Allgemeiner Politik Thread

Netanjahu und sympathisch, ích glaube, hier wird Geschichtsverfälschung betrieben. Er ist derjenige, der seit Anfang der 90er den Friedensprozess hintertreibt. Bei der Einschätzung Baraks stimme ich Maddin zu. Nur lässt Maddin den extrem rechtsgerichteten Liebermann (Innenminister) unerwähnt. Wie kann man somit die Regierung in Israel dann als geeignet für eine Friedensschluss ansehen?

Israelhass wird es solange geben, solange es nicht zu einer Befriedigung der Palaästinenser kommt. Der israelische Staat existiert zwar, aber es erkennt das Existenzrecht der Palästinenser in einem eigenen Staat zu leben nicht an. Das Existenzrecht Israels wurde auf der Grundlage der Schaffung zweier unabhängiger Staaten in Palästina durch die UNO anerkannt. Solange es keinen zweiten Staat für die Palästinenser gibt, wird es Isrealhass geben. Das hat dann nicht mit Antisemitismus zu tun sondern mit Umsetzung von Völkerrecht. Dass Satre die Situation so verkürzt wiedergibt, führe ich auf die Egozentrik von Menschen zurück.
 
In Jerusalem gibt es derzeit eine für israelische Verhältnise ausgesprochen stabile Regierung, die einer großen Koalition nicht unähnlich ist. Netanjahu ist von seiner geistigen Schärfe und politischen Positionierung vielleicht am ehesten mit Schäuble in Deutschland zu vergleichen. Barak ist als zweitwichtigster Mann im Schlüsselressort für Verteidigung der Chef der israelischen Arbeitspartei, also der Sozialdemokraten. Er ist verhandlungs- und kriegserfahren, gilt als Israels höchstdekorierter Soldat.

Ich wüsste nicht, welche beiden anderen Politiker derzeit in dieser schwierigen LAge und in Anbetracht des Atomkonflikts mit dem Iran, bei dem es um nichts weniger geht als eine einigermaßen gesicherte Existenz ISraels, diese beiden Positionen besser bekleiden könnten.
die zweitwichtigste Partei der aktuellen Koalition nach Likud (27 Sitze) ist nicht die Arbeiterpartei (13 Sitze) sondern die rechtsnationalistische russische Immigranten-Partei "Yisrael Beitenu - Unser Haus Israel" (15 Sitze) von Lieberman, der auch Außenminister ist. Dann ist auch noch die religiös-ultraorthodoxe Schas-Partei (11 Sitze) mit an Bord.

Nicht nur hinsichtlich Zweistaaten-Lösung und Siedlungspolitik gibt es erheblich Meinungsunterschiede zwischen den Koalitionären. Und wenn es in diesen Fragen überhaupt Entscheidungen gibt, dann bleibt die Arbeiterpartei auf der Strecke. Insgesamt ist die Koalition ein Spiegelbild einer aufgrund demographischer Entwicklungen (die Ultraorthodoxen) und der Immigration (die "Russen") inzwischen sehr diversifizierten Bevölkerungsstruktur Israels. Das, was du Stabilität nennst, würde ich eher eine Pattsituation nennen, in der keine Partei den nötigen Rückhalt für mutige Entscheidungen hat, weil zu verschiedene Klientele bedient werden müssen.
 
Das stimmt wohl. Allerdings denke ich, dass Netanjahu mit seiner Siedlungspolitik manches Mal vieles an Sympathien kaputt macht, was er sich vorher aufbaut. :(

Netanjahu betreibt keine aktive Siedlungspolitik. Der letzte Premier, unter dem noch eine expansive Siedlungspolitik betrieben wurde, war Rabin. Heute werden vor allem in Ostjerusalem und in den Siedlungen des jerusalemer Umlades hin und wieder neue Wohnungen gebaut, weil dort Wohnungen knapp und teuer sind. Das ist aber kein Siedlungsbau. Das Siedlerthema ist überwiegend antiisraelische Propaganda und der "jüdische Siedler" hat in der antisemitischen Hasspropaganda den Itzig abgelöst.

