Ich finde es ziemlich anmaßend, im Nachhinein von "Wundertüten" zu sprechen. Ich erinnere mich noch zu gut daran, mit welchen "Vorschusslorbeeren" z. B. ein Wesley hier begrüßt und gefeiert wurde, obwohl ihn doch niemand vorher in Europa hat spielen sehen. Als wenn KATS dessen Scheitern hier hätten vorausahnen müssen. Ähnliches gilt für viele anderen gescheiterten Neulinge (Moreno, Carlos Alberto etc.)
Dass sich Spieler wie Avdic, auch Ekici, kurz nach Verpflichtung verletzen, haben KATS ja nun auch nicht prognostizieren können, oder?
Ich gebe Dir teilweise recht, z.Bsp. sage ich ja immer, den Ekici-Transfer kann man niemandem vorwerfen. Damals brauchten wir dringend einen Spielmacher und Ekici hatte ne gute Saison gespielt, kannte die Liga und war einer der wenigen Spieler, die auf dieser position zu haben waren - da musste man zugreifen, ansonsten hätten sich viele beschwert.
Zu den "Wundertüten" muss man sagen: die einzig teure Wundertüte, die eingeschlagen hat, war Diego. Er ist also auf der einen Seite Beweis dafür, dass man solche Transfers nicht generell ablehnen sollte. Auf der anderen Seite fehlte mir die richtige Mischung. Wir haben in diese "Wundertüten" (ich bleib jetzt einfach mal bei diesem Begriff) immer für Werder Verhältnisse sehr viel Geld investiert. Bei Spielern aus der Bundesliga -bei denen das Risiko insgesamt doch eher geringer ist- waren wir hingegen extrem vorsichtig. Ebenso bei Verstärkungen, in Bereichen, in denen dringend Bedarf war. Irgendwie hat man da nie das richtige Mittel gefunden. Was ich meine: man hat z.Bsp. für die lange zeit sehr vakante LV Position einen Abdennour für 200.000 geholt, dann aber wieder zwischen 7 und 8 Millionen in Leute, wie Wesley und Arnautovic gesteckt, bei denen schon ein großes Risiko bestand. Mir hätte es zugesagt, wenn man seinerseits gesagt hätte...wir brauchen dringend jemanden auf links, da nehmen wir jetzt mal 3-4 Mio in die Hand, anstatt das Risiko zu scheuen, welches man dann bei den genannten Verpflichtungen ohne zu zögern eingegangen ist. Da fehlt mir ein wenig die Verhältnismäßigkeit.
Und auch wenn ich mit Diego quasi einen kleinen Gegenbeweis geleifert habe - grundsätzlich ist die Verpflichtung gestandener Spieler schon mit eher weniger Risken verbunden, siehe Huntelaar bei Schalke usw... Viele derartiger Transfer können wir uns nicht erlauben, dessen bin ich mir bewusst und einem Hunter hätten wir vermutlich auch nicht das geforderte Gehalt zahlen können, aber um in der Liga die Stärke zu halten und in der CL mal einen kleinen Schritt nach vorne zu machen, wäre es schon ratsam gewesen, nicht nur dann auf gestandene Spieler zurückzugreifen, wenn diese zum Schnäppchenpreis zu haben waren nd im Gegenzug etwas weniger in Spieler zu investieren, deren Entwicklung komplett ungewiss war. Gut, Wesley haben wir anscheinend zu nem Top-Preis verkaufen können, aber unterm Strich muss man konstatieren, dass er, Alberto und Arnautovic uns ca. 22 Mio gekostet haben. Und wenn man sagt "Wir sind Werder, wir können uns keine Top-Stars leisten" [was aufgrund unserer finanziellen Infrastruktur tatsächlich so ist], dann hätte man auch konsequent sein müssen und sagen "Wir sind Werder, wir können keine 22 Mio in Wundertüten (sorry, da ist der Begriff wieder) stecken...