Klaus Allofs

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:tnx:

Das spräche aber nicht gegen Schaaf, oder?

Nö, das nicht.

Was gegen ihn spricht, sind eher die teuren Spieler, die er mit geholt hat in den letzten Jahren. Da war selten genau der Spieler und nicht einmal genau der Spielertyp dabei, der dieser Truppe fehlte. Und das passt für mich nur allzu gut in das Bild einer konzeptlosen Truppe, das ich seit 2 Jahren auf dem Rasen sehe.

Hätte Schaaf erkannt, wo die zentralen Defizite des Teams liegen, hätte er nämlich auf anderen Spielern bestehen müssen.
 
Richtig. Man kann es auch einfacher zusammenfassen. Seit dem 0:4-Debakel im Pokalfinale gegen die Bayern 2010 hatte Werder in der Bundesliga 33 Auswärtsspiele und hat davon 10 (!), also fast jedes dritte (!!!), mit drei oder mehr Toren Differenz verloren.


Das muss man sich in der Tat mal auf der Zunge zergehen lassen! Das ist die Bilanz eines Absteigers. Diese Zahlen kann man gar nicht oft genug herausholen um das Versagen von TS darzustellen. Allofs trägt hier eine Mitschuld, da kaum ein Transfer der letzten Jahre uns wirklich vorangebracht hat. Dennoch: Wenn man sich auswärts gerne mal so richtig Prügel abholt, dann werfe ich das hauptsächlich dem Trainer und dem Team vor. Man kann ja verlieren, auch mal 0:4, aber nicht in dieser Häufigkeit.

Das beste an diesem Schlaumeierspruch ist, dass es tausend Beispiele gibt, wie man tagtäglich in der Welt der Unternehmen (oder bei Werder Bremen) mit toten Pferden umgeht:

Wir besorgen eine stärkere Peitsche.
Wir führen ein Jahresgespräch mit dem Pferd und erhöhen seine Leistungsanforderungen.
Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
Wir suchen Berater, die uns bestätigen, dass das Pferd noch nicht ganz tot ist.
Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
Wir spannen mehrere tote Pferde zusammen, um ihre Teamfähigkeit zu verbessern.
Wir stellen Vergleiche zwischen unterschiedlich toten Pferden an.
Wir ändern die Kriterien, die besagen, ab wann ein Pferd tot ist.
Wir erstellen eine tolle Power-Point-Präsentation darüber, was das Pferd könnte, wenn es noch lebte.
Wir erklären, dass unser Pferd "besser, schneller und billiger" tot ist.
Wir stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten, und erklären dies zum Normalzustand.

und ungeschlagen:

Wir sagen: "So sind wir schon immer geritten."



Schön zu beobachten hier im Forum.

:thumb::D:lol::lol::lol: Großartig und trifft die Situation bei Wrder genau!
 
Nö, das nicht.

Was gegen ihn spricht, sind eher die teuren Spieler, die er mit geholt hat in den letzten Jahren. Da war selten genau der Spieler und nicht einmal genau der Spielertyp dabei, der dieser Truppe fehlte. Und das passt für mich nur allzu gut in das Bild einer konzeptlosen Truppe, das ich seit 2 Jahren auf dem Rasen sehe.

Hätte Schaaf erkannt, wo die zentralen Defizite des Teams liegen, hätte er nämlich auf anderen Spielern bestehen müssen.

Mag sein! Vermutlich hat er einfach darauf vertraut, dass sich Spieler wie z.B. Wesley, Arnautovic, u.a. einfach leichter in die Mannschaft integrieren lassen! Das hätte ich mir auch erhofft!
 
Natürlich hat TS auch seine Fehler bei den Neuverpflichtungen gemacht, aber ich wehre mich dagegen, dass er nicht erkannt hat, wo es hapert und wir das hier so ganz leicht sehen können. Das ist mir zu einfach. Es kann zum Beispiel auch daran liegen, dass TS, der die Spieler ja täglich im Training sieht, einem Spieler X im Kader einen großen Leistungssprung zutraut und deshalb dort kein Spieler geholt wird um dessen Entwicklung nicht zu blockieren. Dann schafft der Spieler aus welchen Gründen auch immer diesen Sprung nicht und alle sagen: wie konnte man denn auf der Position keinen neuen Spieler holen.
Und ich sage nochmal: meiner Meinung nach spielt das Glück bei Neuzugängen eine viel größere Rolle, als viele denken und viele Verantwortliche auch zugeben wollen. Sicher nicht, wenn du einen Ribery für 25 Millionen holst. Da weisst du, was du bekommst. Aber sicher bei Spielern in unserem Preissegment.
 
