Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
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Das wichtigste ist jetzt erstmal der Klassenerhalt.

Danach wäre der größte Fehler , diese verkorkste Saison als Betriebsunfall abzutun und weiterzumachen wie bisher.
Auf den Prüfstand gehört vieles - von der Struktur im Verein und den Verantwortlichkeiten angefangen über Analyse der Transferpolitik und taktische Variabilität bis hin zu Trainerteam und medizinische Abteilung - genügend Stoff für eine umfassende Bestandsaufnahme als Grundlage für eine zukunftsfähige Strategie.

Wenn das mit ausreichender (Selbst) kritikfähigkeit stattfindet ist mir für die Zukunft nicht bange - aber verdrängen wäre keine gute Lösung.
 
Häää? Wo ist nun der Widerspruch? Weil er es "Meister"schaft nennt, anstatt "Bundesliga"? Ursache bleibt dieselbe: Saisonziel verfehlt

Du, Mick und Henne und viele andere hier haben im Gegensatz zur Mannschaft den Ernst der Lage nicht verstanden. Hier wird über ein nachhaltig erfolgreiches neues Spielsystem philosophiert, wohlwissend, dass wir noch tief im Abstiegskampf stecken. Ich habe es schon mehrfach geschrieben. Der Abstiegskampf läuft zur Zeit auf Hochtouren und ist noch lange nicht vorbei, jetzt haben wir ein Hoch, wer sagt uns, dass das nicht ein Zwischenhoch ist.

Gegen Lev hatten wir Glück, dass Kießling eine 100%ige nicht gemacht hatte. Dann hätte es 0:3 gestanden. Wäre es so gekommen, wäre es in dem Spiel aus gewesen.
Gegen SCF hatten wir Glück, dass der Schiri das Tor für die Freiburger nicht anerkannte und dass der Nicu ein Kreisklassefehler gemacht hat. Wäre das nicht gekommen, hätten wir knapp verloren.

Von einem neuen nachhaltigen und erfolgversprechenden System jetzt in der Frühphase seiner Einführung zu sprechen, ist doch ein wenig unseriös. Wartet mal ab, bis unser nächster Gegner unser ach so tolles System erkannt hat. Meint ihr, er hat dann keine Mittel dagegen anzugehen!!!

Egal, ich bin kein Systemanalytiker, eines weiß ich aber, es gibt kein perfektes System und der Gegner hat auch Fachkompetenz, also kann er auf unser System reagieren.

Was ich sagen will, ist, ihr redet jetzt schon so ausführlich über eine viel bessere Welt in der 1. Liga, obwohl es lange noch nicht sicher ist, dass wir auch drin bleiben werden, nach dem Motto "ich verteile den Fell des Bären, bevor ich ihn erlegt habe" und vergisst dabei erstmal den Bären zu erlegen.

Darüber rege ich mich auf. Man sollte sich über jeden errungenen Teilerfolg freuen und sich motivieren für die nächsten Teilherausforderungen. Das ist Abstiegskampf, lange und beschwerlich.
 
Du, Mick und Henne und viele andere hier haben im Gegensatz zur Mannschaft den Ernst der Lage nicht verstanden. Hier wird über ein nachhaltig erfolgreiches neues Spielsystem philosophiert, wohlwissend, dass wir noch tief im Abstiegskampf stecken. Ich habe es schon mehrfach geschrieben. Der Abstiegskampf läuft zur Zeit auf Hochtouren und ist noch lange nicht vorbei, jetzt haben wir ein Hoch, wer sagt uns, dass das nicht ein Zwischenhoch ist.

Gegen Lev hatten wir Glück, dass Kießling eine 100%ige nicht gemacht hatte. Dann hätte es 0:3 gestanden. Wäre es so gekommen, wäre es in dem Spiel aus gewesen.
Gegen SCF hatten wir Glück, dass der Schiri das Tor für die Freiburger nicht anerkannte und dass der Nicu ein Kreisklassefehler gemacht hat. Wäre das nicht gekommen, hätten wir knapp verloren.

Von einem neuen nachhaltigen und erfolgversprechenden System jetzt in der Frühphase seiner Einführung zu sprechen, ist doch ein wenig unseriös. Wartet mal ab, bis unser nächster Gegner unser ach so tolles System erkannt hat. Meint ihr, er hat dann keine Mittel dagegen anzugehen!!!

