Verlagern ist im Falle der Rauten-6 schwierig, weil er den Raum vor der Abwehr auf macht, wenn der Ball verloren wird (was nicht unbedingt seine eigene Schuld sein muss).
Sehe ich nicht unbedingt so. Z.B. Folgende Situation:
------x----6----------------
--x--7--x----x-8---------2--
-3--x---x-10-------------------
--x---9x----x----x11------------
Die Mannschaft hat sich an der rechten Seite festgerannt, die Passwege der Offensiven Spieler sind untereinander zugestellt, die Räume zu eng. Dürfte Werder-Fans bekannt sein. Das Spiel müsste verlagert werden. Dafür sind eigentlich alle Spieler zuständig, doch der Sechser hätte meines Erachtens am meisten Verantwortung.
Das ist eher etwas für die Doppel-6, wo einer verlagern kann, damit der andere absichert. Rauten 6er sollten eher ihre Position halten.Deswegen sind sie auch nicht modern,
Ich stimme dir zu was das Position halten betrifft (weswegen ich Bargfrede auch kritisch sehe, da er ähnlich wie Frings dies selten macht), doch ich sehe nicht, warum das nicht modern sein sollte. Im 4-1-4-1, dem zweiten großen System aktuell, muss der Sechser die Position ja auch halten. Siehe Busquets.
wie das ganze Spielsystem, weil sie recht statisch ist und die Dynamik eigentlich nur über Halbpositionen kommt. Abweichungen gibt es natürlich wie immer in der Praxis. Aber im Vergleich zu anderen Spielsystem sind die zentralen Positionen recht gebunden.
Den Part sehe ich eigentlich komplett anders. Geradie die Raute ist eigentlich das dynamischste aller Spielsysteme. Die Möglichkeiten sind vom auf die Flügel weichen der Stürmer oder des Zehners an schier unendlich. Was bei uns verkehrt läuft ist einerseit die oft mangelhafte Bewegung (mit vor allem effektiven Laufwegen) und die Spieleröffnung durch die Mitte. Da bei uns die Innenverteidiger den Ball meist nur auf die Außenverteidiger schieben, werden uns bereits im Aufbau viele Optionen genommen. Doch gerade die Hinrunde 09/10 mit dem genialen Özil hat gezeigt, wie variabel die Raute sein kann. Dahin will uns Schaaf wohl wieder bringen. Dafür brauchen wir bessere Eröffnung durch IV und DM (ich hoffe auf Sokratis, Schoppenhauer und Trybull), mehr Intelligenz im Mittelfeld (Hunt und Ignjovski auf den Halbpositionen wäre vielversprechend) und einen guten Zehner (Trinks wusste gestern zu gefallen). Einen guten Artikel zur Variablität der Raute gibt es
hier.
Hat auch Vorteile, z.B. dass die Zuteilungen der Räume ziemlich eindeutig sind, was eine wacklige Defensive recht schnell bearbeiten lassen kann. Einer der Gründe, warum Schaaf sich letztes Jahr, als es gegen den Abstieg ging, für die Raute entschieden hat.
Die Zuteilung ist nicht immer so eindeutig wie ich finde, da ist ein flaches 4-4-2 z.B. besser. Die Stabilisierung in der letzen Saison wurde mMn eher dadurch erreicht, dass man nach der Hamburg-Klatsche bis zu 7 rein defensive Spieler aufgestellt hat, die Außenverteidiger konservativer wurden und neben Pizarro (der tiefspielend für kreativität sorgte) mit Wagner ein kämpfertyp spielte. Außerdem hatte man in den ersten Spielen mit Marin, Arnautovic und Hunt vielfältige Einwechseloptionen.
Bargfrede ist modern ausgebildet und wäre in einem 4-2-3-1 noch besser geeignet.

Oder auf den Halbpositionen.
Langsam bräuchte es in diesem Forum einen Taktikthread...