Was die Schas-Partei und die Russen-Partei von Liebermann angeht: Das Programm von Schas ist ausgesprochen innenpolitisch geprägt und Liebermann ist ein Phänomen der russischen Einwanderer wie schon gesagt, um deren Integration sich Israel mal wieder verdient macht. Man darf ja nicht vergessen, dass ISrael jährlich tausende von Antisemitismus verfolgte aufnimmt, seit dem Ende des Ostblocks hunderttausende aus der Ex-Sowjetunion, unter denen sicherlich auch viele waren, die man hierzulande als "Wirtschaftsflüchtlinge" ausgrenzen würde. Und jährlich verlassen nach wie vor tausende Juden Länder wie Schweden oder Frankreich, wo sie permanenter Gewalt und antisemitischer Diskriminierung ausgesetzt sind.

Dass nun Liebermann ein unangenehmer und rechtspopulistischer Politiker ist, stimmt. Was nicht stimmt, ist dass er einen größeren politischen Einfluss ausüben kann als Barak, weil Barak im Gegensatz zu Liebermann in ISrael ein politisches Schwergewicht, über die PArteigrenzen hinweg angesehen ist. Insofern war seine Entscheidung, dieser 4-Partein-Regierung mit einer stabilen Mehrheit beizutreten, goldrichtig.

Diese Regierung hat ja im Übrigen, was auch kein deutsches Medium berichtet, in der Palästina-Politik erheblich Erfolge erzielt. Durch eine verbesserte Kooperation mit der Westbank-Verwaltung und Wirtschaftsprogramme ist die Wirtschaft in der Westbank stark gewachsen. Es besteht durchaus die Hoffnung, dass eine solche Entwicklung, solange es auch weiterhin Austausch zwischen beiden Seiten gibt und wirtschaftspolitische Pragmatiker auf beiden Seiten das Heft des handelns behalten, die Westbank eben nicht den Weg Gazas geht.

Dass an dieser Entwicklung natürlich jüdische Firmen, jüdische Siedler und der Austausch zwischen Juden und Arabern maßgeblich beteiligt ist und dass ein sofortiger Abzug aller Juden aus der Westbank den Palästinensern, zumindest denen, die nicht in erster Linie ISrael schaden wollen, gar nichts nützt, sondern ihnen schadet und ihre wirtschaftliche Perspektive bedroht, wird auch nie geschrieben in diesen sogenannten Qualitätsmedien.

Mit diesem sogenannten "Friedensprozess" und erst Recht mit dem vor Geifer triefenden "Siedlerhass" wird also in erster Linie antiisraelische Propaganda betrieben. Denn weder ist die Lage in der Westbank so schlimm, dass man dort von einem Kriegszustand, der als Gegensatz einen "friedensprozess" nötig machte, reden könnte. Vielmehr ist dort, wenn man von den leider üblichen Gewalttaten, Ritualmorden und Massakern der militanten Antisemiten absieht, die LAge so ruhig wie seit Beginn der 2. Intifada nicht mehr.

Die Frage, wie das durch die baldige Gründung eines judenreinen Palästinenserstaates, der von Israel abgetrennt wäre wie Gaza und aus dem heraus militante Gruppen Gewaltakte gegen ISrael natürlich verüben würden, verbessert werden könnte, bleiben die so eifrigen Herbeiredner eines "Friedensprozesses" im Gegensatz zum wirtschaftpolitischen Pragmatiker Netanjahu und seiner Regierung vollkommen schuldig.

Dass sie dies schuldig bleiben und dass auch Arafat und Abbas eine solche für einen Staat unerlässliche ökonomische Perspektive nie aufgezeigt haben (wobei der aktuelle Premier Fayyad in dieser Richtung flexibler agiert), beweist, dass die ISraelgegner und "kritiker" einen Dreck auf das Wohl der Palästinenser geben. Für sie sind palästinensische Flüchtlinge, palästinensische Bürger und letztendlich das palästinensische Volk nur eine Manövriermasse, die es gegen Israel einzusetzen gilt. Welche Maßnahmen zur konkreten Verbesserung ihrer politischen und ökonomischen Lage notwendig wären, interessiert keinen, es interessiert, Israel die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Ein Staat, der auf solchen Prämissen aufruhte, kann nie ein richtiger Staat werden, sondern endet notgedrungen in der Gang- und Terrorherrschaft, wie wir sie in Gaza sehen, die allein vom Wunsch auf Vernichtung der halluzinierten Wurzel allen Übels, also der Juden, noch zusammengehalten wird.
 