Egal, ich bin kein Systemanalytiker, eines weiß ich aber, es gibt kein perfektes System und der Gegner hat auch Fachkompetenz, also kann er auf unser System reagieren.

Was ich sagen will, ist, ihr redet jetzt schon so ausführlich über eine viel bessere Welt in der 1. Liga, obwohl es lange noch nicht sicher ist, dass wir auch drin bleiben werden, nach dem Motto "ich verteile den Fell des Bären, bevor ich ihn erlegt habe" und vergisst dabei erstmal den Bären zu erlegen.

Darüber rege ich mich auf. Man sollte sich über jeden errungenen Teilerfolg freuen und sich motivieren für die nächsten Teilherausforderungen. Das ist Abstiegskampf, lange und beschwerlich.

Tut mir leid, aber für mich erscheinen deine Gedankengänge... irgendwie... wirr? Kann dir in deiner Argumentation nicht wirklich folgen. Eben kritisierst du noch die Vokabel "Meisterschaft" und begreifst nicht, dass diese mit "Bundesliga" gleichzusetzen ist, jetzt kommt irgendwas von einem erfolgreichen neuen Spielsystem... Häää?! Das, was jetzt praktiziert wurde, ist erfolgsversprechender, da eine bessere Ordnung, Ausichtung und Abstände auf dem Feld herrschen und es dem Gegner in der Summe schwerer gemacht wird, in der Abwehr Lücken zu finden. Das sind aber lediglich taktische Grundzüge, die längst kein Spielsystem ausmachen. Das die taktische Ordnung auf dem Spielfeld gehalten werden muss, wird übrigens schon von ambitionierten Kreisligisten im Trainingsbetrieb vermittelt.

Hier nochmal zum Nachlesen:

Leverkusen und Freiburg waren leichte Aufwärtstendenzen, deren Wirkung durch lang ersehnte Punktgewinne verstärkt wurde. Das ist toll. Du wiederum feierst TS als DEN Messias. Und das ist nach zwei halbwegs gelungenen Auftritten einfach fehl am Platz.

Der Punkt mit TS als Messias ist nicht auf dich bezogen. Nur um etwaigen weiteren Missverständnissen vorzubeugen.

Gegen SCF hatten wir Glück, dass der Schiri das Tor für die Freiburger nicht anerkannte und dass der Nicu ein Kreisklassefehler gemacht hat. Wäre das nicht gekommen, hätten wir knapp verloren.

Das ist Spekulation. Aber auch hierzu schrieb ich bereits:

Das Glück wurde endlich mal erzwungen. So siehts doch aus. Die Charakterfrage hätte sich doch erst dann gestellt, wenn das 2 - 1 für den Sportclub gezählt hätte.
 
Und der Vergleich mit Magath und der CL ist ja wohl ein schlechter Witz. Was nützt denen ein mögliches Viertelfinale, in dem wohl dann Schluss sein wird, wenn man sich über die Liga nicht erneut für die CL qualifizieren kann? Die mögliche Euro League Quali über einen Pokalsieg wäre wohl ein müdes Trostpflaster.

Wir wissen es doch aus eigener Erfahrung anno 2009, daß man nach dem Verpassen der CL-Quali über die Liga das durch den Pokalsieg erhaltene "müde Trostpflaster" EL gerne mitnimmt. Die Einahmeverluste sind zwar imens, für S04 vllt. sogar verheerend, aber es ist finanziell immer noch das kleiner Übel als gänzlich ohne internationale Einnahmen auskommen zu müssen.
 
Tut mir leid, aber für mich erscheinen deine Gedankengänge... irgendwie... wirr? Kann dir in deiner Argumentation nicht wirklich folgen. Eben kritisierst du noch die Vokabel "Meisterschaft" und begreifst nicht, dass diese mit "Bundesliga" gleichzusetzen ist, jetzt kommt irgendwas von einem erfolgreichen neuen Spielsystem... Häää?! Das, was jetzt praktiziert wurde, ist erfolgsversprechender, da eine bessere Ordnung, Ausichtung und Abstände auf dem Feld herrschen und es dem Gegner in der Summe schwerer gemacht wird, in der Abwehr Lücken zu finden. Das sind aber lediglich taktische Grundzüge, die längst kein Spielsystem ausmachen. Das die taktische Ordnung auf dem Spielfeld gehalten werden muss, wird übrigens schon von ambitionierten Kreisligisten im Trainingsbetrieb vermittelt.

