Ich habe mir dieses pflaumenweiche Interview auf Radio Bremen auch mal angehört. Wenn man daraus überhaupt irgendwelche Schlüsse über die Sichtweise von TS auf die abgelaufene Saison und die Zukunftsperspektive des SVW ziehen kann, dann die:
- TS hält die Hinrunde der Saison 11/12 tatsächlich für eine gute Leistung,
- er glaubt, die gegenwärtige Kritik sei im Wesentlichen eine "emotionale" Reaktion.
Selbst wenn man in Betracht zieht, dass sich der Trainer natürlich (bei Rücksprache mit der Presseabteilung) eine Sprachregelung für alle möglichen naheliegenden Kritikpunkte zurechtlegt, deutet das für mich schon auf ein gewisses Maß an Betriebsblindheit hin.
Wie bereits gesagt wurde, ist nicht ernsthaft zu erwarten, dass TS in einem Interview Selbstbespiegelung betreibt. Was hinter den Kulissen tatsächlich an Analyse und Aufarbeitung passiert, können wir nur spekulieren. Insofern dreht sich die Diskussion hier im Forum auch ständig im Kreis, was die Einsichtsfähigkeit und Flexibilität von TS betrifft, und das seit Wochen.
Mir persönlich scheint es allerdings logisch, dass nach 13 Jahren Dauerstress einfach die Luft fehlt. Da hält man sich an altbewährten Mechanismen fest ("konzentriert arbeiten") und macht Lippenbekenntnisse in Richtung öffentliche Kritik ("kann die Fans verstehen, wir sind ja auch enttäuscht"). Ich fürchte, was hier gestern jemand sagte, dass TS möglicherweise den idealen Absprung verpasst hat, hat eine ziemlich große Plausibilität.