@maddin

ich würde den Neubau mehrerer Hundert Wohnungen in und um Ost-Jerusalem schon als "aktive Siedlungspolitik" bezeichnen. Zur Siedlungspolitik zähle ich auch die erheblichen Einschränkungen für Personen und Waren in der Westbank, die mit den ganzen Schutzmaßnahmen für die Siedlungen verbunden sind und die nach wie vor neben den Einschränkungen für Im- und Export ein erhebliches durch Israel verursachtes Problem für die Wirtschaft in der Westbank darstellen (neben den ganzen selbstgemachten Problemen wie Korruption, unfähige Verwaltung etc.).

Dass der Abzug aller israelischen Siedler (was ich so kategorisch gar nicht will) ein Schlag für die palästinensische Wirtschaft wäre, kann ich mir daher gar nicht vorstellen. Arbeitgeber sind die Siedler immer weniger, ob sie als Handelspartner eine wichtige Rolle spielen weiß ich nicht (hast Du dazu Informationen?) und Im- und Exportpartner ist sowieso hauptsächlich Israel. Das Problem sind die o.g. Folgen für Handel und landwirtschaftliche Produktion durch die Folgen der Sicherheitsmaßnahmen für die Siedler.

Neu ist mir deine Behauptung, der wirtschaftliche Aufschwung in der Westbank wäre ein Erfolg der israelischen Regierung. Welche konkreten Maßnahmen meinst Du damit?

Dass es keines Friedensprozesses bedürfe, weil es in der Westbank gerade relativ ruhig ist, finde ich eine gewagte Sichtweise, wenn ich mir die Lage Israels, Gazas und die Entwicklungen in den umliegenden Staaten vergegenwärtige.
 
Netanjahu und sympathisch, ích glaube, hier wird Geschichtsverfälschung betrieben. Er ist derjenige, der seit Anfang der 90er den Friedensprozess hintertreibt. Bei der Einschätzung Baraks stimme ich Maddin zu. Nur lässt Maddin den extrem rechtsgerichteten Liebermann (Innenminister) unerwähnt. Wie kann man somit die Regierung in Israel dann als geeignet für eine Friedensschluss ansehen?

Israelhass wird es solange geben, solange es nicht zu einer Befriedigung der Palaästinenser kommt. Der israelische Staat existiert zwar, aber es erkennt das Existenzrecht der Palästinenser in einem eigenen Staat zu leben nicht an. Das Existenzrecht Israels wurde auf der Grundlage der Schaffung zweier unabhängiger Staaten in Palästina durch die UNO anerkannt. Solange es keinen zweiten Staat für die Palästinenser gibt, wird es Isrealhass geben. Das hat dann nicht mit Antisemitismus zu tun sondern mit Umsetzung von Völkerrecht. Dass Satre die Situation so verkürzt wiedergibt, führe ich auf die Egozentrik von Menschen zurück.

Ich habe nicht geschrieben, dass Netanjahu sympathisch ist, im Gegenteil, das ist er wohl kaum...:). Ich meinte das er Sympathien verspielt, die er, bzw. sein Land bekommen, wenn mal wieder ein Palästinenser einen unsinnigen Anschlag verübt hat, oder die Zivilbevölkerung in Sderot und Ashkelon mal wieder mit Cassam-Raketen mürbe gemacht werden soll. In solchen Situationen kann sich Israel der Unterstürzung des Westens schon sicher sein, doch mit der Siedlungspolitik wird dieser "Bonus" verspielt, das wollte ich ausdrücken. :tnx:

Im übrigen sind die meisten Israelis einverstanden mit einem Palästinenser Staat, nur einige Teile der ultra-orthodoxen, bzw. der rechts gerichteten Regierung sind dagegen. Es ist viel mehr die Hamas die geschlossen gegen die Existenz Israels ist. Nochmal: die Juden haben kein Problem damit in Frieden mit Moslems und Christen in einem Staat zu leben. Es sind die fundamentalen Moslems die keine Juden tolerieren.

