Das ist doch wirklich keine große Sache. Man sollte nicht so tun, als würde kein Verein der Welt sowas tun. Das tun ALLE.
Richtig. Es mag im Einzelfall bedauerlich wirken, aber es ist nunmal die Kehrseite, das auch Spieler einen gültigen Vertrag immer weniger respektieren.
Da wird mitunter seitens der Spieler mit Arbeitsverweigerung gedroht, was sich dann manchmal so liest, wie "unzufrieden der Spieler mit seiner Situation" ist, oder das er sich "Sorgen über seine Perspektiven" macht usw.
Da verwundert es dann nicht, wenn dann umgekehrt auch die Vereine trotz eines gültigen Vertrages einem Spieler, mit dem man aus irgendwelchen Gründen schwer unzufrieden ist (sei es wegen der Relation von Gehalt und gezeigter Leistung, sei es wegen Eskapaden, wegen mangelnder Einstellung, Unruhestifter-Potenzial oder anderem) so knallhart den Stuhl vor die Tür stellen wie im Fall Wagner.
Ich bedauere das, aber wundern tut mich das nicht. Wagner wurde in seiner Zeit mehrfach öffentlich abgestraft, auf dem Trainingsplatz und sogar in der Presse wegen zeitweilig mangelhafter Einstellung. In den Zeiten, in denen er sich dann zusammen gerissen und gespielt hat, war es dann wohl so, das SW seine Leistung wohl im Vergleich zu den Bewertungen der sportlichen Führung dramatisch höher eingeschätzt hat-sowas ist immer problematisch.
Und letztlich war es bei SW wohl so, das er eine ganze Zeit lang die "Signale" der Werder-Führung wohl ignoriert hat, sprich das er wohl die Linie fahren wollte, seinen gut dotierten Vertrag komme was wolle zu retten - und ihm klar war, das er wohl kaum irgend wo anders einen solchen Vertrag jetzt noch bekommt wie er ihn bei Werder jetzt hat.
Wenn man SW also los werden will - und genau das ist ja der Fall - dann geht so etwas eben nur mit härteren Bandagen, in dem man dem Spieler den Verbleib -natürlich im Rahmen des Zulässigen- etwas ungemütlicher macht.
Deswegen wohl die Freistellung fürs Trainingslager (wenn SW will, muss er wohl teilnehmen können), deswegen die sehr deutliche Aussortierung aus dem Kader ohne Rückennummer.
Arbeitsrechtlich ist Werder verpflichtet, SW ein Profitraining mit allem drum und dran (incl. Trainer, Physio und ärztlicher Versorgung) zu ermöglichen und ihm das vereinbarte Grundgehalt zu zahlen, mehr nur dann, wenn es im Vertrag vereinbart ist.
Die Sache Vranjes zeigt, das es selbst bei einem hoch dotierten Vertrag für den Spieler für die Zukunft negativ ist, einen Vertrag unter solchen Voraussetzungen auszusitzen.
Da SW nicht wie Vranjes nach Kroatien gehen wird, wo der € noch eine höhere Kaufkraft besitzt und er zudem jünger als Vranjes ist, wäre es aus der Sicht von SW daher wirklich besser, sich schleunigst einen neuen Verein zu suchen und danach ggf. mit Werder eine für beide Seiten annehmbare Aufhebungsvereinbarung (Abfindung) für die restliche Werder-Vertragslaufzeit zu schließen (da er woanders erheblich weniger verdienen wird).
Für Werder wäre das auch wichtig: Im jetzt schon wieder 31 Mann starken Kader (mehr als 32 Mann sollten es ja nicht werden und 2 Mann will man evtl. ja noch holen) wäre wieder ein Platz frei (zusätzlich soll ggf. ja noch einer der beiden IV Naldo/Affolter gehen) und auch die Gehaltskosten wären weiter gesenkt.