Özil ist definitiv der spritzigste von den 3en,...
Sag ich doch.
Diego hätte die besten 6er zu der Zeit auf einem m² so schwindlig spielen können,...
Das stimmt so nicht. Es reichte seinerzeit und mit jeder Saison immer öfter, wenn sich der Sechser auf sein Spiel einstellte, sprich ihn möglichst direkt bei Ballannahme zu stellen oder zu zwingen auf Aussen ausweichen zu müssen (wo er meist nutzlos war) und wenn das nicht ging, mindestens zuzustellen und möglichst zu doppeln. Diego selbst hatte nie die Spielintelligenz und Übersicht bzw. konnte er kein Spiel so lesen, um sich dem im Raum entziehen oder mit Hilfe der Nebenleute freispielen zu können. Es mag ja sein, dass er mal ein Dribbling gegen einen Sechser gewann, aber viel zu selten entstand dadurch effizient Raumgewinn. Seine Individualaktionen brachten trotzdem wichtige Tore.
... Micoud hatte Pässe drauf von denen Diego und Özil nur träumen können.
Auch das ist mMn so nicht ganz richig, jedenfalls was Özil angeht. Denn zu Özil`s Zeiten fing der klassische Zehner bereits an sich zu überleben, es gab immer besser organisierte Doppelsechsen etc. Deshalb gaben Özil oder Misimovic ja bereits den dezentralen Ballverteiler und weniger den zentralen Gestalter. Und deshalb war das Passpiel auch schon zwangsläufig anders geartet, es war mehr auf "mit-Tempo-aus-der-Tiefe-und-bewvorzugt-über-Aussen-kommen" ausgelegt, um auf diese Weise Überraschungsmomente und Platz zu schaffen. Aber in puncto Gefühl für Raum und Zeit, wann er den Ball laufen lassen, wann den Seitenwechsel oder eben kurz den Ball halten musste, da stand Özil Micoud kaum nach. Der alleinige Rautenzehner, wie ihn Micoud damals spielte, hätte es heute schon sehr schwer.
Fakt ist aber auch weder Marin noch Ekici sind so herrausragend wie die 3 da oben.
Siehe oben. Der Vergleich passt einfach nicht. Daher lässt sich "herausragender" auch schwerlich definieren.
In einem harmonierenden Kollektiv müssen sie das aber auch nicht und genau darauf möchte ich hinaus, 11 Spieler deren Fähigkeiten optimal auf einander abgestimmt sind werden Mannschaften mit 1 oder 2 herrausragenden Akteuren immer wieder den Rang ablaufen und genau da muss man wieder hinkommen. Marin, Hunt und Ekici haben alle 3 unterschiedliche Stärken, wenn TS es schafft diese zu kombinieren ohne dabei die Balance zwischen Offensive und Defensive nachhaltig zu schädigen ist das ein so enormes spielerisches Potential

Eben.
...weil er jederzeit bereit ist zum ballführenden Gegenspieler aufzurücken ohne das dabei das DM freigemacht wird. Bargfrede traue ich das so nicht ganz zu, da er weder das passende Stellungsspiel hat, noch das feine Gespür für das doppeln im Zweikampf, denn da reicht schon der kleinste Fehler und schon gibt es Freistoß aus aussichtsreicher Position für den Gegner.

In den letzten Spielen und gerade in Nürnberg oft zu sehen: Bargfrede "ortet" Spielsituationen zu spät, merkt erst dann, dass er rausrücken und doppeln muss, tut dies, obwohl er zu spät kommt. Leider ist das dann der nächste Fehler, weil er den Raum brachlegt. Da dauert es einfach erstens im Kopf zu lange bzw. fehlt Intuition und Übersicht und zweitens fehlt nachfolgend genau das taktische Gespür, was Du ansprichst.
Dieser "Doppelfehler" ist mir in Nürnberg bestimmt 10mal aufgefallen. Teilweise fatal auf dieser Position.