzichte seit fast 2 Jahren auf Fleisch, und ich hab manchmal immer noch tierisch<- j
etzt bitte keine Kalauer, dafür hab ich schon gesorgt 
Bock drauf. Eigentlich müsste ich den Schritt zum Veganer machen, da ich nicht genau weiß, woher die Milchprodukte und die Eier, die ich konsumiere, kommen. Aber so weit bin ich noch nicht.
Für die Menschen, die sich gern informieren möchten, würde ich das Buch "Tiere essen" empfehlen. Schildert zwar den US-amerikanischen Markt, aber man muss kein Prophet sein, um sich denken zu können, dass die Zustände in Europa im Wesentlichen sehr ähnlich sein müssen.
Und um's auch noch mal zum Ausdruck zu bringen: Ich würde mich an Wiesenhof als Hauptsponsor sehr stören.