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Mick_666
Guest
Zunächst unterschlägst Du das Adjektiv "offenbar", welches aus gutem Grund gewählt war. Denn ob TS die Stärken und Schwächen des Gegners in der Analyse tatsächlich außen vor lässt, kann ich nicht wissen, was ich jedoch weiss, ist das, was ich auf dem Rasen sehe. Und da war bspw. gegen Köln zu sehen, dass wir eine völlig falsche Ausrichtung mit dem Rautenspiel in die Vertikale gewählt haben, obwohl die halbe Liga wusste (und daher immer öfter erfolgreiche Mittel anwendete) wie und wo Köln zu knacken ist. Erst als Schaaf mit Systemumstellung reagierte, nahm das Spiel einen anderen Lauf (welches vorher ebenso einen nachvollziehbaren Verlauf hatte). Natürlich ist Taktik lediglich ein Teil des grossen Ganzen und erklärt vieles nicht. Aber derartige Spiele kannst Du en Masse nur aus den letzten 5 Jahren anführen und da stellt sich dann eben doch die Frage (wohlgemerkt Frage!), inwiefern dort der Gegner in der Vorabanalyse überhaupt berücksichtigt wird. Wenn so dermaßen oft wenig bis nichts davon in der Umsetzung zu sehen ist. Sehen wir auf dem Platz, dass die Mannschaft gut eingestellt wirkt, aber verliert und schlecht aussieht, weil die halbe Truppe einen miserablen Tag erwischt, der Kontrahent schlicht individuell stärker ist oder in Galaform auftritt, dann hat es ganz sicher nichts mit Vorgaben zu tun. Oft war das aber nicht so. Oft sind wir genau in die Fallen getappt, die der Gegner erwartetermaßen stellte. Und das ist auf Dauer inakzeptabel.Das hier finde ich völlig überzogen, TS lässt den Gegner außen vor, aus meiner Sicht Blödsinn.(dazu passt, dass TS offenbar gerne den Gegner in der Vorabanalyse außen vor lässt in der Hoffnung, dass seine Protagonisten auf dem Rasen im Verlauf einer Partie das Spiel selbst lesen und lernen und wenn` s dann überhaupt nicht geht, greift er wie gegen Köln oder in Augsburg ein)
Richtig ist das Schaaf die Mannschaft oft nicht sehr nach dem Gegner ausrichtet, ganz sicher aber nicht, dass er die Stärken und Schwächen des Gegners in der Analyse außen vor lässt.
Mir ist daher nicht so ganz klar, was daran "völlig überzogen" oder "Blödsinn" sein soll, gerade weil ich mich auf Spielverläufe beziehe.
Für individuelle Bewertungen sind die Spielerthreads da. Das Geschehen auf dem Rasen allgemein legt Rückschlüsse auf eventuelle Vorgaben nahe. Viele andere Gründe gibt es da nicht, jedenfalls in Bezug auf den Trainer.Richtig scheint vielmehr - und in diese Richtung äußern sich nicht nur TS und KA sondern auch alle anderen beteiligten Protagonisten (was für dich aber überhaupt nichts mehr zu zählen scheint) - das die Mannschaft es nach wie vor nicht schafft in den Anfangsphasen der Spiele konzentriert aufzutreten und das was man sich vornimmt auch über 90 Minuten umzusetzen.
Ein Grund dafür könnten die Vorgaben von TS sein. Ein Grund wohlgemerkt! In deinen Analysen aber irgendwie immer der Einzige.
Selbst wenn die Vorgaben andere wären und hauptsächlich die Konzentrationsfehler ursächlich sind, wessen Aufgabe ist es, dies schnellstmöglich abzustellen? Die Spieler? Ja. Und wenn`s sie`s dennoch nicht packen? Sportpsychologe? Manager? Oder doch die Trainer? Läuft schliesslich fast auf` s Selbe hinaus.
Ich schaue über den Tellerrand. Es war eine mögliche Erklärung, wie Du das nennst, bleibt Dir überlassen.Du hast aber zum Beispiel auch bis vor kurzem noch die Schlafmützigkeit in der Anfangsphase als mehr oder minder gewollt (abwarten wie der Gegner spielt) verklärt und dabei die viel naheliegenderen Gründe gar nicht mehr sehen wollen. Es schadet also manchmal nicht über den Tellerrand schauen zu wollen.