Die Mehrheit in Israel weiß, dass eine Zwei-Staaten Lösung das einzig vernünftige ist. Wobei derzeit Palästina als eigenständiger Staat ohne die Hilfe Israels wohl kaum überlebensfähig wäre. Dazu hat die Hamas zu viel kaputt gemacht was Industrie und Infrastruktur betrifft, da man ja lieber in Bomben und Waffen investiert hat...:(
 
Ich weiss ja nicht, ob es unbedingt hier reinpasst, aber ich wüsste auch nicht, wo es sonst hin soll. Gerade findet ja der Prozeß gegen Anders Breivik statt. Ich verstehe das ganze jedoch nicht so ganz. Warum gibt es einen solch langen Prozeß mit soviel Aufmerksamkeit für dieses kranke Hirn, der auch noch in aller Ausführlichkeit irgendwelche wirren Ausführungen seiner Denkweise vortragen darf?
Geht es bei solchen Prozessen wirklich um die Justiz im eigentlichen Sinne oder wird nicht doch eher der Voyeurismus der Gesellschaft befriedigt?
Breivik ist doch geständig und es ist ja auch ganz klar, dass er jeden dieser 77 Morde begangen hat und das er für Rest seines Lebens weggesperrt wird. Wozu also ein solch medialer Großbahnhof ? Ist das nicht ein wichtiger Aspekt, den solch ein "Mensch" von Anfang an mit einplant ? Das er nach der Tat während den Verhandlungen noch weiter seine Denkweise verbreiten kann und Aufmerksamkeit hat und sich perfekt inszenieren kann. Man würde dem Kerl doch so richtig weh tun, wenn man ihn völlig still und leise verurteilt und seinen Taten scheinbar keine Aufmerksamkeit mehr zukommen lässt.
 
Zu Breivik hab ich auch mal nen Text geschrieben.

Für mich ist der Typ im Endeffekt ein Irrer, wenn natürlich auch einer, der nicht losgelöst vom gesamtgesellschaftlichen Wahn gesehen werden kann. Trotzdem vermute ich, dass seine öffentlichen Auftritte keinen großen Schaden anrichten, weil sein Wahn (sein krudes Manifest habe ich angelesen) zu individuell und zu sehr an seine Person gekoppelt ist, als dass er Unterstützer haben könnte.

Ihn zwanghaft für zurechnungsfähig zu erklären, finde ich darüber hinau ebenfalls fragwürdig. Warum übergibt man ihn nicht den Ärzten und Psychiatern, vielleicht können die von ihm noch Erkenntnisse gewinnen.
 
Ich würde diesen Haufen schon aus dem Grunde nicht wählen, weil ich kein Bock darauf habe jemanden für 4 Jahren einen gutdotierten Job zu verschaffen, obwohl er von Tuten und Blasen keine Ahnung hat.
 
Ich weiss ja nicht, ob es unbedingt hier reinpasst, aber ich wüsste auch nicht, wo es sonst hin soll. Gerade findet ja der Prozeß gegen Anders Breivik statt. Ich verstehe das ganze jedoch nicht so ganz. Warum gibt es einen solch langen Prozeß mit soviel Aufmerksamkeit für dieses kranke Hirn, der auch noch in aller Ausführlichkeit irgendwelche wirren Ausführungen seiner Denkweise vortragen darf?
Geht es bei solchen Prozessen wirklich um die Justiz im eigentlichen Sinne oder wird nicht doch eher der Voyeurismus der Gesellschaft befriedigt?
Breivik ist doch geständig und es ist ja auch ganz klar, dass er jeden dieser 77 Morde begangen hat und das er für Rest seines Lebens weggesperrt wird. Wozu also ein solch medialer Großbahnhof ? Ist das nicht ein wichtiger Aspekt, den solch ein "Mensch" von Anfang an mit einplant ? Das er nach der Tat während den Verhandlungen noch weiter seine Denkweise verbreiten kann und Aufmerksamkeit hat und sich perfekt inszenieren kann. Man würde dem Kerl doch so richtig weh tun, wenn man ihn völlig still und leise verurteilt und seinen Taten scheinbar keine Aufmerksamkeit mehr zukommen lässt.
Jursitisch interessiert mich dieser Fall nicht die Bohne. Ich weiß auch nicht warum da so ein Wind darum gemacht wird, was er grüßt und sonstwie von sich gibt. Wenn du einen Mückenstich zerkratzt, blutet das. Wenn du ihn das zehnte Mal zerkratzt, kommt immer noch Blut raus. Sensation.

