So hast du nur Unruhe - bei uns ist vielleicht zu ruhig - bei denen ist nur unruhig. Wo ist die gesunde Mitte? Gibts die überhaupt und will man die anstreben?
Das ist die entscheidende Frage, die mich seit etwa 3 Jahren beschäftigt!
Unter dem Strich komme ich immer wieder zu dem Schluss, dass es so wie derzeit einfach nicht weitergehen kann, d.h. dass wir die Gratwanderung zur nächsten Stufe nicht schaffen bzw. nicht wollen. Letzteres führt dazu, dass wir uns schleichend rückentwickeln und merken`s gar nicht. Das wiederrum macht Dich fix und fertig, wenn Du nur ein bisschen Werder-Anhänger bist.
Ich denke schon, dass es die gesunde Mitte gibt. Sehen wir uns den HSV an! Zwar haben die nicht unsere Erfolge der letzten 20 Jahre vorzuweisen (noch nicht!), aber den Sprung vom ,,Holterdipolter" - Verein zu einer gewissen Seriösität haben sie längst geschafft, trotz eines hitzigeren Umfeldes und einer grossen Medienlandschaft. Wenn die lernen, so gut wie Werder mit dem Geld und steigendem Erwartungsdruck (den es im Grunde bei uns ja nicht gibt) umzugehen, werden sie uns auf Jahre hinaus abzuhängen in der Lage sein. Hätte Werder für Spieler wie Kompany und De Jong, die sich im Niveau zwischen Mittelmaß und oberem Bundesliga-Durchschnitt bewegten(wenn überhaupt), 30 Millionen Euro eingenommen, würden Allos, Born und Schaaf eine Mannschaft aufstellen, an der der HSV wiederrum lange nicht vorbeikommen würde.
Andere Beispiele wären Leverkusen (wenngleich denen ihre chronische Versagensangst in wichtigen,entscheidenden Saisonphasen immer wieder den Strich durch die Rechnung macht, wenn`s darum geht, etwas einzufahren) oder Wolfsburg (wobei hier Umfeld und Medien immer noch ein überschaubares Maß haben). Mittlerweile kannst Du sogar Frankfurt dazuzählen.
Das sind alles keine Vereine, die für mich ein Vorbild sind, weil Werder ist Werder und hat seine eigene Identifikation. Trotzdem schadet es nicht, sich hier und da vielleicht mal an etwas zu orientieren. Wie gesagt so wie seit 2006 kann`s einfach nicht weitergehen - Platzierungen 2-3 hin oder her - sonst fürchte ich - und habe das ja nun immer betont - wird`s den Marsch in eine Richtung geben, die schwer abzuschätzen ist, aber kaum für Werder gut ausgehen wird.
Der Spieler Tziolis scheint der richtige Mann zur richtigen Zeit zu sein. Das credo von Frings "man muß das Ding dann auch mal einfach weghauen" hat er selber ja am allerwenigsten drauf und er baut ja mit seinen Aufbaufehlern ja auch gerne die größten Böcke - bei unserem vorgerückten Spielsystem Gift. Unsere Schönspieler wollen sich mit Schönspielen helfen. Da kommt ein Mann vom Groben richtig (wie damals Votava - so meine erste einordnung. Gegen Cim Bum hat er bei einer seiner aktionen Gegner, eigenen mann und Pille wegtransportiert - großes Tennis! Das nenn ich ABRÄUMEN bzw. KOMPROMIßLOS).
Cim Bum = Galatasaray (wegen ihres Schlachtrufes ihr Spitzname)
Zu Eindrücken einiger Spieler:
Tosic wirds nicht mehr lernen. Gegen Bursa rannte er wieder außen neben seinem Mann her - das ist tödlich für nen AV. Wenn man Boenisch bändigen kann und das Ungestüme rauskriegt (wenn er seinen Gegner "kommen" lassen kann geht er zu schnell "ran" bzw. "auf Zweikampf" - das braucht er nicht und macht das Spiel dadurch "zu schnell"), dann wird das vielleicht was. Niklas Andersen wird einer - vielleicht sogar noch eher als Prödl. gutes Stellungsspiel darf aber kompromißloser sein - als IV klärt man, wenn man meint klären zu können - ansonsten fallen Tore wie gesehen (Besiktas Spiel). Andereseits hätte Schnapper wiese da gestanden, hätte der die dinger da abgefischt.
100% einverstanden. Alles genau auch meine Gedanken.
pellatz war zu zögerlich - der wird da nichts, weil ist "Fiedlerschule" zu linienverliebt.
Ist da so? Ich kenne den noch aus der A-Jugend, und da war`s eines der grössten Torhüter-Talente, die ich in Deutschland in den letzten 10 Jahren gesehen habe - sowohl im Rauslaufen als auch in der Strafraumbeherrschung.
Deswegen habe ich damals auch unheimlich frohlockt, als Werder ihn verpflichtete.
Spiele gewinnt die Mannschaft, die entschlossener und leistungsbereiter sind. Das ist schließlich auch der Grund, warum wir spielerisch grundsätzlich bessere Mannschaften, wie z. B. Real Madrid, Mailand und co. geschlagen haben. Diesen Einsatz braucht man aber auch gegen Cottbus oder Gladbach. Darin liegt meines Erachtens die Crux!
In der Double-Saison hat sich die Mannschaft in einen regelrechten Rausch gespielt. Die wollten alle gewinnen. Dieses Gefühl hat man in dieser Saison nicht!
1. Erfordert Entschlossenheit und Leistungsbereitschaft eine Motivation, vor allem den Umgang mit entstehendem Selbstanspruch - hier liegt bei Werder einiges brach, was hinlänglich diskutiert und vielschichtig begründet wurde.
2. Muss dazu aber auch die Tagesform stimmen und die Leistungsdichte im Kader sowie die Verletztenrate entsprechend sein.
3. Hatte Werder in der Double-Saison die richtigen Spieler für Schaaf`s angedachte Spielweise und System, was heute nicht mehr passt. Hatte Werder keine Europapokalbelastung (abgesehen von der UI-Cup Blamage gegen FC Pumuckel Pasching). Hatten die Gegner noch lange nicht den Respekt wie heute. Spielten damals andere Titelfavoriten komplett unter Niveau oder waren wegen der Kirch-Krise angeschlagen. Einen solchen Vergleich halte ich daher für unangebracht.