Mag sein! Vermutlich hat er einfach darauf vertraut, dass sich Spieler wie z.B. Wesley, Arnautovic, u.a. einfach leichter in die Mannschaft integrieren lassen! Das hätte ich mir auch erhofft!

Und ich erhoffe mir, dass ein neuer, ehrgeiziger, junger und akribischer Trainer hier deutlich mehr Elan und Zielgenauigkeit an den Tag legt, sich richtig reinkniet und mit anderen Vorschlägen kommt. Dass Schaaf jetzt nach Jahren dieser Baustelle mit einem taktisch klugen 6er als Neuzugang kommt, wäre für mich fast ein Wunder.
 
Also:

Hat man bei KA, Deiner Meinung nach, den Zeitpunkt einer Beurlaubung verpasst?

Oder würdest Du nicht auch TS diese Chance einräumen?

Die Frage ist doch eher, wie lange man jemanden solche Phasen zugesteht, bis sie wieder die Kurve bekommen.

Ich hoffe du meinst nicht Sokatis?? der ist sicher nach der Saison wieder weg.

Und selbst wenn. Dann war es trotzdem ein Topptransfer von KA.
 
Danke. Sehr gute Ergänzung. So ähnlich hatte ich es in Erinnerung, aber nicht mehr ganz so präsent. Ich begreife das aber nicht als "Gegenargument" sondern als Unterstützung meines Beitrags. Denn es zeigt genau auf, das man scheinbar das etwas größere Risiko scheute, um das sichere Risiko zu wählen. Oder anders ausgedrückt: Die damalige Kurzsichtigkeit und Ängstlichkeit leitete die strukturelle Krise ein, unter der Werder jetzt und auf Dauer die nächsten Jahrzehnte leiden muss.

Der Stadionneubau wäre eine Belastung und ein Risiko gewesen. Aber eine Investition mit Weitblick in die Zukunft. Die gewählte Lösung war die scheinbar "sichere" Alternative, sicher eben auch darin, niemals dauerhaft auf jene "Stufe 2" hinter den Bayern kommen zu können.

So hat man dann nach den Umbauten Ende der 80er Jahre den Vorwand kreiert, weiterhin vor der Aufgabe zu scheuen wie ein bockiges Springpferd vor dem Hindernis. Und man hat sehenden Auges weiter unglaublich viele Millionen in eine Sackgasse gepumpt.

Und damit hat man strukturell die Möglichkeit verhindert, das zu schaffen, was die Fans jetzt fordern: Eine Erfolgsperiode dauerhaft machen zu können.

Das Stadionprojekt liegt immer noch in der Schublade, wenn auch angestaubt, wes war wohl nicht mehr als eine Drohgebärde. Es wurde nicht wegen der damaligen Unatraktivität des Fußballs an sich gestoppt.

@Bremen
Der eine glaubt so, der andere glaubt so (Stichwort Investor). Die aktuelle Attraktivität ist eine Sache, daß was der Investor dafür bekommt, eine andere. Mit Beluga war man ja schon fast soweit: Firmenchef sitzt dann mit im AR und darf/kann mitbestimmen wo die Sponsor/Investorgelder investiert werden. So ein Konstrukt kam schon 2007 auf - als bwin unser Hauptsponsor war - auf.

Wg. Trikotpartner: Werder hat ne Garantiesumme von 8 Mio abgeschlossen die auf bis zu 12 Millionen anwachsen kann und diesen 1 mal verlängert. Zum selben Zeitpunkt haben andere Vereine 6 Mio Garantie bekommen, die auf bis zu 8 Mio anwachsen können. "Evonik" zahlt bei Dortmund erst seit der Meisterschaft mehr als Targo bei Werder. Da von "zu wenig rausgeholt" suggerieren halte ich für Käse.