Mich interessiert allerdings - und wir haben hier im Forum doch einige Skandinavien-Freunde - die politische Seite (und deshalb finde ich den Thread auch nicht verkehrt). Gibt es vielleicht eine gewisse Gruppe an Leuten, bei denen seine Ergüsse Anklang finden? Denken seit dem letzten Juli mehr Leute in Norwegen so, wie er es tut? Geht möglicherweise eine wirkliche Gefahr von diesem Mann aus?
 
Gibt es vielleicht eine gewisse Gruppe an Leuten, bei denen seine Ergüsse Anklang finden? Denken seit dem letzten Juli mehr Leute in Norwegen so, wie er es tut? Geht möglicherweise eine wirkliche Gefahr von diesem Mann aus?

Also dass Gefahr von ihm ausgeht oder zumindest ausging, beweist seine Tat.

Sein "Manifest", über tausend Seiten zusammenkopierter Wahn, belegt zwar einerseits seine Randständigkeit und die Unmöglichkeit, seiner "Ideologie" zu folgen. Das gilt aber sicherlich nicht für seine Taten. Kein Wahn in dieser weltweiten Gesellschaft ist so individuell und einzigartig, dass es nicht noch welche gäbe, die ihn teilten.
 
Achja, hier mal ein guter Blogbeitrag, der den Leuten, die immer von einem "Palästinenserstaat" als Lösung aller Probleme und als eine sinnvolle Option für Ostjerusalem reden, mal klar machen sollte, wer da in der palästinensischen Autonomiebehörde wie herrscht:

(...)
Und wer in dieser Woche die Nachrichten aus Israel und der Westbank verfolgte, der konnte ein weiteres Beispiel für die zivilisatorische Rückschrittlichkeit von Mahmoud Abbas Regime beobachten. Denn nicht zum ersten Mal wurde in palästinensischen und israelischen Medien darüber berichtet, dass ein einfacher Palästinenser verhaftet und nach einem überstürzten sowie geheimen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt wurde. Das Vergehen von Muhammed Abu Shahala war, dass er angeblich in Hebron ein Grundstück an Juden verkauft hatte!

Das Todesurteil kann offiziell nur nach der Unterzeichnung durch Mahmoud Abbas ausgeführt werden und höchstwahrscheinlich wird es keine Hinrichtung durch die PA geben. Abbas weiß genau, dass dies an seinem Saubermann-Image kratzen würde. Doch der Verurteilte Abu Shahala wird auf die eine oder andere Weise „verschwinden“, entweder durch außergerichtliche bzw. inoffizielle Hinrichtungen, die bei den palästinensischen Sicherheitskräften keineswegs eine Ausnahme sind, oder aber durch Lynchjustiz der palästinensischen Bevölkerung, die tagtäglich von Abbas‘ Medien zum Hass gegen „Volksverräter“ aufgestachelt wird.

In Deutschland herrscht beredtes Schweigen zu diesem ungeheuerlichen Vorgang. Aber warum sollte man es hierzulande plötzlich anstößig finden, dass ein Palästinenser, der sein Grundstück an jüdische Israelis verkauft hat, zum Freiwild erklärt wird. Das Wegschauen in solchen Fällen hat in Deutschland leider Tradition. Oder haben Sie eine Protestnote vom ehemaligen Außenminister Steinmeier vernommen, als im April 2009 ein Palästinenser für dasselbe Vergehen von einem palästinensischen Militärgericht zum Tod durch den Strang verurteilt wurde? Oder vom jetzigen Außenminister Westerwelle, als im September 2010 Todesurteile für Palästinenser, die ebenfalls Grundstücke an Juden verkauft, von palästinensischen Gerichten bestätigt wurden?

