ansonsten sehe ich allerdings gerade unser hohes pressing als schlüssel zum erfolg in diesem spiel an, da man nach ballgewinn schon hochstehend schnell nach vorne spielte. schneller als stuttgart wieder in die ordnung kommen konnte. man hat eben nicht wie häufig in der vergangenheit das tempo nach ballgewinn überschaubar gehalten um allzu kontrolliert aufzubauen. vergleichsweise wenige rück- und querpässe gespielt, sondern überwiegend vertikal operiert. es war nicht das in der vergangenheit oft gesehen, durchschaubare, auf ballbesitz orientierte angriffsspiel, das handballähnlich um den 16er des gegners stattfand. das belegt letztlich auch die ballbesitzstatistik, in der Werder nur auf 48% kommt.
Ist alles richtig, jedenfalls hab ich das ähnlich gesehen und würde es durchaus als Fortschritt werten. Gleichwohl beschreibst Du nur einen Teilaspekt. Denn zweitens bleibt das Risiko bei dieser Spielweise weiterhin sehr hoch und damit von (zu) vielen unwägbaren Faktoren abhängig, die aber zu 95% passen müssen. Ein Gegner, der wie Samstag schön mitmacht und die weiterhin
mäßige Raumaufteilung und Ordnung, die wir dennoch hatten, nicht zu nutzen weiss. Die großartige Form von Hunt und Naldo. Chancenverwertung. usw., usf.
Für mich ist das viel zu viel Risiko bei zwar vorhandener, aber vergleichsweise zu geringer spieltaktischer Weiterentwicklung. Sozusagen wieder mal der zweite Schritt vor dem ersten.
Eine andere Sache ist es aber, die mich stört. Es wird mir hier zu oft davon ausgegangen, dass wir ja nach der letzten Saison diesmal mit praktisch (bewusst übertrieben dargestellt) allem, was über Platz 12 rauskommt, hochzufrieden sein müssten. Dabei wird unterschlagen, dass Werder bereits letztes Jahr nicht nur einen der teureren Kader in der Liga, sondern auch sportlich einen Kader hatte, der mindestens für Platz 5 hätte recihen müssen. Oder will hier jemand ernsthaft behaupten, dass Mainz, Hannover und andere besser besetzte Teams hatten? Das war vielleicht nicht mal Leverkusen. Dass andere Vereine ebenfalls unter Wert abschnitten (weil ich weiss, dass dieses Argument jetzt kommt

), stimmt zwar, hat aber mit der Sache an sich, dem Anspruch an hochqualifiziertes Personal nichts zu tun (zumal wir über einen vor dieser Spielzeit zusätzlich aufgewerteten Kader verfügen und obendrein Schlüsselspieler wie Naldo und Pizarro meistens fit sind). 2007, 2009 und eben auch letztes Jahr hat Werder in der Liga (wie auch grösstenteils in der CL) klar unter den eigenen, sportlichen Möglichkeiten abgeschnitten. Selbst 2010 war das zumindest teilweise so. Also in 5 Jahren 1mal über Wert und 1mal gut. Sicherlich wäre bei gleichen oder gar besseren Mitteln auch weniger möglich gewesen, wie es andere Vereine, Bsp. Hamburg vorgemacht haben, nur sollte das eben nicht als Beispiel zur Formulierung von Zielen oder zur eigenen Bewertung dienen.
Das ist
meine grobe Einschätzung der Sachlage.
Und gar nicht so selten, das lässt sich einigermaßen nachweisen, waren es taktische Defizite, eine zu eindimensionale Vorgehensweise, spielerische Mängel, (scheinbar!) mäßige Vorbereitung auf Spiel und Gegner, insbesondere Ungleichgewichte im Anspruch, der sich in der Spielweise einerseits ausdrückte, andererseits sich aber nicht in der Anpassung an die spieltaktischen Erfordernisse des modernen Fußballs zeigte.
Also "Dinge" (

), die nunmal überwiegend im Arbeitsbereich des Trainerteams anzusiedeln sind.
@Blacki84
Das stimmt nicht. Ich spreche auch viel aus der Praxis. Im Übrigen ging es um die Bewertung dieses einen Spiels, Du scheinst aber zu pauschalieren.