Wg. Ausrüster: Der aktuelle Vertrag von Werder liegt ca. 1,5 Mio vor dem, was Dortmund bekommt. Dortmund wechselt deswegen zu Puma nach dieser Saison. Unser Vertrag läuft 2014 aus und da ist noch gar nicht absehbar, ob und welche "aktualität" dann in einen Neuvertrag einfliesst.

Ich respektiere deine eher pessimistische Sichtweise für die Zukunft (auch wenn ich sie nicht teile) jedoch kann man konstatieren, was Tatsache ist, das sich der Verein seit 2002 enorm gut aufgestellt hat und noch jede menge Tafelsilber im Schrank und in den Schubladen ist - wo es hingehört.
Verrücktheiten wie diese: Ein Stadion auf Pump verleihen, auf Pump zurückleasen und auf Pump zurückkaufen, das hat es bislang noch nicht gegeben.
 
Hältst Du die "Phase des Misserfolgs" bei Allofs eher für "Zufall", bei Schaaf eher für "absehbar"?

So würde ich das nicht sagen. Erstmal begann für mich die "Phase des Misserfolgs" bei Allofs später als bei Schaaf und es wirkt, als wäre sie auch wieder früher beendet. Und dann sehe ich bei Allofs Gründe, die zumindest diese Phase erklärbarer machen würden (private Turbulenzen, neue Situation nachdem Born weg war), die ich so bei Schaaf nicht erkennen kann. Oder anders gesagt: Schaaf hat bei mir in den ganzen Jahren weitaus öfter für Kopfschütteln gesorgt, als das Allofs getan hat.
 
Sollte KA nicht auch mal unter 4 Augen mit den Führungsspielern sprechen und sie Fragen, woran es ihrer Meinung nach liegt? Oder andersherum, sollten Führungsspieler bzw. Mannschaftsrat nicht zu KA gehen und es offen ansprechen, wenn sie die Arbeit von TS also so schlecht empfinden und sich taktisch so schlecht eingestellt fühlen auf die Gegner?
Denn wenn das soviele Fans so sehen, dann sollten es doch zumindest die Spieler so sehen, wenn die Führungsetage schon betriebsblind ist.

Welche Führungsspieler ? Die, die gehen oder die, die keine mehr sind ?

Das niemand zu KA geht, um über TS zu meckern ist auch keine Überraschung: Diejenigen, die gehen können sich das sparen (noch 3 !) und die anderen haben den "Fall Vranjes" vor Augen.

Chuck Norris hat Angst vor Thomas Schaaf.
 
So würde ich das nicht sagen. Erstmal begann für mich die "Phase des Misserfolgs" bei Allofs später als bei Schaaf und es wirkt, als wäre sie auch wieder früher beendet. Und dann sehe ich bei Allofs Gründe, die zumindest diese Phase erklärbarer machen würden (private Turbulenzen, neue Situation nachdem Born weg war), die ich so bei Schaaf nicht erkennen kann. Oder anders gesagt: Schaaf hat bei mir in den ganzen Jahren weitaus öfter für Kopfschütteln gesorgt, als das Allofs getan hat.

Für mich stellt sich die Angelegenheit umgekehrt da. Allofs hat 2007 mit CA einen eindeutigen Fehleinkauf zu verzeichnen. Danach folgten weitere Zugänge, die nicht einschlugen. Ob es an den von Dir angesprochenen Umständen lag, wissen wir nicht, können wir nur vermuten.

Schaaf muss als Trainer mit dem "Material" arbeiten, das ihm zur Verfügung steht. Insofern ist er als Trainer in gewisser Weise natürlich auch "Opfer" der nicht gelungenen Einkaufspolitik. Dass das nicht der einzige Grund ist, ist klar. Aber es liegt einfach auf der Hand! Wir werden erleben, dass auch Schaaf als unser Trainer wieder erfolgreich sein wird.

Es bleibt mir ein Rätsel, wie Allofs hier weiter geschützt wird, während Schaaf beschuldigt wird. Beide tragen Ihren Anteil an der Krise, neben Verletzungspech, Vereinsstrukturen, normalen wirtschaftlichen und sportlichen Schwankungen.
 