Eine Statistik der Organisation B‘Tselem listet 103 Todesurteile gegen Palästinenser seit 1995 auf (das letzte Todesurteil ist darin noch nicht enthalten), wovon zwei Drittel auf die PA entfallen und ein Drittel auf die Hamas. Offiziell wurden 23 Palästinenser hingerichtet, 8 wurden in der Haft der PA ermordet, 3 nach ihrer Flucht und 2 „verschwanden“.
(...)

http://geniusloci.blogsport.de/2012/04/18/von-kritik-keine-spur/
 
Was geantwortet werden muss



Was sollte ich Günter Grass antworten!

Ich suche
Ich überlege
Ich wäge und wäge jeden Buchstaben ab
Ich untersuche jeden Buchstaben, einen nach dem anderen
Ich füge sie zusammen mit höchster Vorsicht …

Zahlreich sind sie, die nur darauf warten, jedes Wort zu greifen,
Jeden Satz
Um zu deformieren
Um uns anzuprangern
Um uns zu verurteilen.

Was kann ich Günter Grass antworten?

Ein Abgrund trennt uns

Ich,
nach Jerusalem zurückgekehrt
weil ich glaube
an diese antiquierten Dinge,
an diese versteinerten Mumien
aus den Museen des Exils entlassen
und plötzlich wiederbelebt:
an die Bibel, die Propheten, das Gelobte Land und sogar,
auch wenn ich dir altmodisch erscheinen sollte, an Gott.

Ich,
nach Jerusalem heimgekehrt
auch in der Hoffnung
mich hinzusetzen
vielleicht eines Tages
zu trinken
mit arabischen Freunden
ein Glas Tee
in Ramallah.

Du,
ein deutscher Dichter
schon mit 17 Jahren
zu U-Booten hingezogen,
Hitlers U-Booten,
die den Tod
auf den Ozeanen säten.

Du warst ein SS
Ein Jugendfehler …
Für uns war die Shoah
Ein Riesenfeuer von
Den Nazis, von der SS entzündet
Für unsere Jugend
Für das Volk der Bibel

Was kann ich dir antworten, Günter,
du, der sich unverschämter Weise
als Überlebender bezeichnet?

Dieser Abgrund, der uns trennt,
den dein Deutschland gegraben hat
die Führer aus dem Iran,
diese gläubigen Männer
brüllen jeden Tag,
dass sie noch einmal
das Volk der Überlebenden,
die Echten, das Volk Israels,
in diesen Abgrund hineinwerfen wollen.

Sie wollen Atombomben
zu friedlichen Zwecken
Sie wollen Langstreckenraketen
zu ökumenischen Zwecken
Für ein klares Ziel.

den Frieden in der Welt zu schaffen,
den Frieden der Friedhöfe.
Nicht den Frieden des wahren Islams
mit den Juden geteilt,
nicht den Frieden aus Andalusien
nicht den Frieden der Dichtung, der Mystik, der Musik.

Sie wollen den Frieden der Taliban,
der eingeschüchterten, geschlagenen, eingesperrten und gesteinigten Frauen,
den von schwarzen Trauerschleiern umhüllten Frauen,
den Frieden der Tausenden von Kindern,
in den Krieg gegen den Irak gezwungen,
den Frieden des Iranischen Volks
dieses zivilisierten Volkes
als erstes gegen die Diktatoren erhoben
den Frieden dieser Männer, Frauen, Kinder, Studenten
geschlagen, vergewaltigt, eingesperrt
den Frieden eines ganzen geknebelten Volkes.

Was soll ich sagen, damit du endlich verstehen kannst?

Ist dir klar, dass Israel, dieses unermesslich große Land
kleiner ist als in Frankreich
die Normandie … oder die Bretagne
Dass Israel genauso unermesslich groß wie Lothringen ist
oder das deutsche Land Hessen

Soll ich dir sagen, dass der Iran und die Türkei zusammen
die gleiche Einwohnerzahl haben wie Russland.

Russland gegen Lothringen

Und es gibt auch noch Syrien, den Irak, die Hisbollah,
die Hamas, Gaza und seine tausenden Raketen,
den Sinai voller Terroristen, den hinkenden ägyptischen Frieden und
noch weiter entfernte andere islamische Länder
Fläche etwa wie ganz Europa.

