Hightech-Offensive bei Werder
Stars tragen Mini-Sender, Computer wertet Daten aus
Von Werder berichtet MARKUS BALCZUWEIT
Fitnesstrainer Kugel setzt bei Tim Wiese (trägt eine schwarze Weste) den Mini-Sender ein. Er überträgt Trainingsdaten per Funk
Thomas Schaaf bereitet die Trainingseinheit vor. Im Hintergrund arbeiten Fitnesstrainer Kugel und Physio Wolters am Computer
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Nach der unfassbaren Verletzungsserie in der Vorsaison krempelt der Vizemeister die Trainingsarbeit um. Erst wurde mit Yann-Benjamin Kugel (28) ein eigener Fitnesscoach verpflichtet, jetzt startet Werder die Hightech-Offensive.
Sportchef Klaus Allofs: Die Spieler tragen nun im Training Westen, in denen ein Sender unterbracht ist. Die Daten werden per Funk an einen Computer übermittelt. Es geht uns dabei um eine bessere Trainingskontrolle.
Aufgezeichnet werden u.a. Puls, Schnelligkeit und die zurückgelegten Laufwege der Stars. Der Computer deckt sofort Defizite auf.
So kann verhindert werden, dass Spieler bei Laufeinheiten in der Vorbereitung oder während Reha-Phasen zu hart oder zu locker trainieren und sich verletzen.
Torwart Tim Wiese: Der Sender ist etwas in Höhe des Genicks, stört aber nicht. Wenn die Trainer durch die Technik neue Erkenntnisse gewinnen, ist es doch gut.
Andere Klubs arbeiten mit ähnlichen Systemen. Die Bayern nutzen miCoach, einen digitalen Fitnesstrainer. Das Handy kostet rund 300 Euro und speichert Trainingsdaten wie Herzschlag, Puls, Schrittfrequenz, zurückgelegte Kilometer und Geschwindigkeit. Auch Schalke und Stuttgart lassen mit Gurten bzw. Westen trainieren, vertrauen auf die Technik.
Allofs: Es gibt heute viele neue technische Möglichkeiten in der Trainingsarbeit. Die wollen wir nutzen.