Schaaf muss als Trainer mit dem "Material" arbeiten, das ihm zur Verfügung steht. Insofern ist er als Trainer in gewisser Weise natürlich auch "Opfer" der nicht gelungenen Einkaufspolitik.

Und das kann ich einfach so nicht teilen, weil TS erstens definitiv in die Personalpolitik mit eingebunden ist und ihm zweitens ganz sicher kein Spieler gegen seinen Willen auf den Platz gestellt wird. Der Alberto-Transfer geht also zu 100% auf die Kappe von beiden.
 
Und das kann ich einfach so nicht teilen, weil TS erstens definitiv in die Personalpolitik mit eingebunden ist und ihm zweitens ganz sicher kein Spieler gegen seinen Willen auf den Platz gestellt wird. Der Alberto-Transfer geht also zu 100% auf die Kappe von beiden.

Und das ist einfach so zu einseitig! Weil Schaaf natürlich an den Transfers beteiligt ist, aber nicht immer seinen Wunschspieler bekommt (siehe Beiträge gestern)! Das war bei CA sicher anders, heißt aber nicht, dass diese Wunschspieler sich auch wunschgemäß entwickeln.

Du glaubst also, dass CA in Bremen nur an TS gescheitert ist? Bzw. wegen TS? Du bestreitest, dass Schaaf von dem ihm zur Verfügung gestellten Material abhängig ist?
 
Du glaubst also, dass CA in Bremen nur an TS gescheitert ist? Bzw. wegen TS? Du bestreitest, dass Schaaf von dem ihm zur Verfügung gestellten Material abhängig ist?

Das mit CA habe ich so nicht geschrieben und gemeint. Und darum geht es auch gar nicht. Sondern darum, dass CA nicht einfach von KA geholt wurde, ohne dass TS etwas damit zu tun hatte, wie es bei dir klingt. Nicht mehr, nicht weniger.
Klar ist TS von den zur Verfügung stehenden Spielern abhängig, keine Frage. Und er wird sicher nicht jeden Wunschspieler bekommen. Aber nochmal: er ist trotzdem an den Entscheidungen beteiligt, ob ein Spieler verpflichtet wird oder nicht.
 
Und das ist einfach so zu einseitig! Weil Schaaf natürlich an den Transfers beteiligt ist, aber nicht immer seinen Wunschspieler bekommt (siehe Beiträge gestern)! Das war bei CA sicher anders, heißt aber nicht, dass diese Wunschspieler sich auch wunschgemäß entwickeln.

Du glaubst also, dass CA in Bremen nur an TS gescheitert ist? Bzw. wegen TS? Du bestreitest, dass Schaaf von dem ihm zur Verfügung gestellten Material abhängig ist?

Hat er doch ganz gut geschrieben Schaaf wird kein Material "vor die Nase gesetzt" sondern er entscheidet zusammen mit KA wer kommt und wer nicht. Dabei hat Schaaf mehr die sportliche Komponente zu berücksichtigen ( Ist er eine Verstärkung und vorallem passt er ins Team/Konzept) während KA verstärkt finanzielle Dinge mit berücksichtigen muss.

Auch dann wenn ein Neuzugang nicht einschlägt muss man sich fragen ob es an der fehlenden Qualität liegt oder ob man falsch mit ihm umgegangen ist. (Schlecht integriert, auf der falschen Position eingesetzt etc)
 
Das dient Deiner Meinung nach als Entlastung für Allofs`Fehleinkäufe?

Es ist sehr schwer einzuschätzen inwieweit er Schuld an Fehleinkäufen hat oder inwieweit man da eher TS die Schuld geben muss. Die Arbeit eines GF/Sportdirektor zu bewerten ist sowieso vergleichsweise schwerer als die eines Trainers. In der Regel ist die Arbeit eines GF schlichtweg langanhaltender als die eines Trainers. Und der GF wird eher an der langfristigen finanziellen und sportlichen Entwicklung gemessen, während ein Trainer eher kurzfristig Erfolg erzielen muss.

Jedenfalls wird hier viel zu oft die Gleichung genommen. Fehleinkauf = schlechter Manager, Kracher ala Sokratis = guter Manager.

Sprich auch bei einschlagenden Spielern die gut funktionieren ist Allofs Anteil hier überschätzt und Schaafs unterschätzt.
 
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