Europa gegen Lothringen

Also entschuldige bitte, Günter
Aber ich will nicht
Wir wollen nicht
In diesen Abgrund
der uns von dir trennt, hineinfallen
weil wir wissen
dass wir in der Tiefe dieses Abgrunds
die Millionen jüdischen Leichen,
die Hitler, die SS und Nazi-Deutschland
ermordet haben
wiederfinden werden.

Und siehst du jetzt, Günter
Ich habe gefunden, was ich dir sagen wollte.

Nimm dein Gedicht
und bringe es in den Iran
du wirst dort mit offenen Armen erwartet,
um dir zu gratulieren.

Sag ihnen, dass das jüdische Volk den Frieden will
aber, wenn ihre militärischen Führer
uns bedrohen, mit atomarer Ausrottung
weiterhin bedrohen
werden wir es nicht zulassen, dass
sie Waffen produzieren, um uns zu zerstören.

Wir werden das iranische Volk nicht auslöschen,
wie du es jämmerlich behauptest.
Wir werden die Kernkraftwerde liquidieren
bevor es zu spät wird
in der Hoffnung
dieses große gefesselte Volks zu befreien.

Gehe und sag es deinen Freunden,
dass wir, sie und wir, den gleichen Gott haben
und sag ihnen, sie sollen ihre Augen und Ohren aufmachen.
Gott hat sich schon zu unserer Gunst entschieden.
Er hat uns das Land, in dem Milch und Honig fließen
zurückgegeben
Die sechs Millionen Juden,
die die Nazis verbrannt haben,
sind jetzt wieder lebendig in Israel!
Sie sind auferstanden,
wie der Prophet Ezechiel es angekündigt hat.

Kündige überall die gute Nachricht
die Auferstehung Israels
den Wiederaufbau Jerusalems

Und ich würde dir gerne meine Traurigkeit ausdrücken.
Du bist ein großer deutscher Schriftsteller
mit 84 Jahren, als reumütiger Ex-Nazi
du hast alles gesehen, alles gehört
du weißt alles
du hättest dich erheben können,
um die Wahrheit zu sagen,
um den Holocaustleugnern die Wahrheit über die Shoah zu verkünden
um das Iranische Volk über die Wahrheit über deren Nuklearabsichten aufzuklären,
denn diese sind existenzbedrohend für die ganze Menschheit.

Du, „ein Gewissen“, ein Nobelpreis.
Du hättest deine Jugendschuld, deine SS-Schuld begleichen können
Du, der unser ganzes Leiden gesehen hat
Du hättest dann bewiesen, dass du dich wirklich geändert hast,
dass Deutschland sich geändert hat.

Aber du hast es nicht getan
Du hast es vorgezogen, dich der „Meute“, der knurrenden Meute anzuschließen,
der Meute, die mit den Wölfen heult, die dieses kleine Land umzingelt

Das ist der Grund, weshalb ich dir fortan nichts mehr zu sagen habe.
Erspare uns deine Gemütsbewegungen.
Und du sollst wissen, Günter Grass,
dass ich weiter davon träumen werde,
obwohl es dich gibt, von dem Tag
wo ich das Risiko eingehen kann, ohne gelyncht zu werden
mich hinzusetzen,
zu trinken
mit arabischen Freunden
ein Glas Tee
in Ramallah.

von Claude Salama
(aus dem Französischen übersetzt von Margaret Traub)
 
Interessant zu lesen, aber es enthält keine neuen Erkenntnisse. Günther Grass steht doch nicht auf der Seite der Mullahs und gegen das iranische Volk. Das Land Palästina steht auch den Palästinensern zu. Israel wird immer schwächer dargestellt als es tatsächlich ist, dabei ist Isráel mit Abstand auch konventionell die stärkste militärische Macht, alle Kriege hat Israel bis jetzt klar gewonnen. Und glaube mir, Grass weiß ganz genau, dass es auf beiden Seiten (Israelis/Palästinenser) viele Menschen gibt, die zusammen friedlich zusammen leben wollen. Atomprogramm der Iraner zerstören wollen, aber selber welches haben. Nicht, dass ich missverstanden wird, bin klar gegen einer Bombe in Händen der Iraner.
 
Er enthält eben das, was auf Grass' Propagandamachwerk in Gedichtform geantwortet werden muss. Das mag nichts neues sein und an Leute wie Grass verschwendet, aber richtig bleibt es allemal.
 
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