Ich weiß, dass Du quasi seit Jahren auf diesem Thema rumreitest.
Schlimm genug, dass das immer wieder erwähnt werden muss.
Die Mannschaft ist gerade dabei, zu einem System zurück zu finden, welches in der Vergangenheit schon diese Anfälligkeiten gezeigt hat, uns aber auch viele Erfolge ermöglichte.
Abgesehen davon, dass ich die "vielen Erfolge" so nicht zwingend unterschreiben würde, zeigt gerade das, was Du ansprichst, die typische Eindimensionalität. Jeder weiss doch, dass zu jedem System, das verinnerlicht werden soll (oder mal verinnerlicht wurde), auch die angesprochenen Spieler gehören. Aber das wurde zur Genüge diskutiert.
Die Frage ist aber, ob man in so einer Situation, in der ja quasi bis vor zwei, drei Monaten so gut wie gar nichts lief in der Mannschaft, erwarten kann, dass lange bekannte Defizite einfach mal so schnell abgestellt werden?
Warum nicht? Ab dem Leverkusen-Spiel bis zur Partie in Nürnberg haben wir diese Defizite im Grunde "einfach mal so abgestellt". Grund war das HSV-Spiel, obwohl die Wochen zuvor eigentlich schon Warnung genug hätten sein müssen. Es geht also.
Momentan schafft man es damit, wichtige Punkte zu sammeln.
Naja, was momentan (seit zwei Spielen) passiert, ist eher, dass die zwei Punkte, die wir aus den beiden Spielen holten, auf dem gewachsenen Selbstvertrauen der Spieler basieren, aber nicht auf taktischem Geschick. Ich meine, das hatten wir doch nun schon so oft seit zig Jahren. Immer, wenn Schaaf rigoros eingreift, und da gebe ich Dir recht, schaffen wir es, die nötigen Punkte zu holen. Sobald es wieder einigermaßen läuft, kommt die Phase, wo er die Dinge mehr oder weniger laufen lässt. Auch wenn wir eigentlich genug Punkte haben, könnte es aber sein, dass diese Phase schon zum jetzigen Zeitpunkt gefährlich ist. Erinnere Dich mal an letzte Saison. Aus der Lehre der Spielzeit 08/09 heraus und des misslungenen Saisonstarts gelang es TS, der Truppe eine Spielweise zu vermitteln, die nicht nur eine unter ihm selten gesehene "zu-Null"-Serie bescherte, sondern wo die Mannschaft dennoch spielerisch überzeugte und gleichzeitig Tore schoss. Irgendwann aber (ich z. Bsp. hab hier damals nach dem 2:2 in Nürnberg vor genau diesem Trott gewarnt) liess er es wieder laufen, was irgendwann in einer Serie mit 10 Spielen mit nur einem Sieg mündete und am Ende dieser "Entwicklung" gar eine 5-Niederlagen-Serie einbrachte. Als TS dann eingriff, systematisch und in der Spielausrichtung änderte, lief es sofort wieder. Das ist seine Philosophie, den Spielern Handlungsvollmacht auf dem Rasen zu überlassen in der Hoffnung, dass diese sich selbstverwirklichen können und zu eigenen Erkenntnissen gelangen. Was mir allerdings immer wieder sauer aufstösst, ist dass TS den Zeitpunkt verpasst,
rechtzeitig einzugreifen. Klar haben wir im Moment anhand des Tabellenbildes viele Trümpfe in der Hand. Aber wann will TS denn der Truppe mal beibringen, dauerhaft intelligenter Fussball zu spielen?
Wenn es im Sommer nicht gelingt, Spieler dazuzuholen, die mit dieser Philosophie umgehen können, wird es nächste Saison möglicherweise zum Armageddon. Das muss doch nicht sein.