Wurde Wesley nicht zuletzt wegen Übermotivation gestrichen? Bekannte wiederum erzählen ähnliches, nämlich dass er sich lange Zeit im Training voll rein hing. Mangelte es da an Deiner Grundvoraussetzung?Um die geht es sicherlich nicht nur - sie ist allerdings Grundvorraussetzung um sich aus einem Tal herauszuarbeiten. Ohne diese wird das - Förderung durch den Trainer hin oder her - schlichtweg nicht funktionieren.Für mich sind das eben auch wichtige Fragen, aber in der Bewertung, die so zu lesen und zu hören ist, geht`s offenbar nur um Einstellung und Einsatzfreude.
Wenn Du einem Spieler taktische Grundlagen erklärst, er aber vom Intellekt oder was auch immer nicht in der Lage ist, es umzusetzen, aber sich dennoch insgesamt willig zeigt, dann muss ich andere Mittel finden. Zum Beispiel das Arbeiten an den einfachen Dingen. Jeder Trainer hat gerne intelligente Spieler, aber manchen Leuten hilfst Du nicht, wenn Du sie im 5 gegen 2, im Dreieckspiel oder derartigem agieren lässt oder ihnen "Laufwege" erklärst, sondern Du musst dann eben beim Einmaleins anfangen. Ballbehauptung, Technik mit Ball zwischen Körper und Gegner. Sauberes, flaches Passspiel über 5m, erstmal unbedrängt, aber den Kopf heben, Passtechnik trainieren (auch wenn der Spieler meint, es gut zu können) und Tempo nach und nach anziehen. Basics eben.
Der Rest, die Automatismen ergeben sich möglicherweise danach, wenn der Spieler erstmal zu diesen (einfachen) Dingen gewillt ist. Wesley kommt mir wie so einer vor.
Der Bargfrede Vergleich war ersichtlich auf den entsprechenden Absatz gemünzt. Auch der spielte auf einer total falschen Position im unpassenden System, deshalb gab es berechtigte Zweifel in diese Richtung bereits im Sommer, u. a. von mir.Also das dann hier, hui, da kann ich dann wirklich nur noch den Kopf schütteln.Einen wie Wesley musst Du erstmal auf einer Position in einem System einsetzen, die er leichter begreift und umsetzen kann. Was Schaaf da fordert, ist mMn der zweite Schritt vor dem ersten, mit dem erwartbaren Ergebnis. Im Übrigen ist Bargfrede ein vergleichbares Beispiel.
Damit liegt der Schluss nahe, dass Schaaf auf solche Spieler nicht viel Lust hat, wenn sie`s nicht schnell genug selbst begreifen/ sich selbst antrainieren und wenn sie (irgendwo verständlich) irgendwann resignieren und daher zusätzlich Einstellung vermissen lassen, war`s das eben. Leichte Zweifel an dieser Vorgehensweise bleiben. TS` Art der Spielerförderung geht offensichtlich sehr viel von Intelligenz und erwachsenen Leuten aus.
Gerade Bargfrede ist hier ein denkbar miserables Beispiel wenn du hier davon sprechen willst das TS dann "keine Lust mehr auf diese Spieler" habe. TS ist zweiffellos ein großer Förderer Bargfredes und so passt das hier dann auch so überhaupt nicht in deine Argumentation.
Dazu würde ich gerne mal die Trainingskiebitze hören..er erklärt ihnen im Training sehr wohl was er sich, auch in taktischer Hinsicht, von ihnen erwartet.
..reisst Du aus dem Zusammenhang, das stört mich übrigens an Deinem Beitrag. Denn es ging in Antwort auf Maddins Beitrag um die Basics, Du drehst die Argumente auf taktische Belange, um zu behaupten, man zeichne das übliche, eindimensionale Bild. Obwohl ich freilich zugebe, dass sich mein Beitrag ein bisschen so liest.Auch hier eher ein Nein. Für eine fundierte Analyse kann das nur eine der Fragen sein. Eine weitere Frage muss auch immer lauten inwieweit die entsprechenden Spieler auch bereit sind in dieser Hinsicht an sich zu arbeiten. Wie lernwillig und wie lernfähig waren diese Spieler?Die Frage ist also eher die, gerade angesichts der Entwicklung vieler Spieler der letzten Jahre, ob tatsächlich die Basics trainiert oder wirklich versucht werden, beizubringen oder schon vorausgesetzt werden.
Der Kern, um beim Thema zu bleiben, liegt in Maddins Antwort "das konnte er von Anfang an nicht". Eine Möglichkeit wäre die Arbeit an den Basics.
Und deswegen nochmal die Frage: Wie viele Spieler haben sich bei uns in diesen Dingen weiterentwickelt?


Aber es stimmt schon, wenn man es so zurechtschneidet wie Du, hätte ich den Vergleich ohne "damit" wohl im anderen Kontext verwenden sollen. 

