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DR AKR
Guest
Kein Problem. Dankbar wäre ich, wenn Du mich an deinem Wissen teilnehmen lassen würdest:
Mit welchem Konzept wird der inzwischen schon seit Jahren sprichwörtlichen Abwehrschwäche entgegen gewirkt?
Zum Konzept des Vereins Werder Bremen gehört es, junge Spieler mit Talent frühzeitig zu sichten, auszubilden und später zu einer angemessenen Ablössesumme zu verkaufen. Dieses geschieht, um den Standortnachteil Bremen auszugleichen und trotzdem eine konkurrenzfähige Bundesligamannschaft aufbieten zu können. Dabei soll niemals mehr Geld ausgegeben werden als man eingenommen hat.
Zur Philosophie der sportlichen Leitung (also neben Allofs auch Schaaf) gehört es, die Philosophie des Vereins "mit Leben zu füllen" sprich umzusetzen. Als ehemaligen Leistungssportlern liegt es ihnen persönlich daran, attraktiven Fußball spielen zu lassen. Dieses hat verschiedene Effekte, die größtenteils vorteil+haft für den Verein sind. So kann eine offensiv ausgerichtete Mannschaft stärker auf sich aufmerksam machen als eine defensiv ausgerichtete (wie z. B. jahrelang Schalke 04). Diese offensive Spielweise hat Werder nicht nur viele eigene Tore sondern auch Titel und ungeahnte Sympathien in ganz Deutschland und auch Europa eingebracht. Danach suchen sich KATS die Spieler aus, in der HOffnung und Erwartung, dass diese bereit sind, die Philosophie mit zu machen ("den Weg mit zu gehen").
Nachteil dieser offensiv ausgerichteten Spielweise ist eine Anfälligkeit für schnelle Tempogegenstöße und eben auch für Kontertore. Trotzdem betont Schaaf bei fast jeder Gelegenheit, dass er mit der Mannschaft versucht, das "eigene Spiel durchzubringen, sich auf sich selbst zu konzentrieren" und nicht auf den Gegner einstellen zu wollen. Nur so gelingt es, eine eigene Spielweise auf dem Feld zu entwickeln, Automatismen einzuüben.
Diese Vorgehensweise halte ich für genau richtig. Ich bin mir darüberhinaus sicher, dass wir spätestens in der Rückserie die Automatismen im Werder-Spiel erkennen werden, dass innovative, spielstarke Spieler wie Ekici, Marin, Hunt die anderen Spieler besser in Szene setzen werden.
Werder Bremen hat letzte Saison ein vergleichsweise katastrophales Ergebnis erzielt, weil viele Spieler zu satt waren, die für das offensive Spiel unbedingt notwendigen Laufwege nicht mehr zurücklegen wollten. Das sieht in diesem Jahr ganz anders aus. Auch die Defensive steht viel besser als im letzten Jahr. Mit Naldo haben wir jetzt wieder ein richtiges "Faustpfand" in der Innenverteidigung. Eine ausgewiesene Abwehrschwäche, wie noch im letzten Jahr, kann ich im Augenblick nicht feststellen.
Werder Bremen wird unter Schaaf immer mehr Gegentore fangen als andere Bundesligisten in der gleichen "Gewichtsklasse". Wichtig ist bei dieser "Philosophie", dass man die eigenen Torchancen vorne nutzt. Dafür haben wir Pizarro. Leider haben wir derzeit wenig andere zuverlässige Knipser, ein Umstand, den ich schon zu Beginn der letzten Saison kriitisiert habe. Dennoch bin ich mir sicher, dass sich Spieler wie Arnautovic und Avdic noch entwickeln werden. Ob sie jemals an ein NIveau "Pizarro" heranreichen, ist zweifelhaft, aber das erwartet eigentlich auch niemand. Wichtig für das "System Werder" ist, dass sie sich bemühen und persönlich weiterentwickeln. Das ist bei Arnautovic schon zu erkennen und davon gehe ich auch bei Avdic aus.
Das "System Werder" ist seit Jahren erfolgreich und wird inzwischen von vielen Konkurrenten (Leverkusen, Dortmund, Hoffenheim, Mönchengladbach, usw.) kopiert. Es ist ein langfristig angelegtes Konzept, was sich über Jahre bewährt hat. Warum sollte man es nach kurzfristiger Erfolglosigkeit und nach Platz 4 aktuell jetzt ändern ???






