@Felissilvestris
Wenn ich Dich frage, woher Du diese Vermutungen nimmst, dann meine ich das, was zitiert wurde.
Du behauptest, der Überfall würde vom 1.FCM "kleingeredet, ausgeblendet, totgeschwiegen", führst selbstverständlich auf (möglicherweise rechte) Umtriebe zurück, hast aber bisher rein gar nichts beigetragen, was diese Vorwürfe in irgendeiner Weise aufrecht erhalten könnte. Schliesslich implizierst Du "Totschweigen", "indem man lediglich mitteilen ließ, dass der Spieler aus "persönlichen Gründen" gegen den HFC fehlen werde". Hinterher schiebst Du dann "Es darf nicht sein, was nicht sein soll und wenns doch so ist, dann reden wir uns die Welt schön."
Woher weisst Du, dass der Spieler selbst nicht wollte, dass näheres bekanntgegeben wird und der FCM daher das Ansinnen des Spielers achtete? Wer sagt Dir, dass es gewaltbereite "Umtriebe" aus irgendeiner Ultra- oder gar rechten Szene waren? Kennst Du die Hintergründe? Außer "was man so liest"......
Deshalb die Frage nach dem Ursprung Deiner Vermutungen.
Das mit der reflexartigen Abwehrhaltung stimmt schon irgendwie. Es hat Gründe, aber eben nicht nur alleine die, die Maddin und Du sehen.
Daher schade, dass dieser Beitrag untergegangen ist....
...die Ursachen sind gesamtgesellschaftlich zu sehen, erstens ist ein Großteil hier im Osten in einer demokratiefreien Zone aufgewachsen mit linker Zwangsideologisierung und relativer Abschottung von anderen Kulturen und Werten. Nach dem Zusammenbruch des Systems fiel das zu DDR-Zeiten vorhandene Tabu der rechten Gesinnung weg und erschien vielen als attraktive Alternative, nach dem Motto, endlich konnte man ja mal sagen was man wollte. Dazu kam eine nur schwach entwickelte demokratische Parteienlandschaft, die sich oftmals in eigenen Grabenkämpfen lähmte, anstatt sich um die Probleme der Leute vor Ort zu kümmern. Das haben die rechten Rattenfänger natürlich geschickt ausgenutzt, indem sie insbesondere Schwerpunkt auf "Volksnähe" und Basisarbeit legen.
Dazu kommt ein unglaublicher Substanzverlust in der Gesellschaft durch die Abwanderung von über 2. Mio vorwiegend gut ausgebildeter Leute in die Altbundesländer. Zurück bleiben oftmals schlecht ausgebildete Menschen ohne große Perspektive, die dann gern mal die Schuld für ihre Misere woanders suchen. Leider zieht der Fußball solche Leute dann auch oft an, da sie hier Gemeinschaft und Gleichgesinnte finden.
.....denn es entspricht ziemlich genau meinen Erfahrungen.
Das ist übrigens kein spezifisches Problem innerdeutscher Verschiebungen, sondern das findest Du überall, wo
-geringere Bildung überwiegt
-Wohlstand/ Lebensstandard im Vergleich ungleich ist
-Perspektivlosigkeit vorherrscht
Z. Bsp. bei den radikal-islamischen Staaten im Vergleich zu Europa. Ähnliche Ursachen. Oder bestimmte russischen Randgebiete, aus denen organisierte aber auch unorganisierte Kriminalität regen Zulauf bekommt und bei denen Gewaltbereitschaft offene Türen einrennt.
Sind es dort religiöse Ideale, sind es an anderer Stelle Rechte oder dergleichen, die Zuhörer und Platz für ihre Ideen finden. Und die aus genannten Gründen nicht ausreichend hinterfragt werden.
Aber dass es überhaupt dazu kommen kann hat immer seinen Ursprung in solchen Unterschieden wie in den Stichpunkten oben, nur liegt hier ein Problem vor, welches die gesamte Gesellschaft zu verantworten hat. Ich bin seit 96 fast ausschliesslich beruflich in Bayern, Stuttgart über Rheinland bis Niedersachen und Schleswig-Holstein unterwegs und ich kann Dir versichern, dass gerade die Leute aus den 5 Bundesländern flexibler sind als der Großteil von denen aus anderen Standorten. Eben weil sie es müssen.
Ich könnte Dir bspw. bestimmt 10 ehemalige DDR-Großbetriebe aufzählen, die von der Treuhand kurz nach der Wende an bestimmte Konzerne "angegliedert" wurden, aufgrund des zurückgefahrenen Personals bei gleichbleibender Effizienz schwarze Zahlen schrieben, aber wegen des ungünstigen Standorts (Stichwort Synergienachteile) schliesslich vom Konzern selbst plattgemacht wurden. Es kostete unzählige Arbeitsplätze, viele zogen weg zur Arbeit, fingen zusätzlich an zu pendeln oder blieben eben auf der Strecke. Viel investiert wurde in Infrastruktur usw. was den Leuten aber nur geringfügig nützt.
Und dort, wo a) Religionen im Bewusstsein keinerlei Bedeutung hatte, b) ein "normales Zusammenleben" mit anderen Kulturen praktisch unbekannt ist und obendrein c) schlechtere Möglichkeiten vorhanden sind, weiterzukommen, findet rechtes Gedankengut besonders zugängliche Verhältnisse vor.
Und für diese gibt es Ursachen, da bleibe ich dabei, die in der gesamtdeutschen Verantwortung liegen oder zumindest lagen. Aber ich streite doch nichts ab oder entschuldige irgendwas, weil ich Zusammenhänge nenne? Zumal das aus unterschiedlicher Sicht zu betrachtende Aspekte sind. Warum man dann hier abgekanzelt wird nach dem Motto "pränazistisches Gedankengut der Ostdeutschen fördern" oder man würde "ostdeutschen Nazi-Nachwuchs rekrutieren" verstehe ich nicht.
Dazu werden gleich noch Minderwertigkeitskomplexe und dergleichen verallgemeinert und Hinweise, dass es eben nicht ganz so einfach auf den gesamten (bösen) "Osten" übertragbar ist, mit "Ausnahmen von der Regel" abgebügelt.
Im übrigen finde ich das Urteil gegen Dresden absolut in Ordnung, wurde danach aber erst gar nicht gefragt, nur wegen des Erklärungsversuches für diese Haltung von vielen Leuten. An der Stelle könnte ich dann ebenso fragen, wer hier reflexartig reagiert.
Ich finde solche Videos wie das im Link schlimm.
Aber
wir alle müssen gegen diesen Ist-Stand vorgehen, solche Gesinnungen, aber eben auch nicht die Ursachen verkennen, wegdiskutieren bzw. sollten daraus lernen. Man kann nicht den Osten Deutschlands quasi zur "letzten" Zone erklären, sich dann wundern, dass dort alle möglichen Extreme zunehmen und am Ende so tun, als wäre es alleiniges Problem von deren Doofheit. Auch wenn es das - zugegeben - teilweise sogar ist. Teilweise!