Wieso ist das falsch zu verstehen, dass deine Diskussion viel zu verfrüht ist? Du kannst doch jetzt nicht ein Fazit ziehen, wenn der Klassenerhalt noch nicht gesichert ist.
 
Mit dem "Ziele ausgeben" ist das ja immer so eine Sache. Das haben viele wahrscheinlich inzwischen durch ihr Berufsleben verinnerlicht. Da wird eben nicht nur gearbeitet, da vereinbart man erstmal Ziele - damit nachher (und vorher) die Fraktion der Controlling-Mitarbeiter(innen) auch ihre Daseinsberechtigung erhält.
Nein, Ziele werden vereinbart, damit ALLE - nehmen wir mal als Beispiel ein mittelständisches Unternehmen - ihre Daseinsberechtigung haben. Mit "einfach nur arbeiten" hälst Du selten eine Firma am Leben oder zumindest nicht lange. Wichtigste Voraussetzungen für Markt-/ Wettbewerbsfähigkeit sind meinen Erfahrungen nach Organisation, Disziplin (allerdings nicht unter Vernachlässigung eines förderlichen Betriebsklimas) und vor allem Innovation. Es sei denn, der Wettbewerb wird ausgehebelt, bspw. a) durch enge Beziehungen, lange gewachsene Synergieffekte und damit garantierte Mehreinnahmen/Umsatz oder eben b) schlicht durch wenig Konkurrenz. Beides dürfte im Zuge der Globalisierung immer schwieriger werden.

Das Ausgeben von Zielen ist deshalb wichtig, da es Antrieb und Orientierung zugleich ist für Innovation und damit verbunden für Organisationsentwicklung. Inwieweit diese Ziele dann mehr oder weniger realistisch eingeordnet werden, inwieweit sie ein grösseres oder geringeres Risiko beinhalten, steht auf einem anderen Papier. Und hängt nicht zuletzt wieder mit dem Wettbewerb zusammen.

Nach meinem Dafürhalten ist ein Fussballverein durchaus wie ein mittelständisches Unternehmen zu betrachten, welches ebenso im knallharten Wettbewerb steht. Und da ist bspw. das, was Du mit den Verletzungen wichtiger Stammspieler oder der Weiterentwicklung anderer Vereine, Tagesform usw. korrekterweise als unkalkulierbare Risiken benennst, auch in Unternehmen gegeben. Wenn ein wichtiger Mitarbeiter den Betrieb verlässt, der viele Fäden in der Hand hatte. Wenn die Firma 3 Meister und 2 Ingenieure ausbildet, Mitarbeiter weiterbildet auf Firmenkosten, um innovativ zu bleiben und den Status Quo zu wahren, diese dann aber abgeworben werden und vergleichsweise "billig" die Konkurrenz verstärken. Wenn durch einen Managementfehler ein wichtiger Kunde verloren geht, was Umsätze und Gewinnspielräume gefährdet. Im BL-Verein gefährdet es z. Bsp. die CL/EC-Teilnahme und damit auch wieder Umsatz und Gewinnspielraum.

Ziele werden definiert über Erreichtes, über das Wissen, wie dieses erreicht werden kann und der naheliegenden Vergleichbarkeit zur unmittelbaren Konkurrenz. Sie müssen sogar darüber definiert werden, denn im Fussballverein wie in anderen Unternehmen ist es nun mal so, dass Weiterentwicklung auf der Qualität der Mitarbeiter basiert. Diese sind aber nur erstens über höhere Gehälter/ Löhne und zweitens über die Möglichkeit, etwas erreichen/ sich selbst weiterentwickeln zu können im Unternehmen zu halten. Somit bestimmen die Mitarbeiter die Ziele mit. Und unabhängig von abnehmender Qualität der Mitarbeiter/ deren Arbeit müssen bei Erhalt dieser Mitarbeiter im Verein/ im Unternehmen die Ziele demzufolge zwangsläufig so gesetzt werden, dass es zuvor Erreichtem entspricht. Als weitere Folge dessen muss sich zwangsläufig Organisation in der Firma entwickeln, was wiederum mehr vordergründige Unproduktivität, also einen grösseren "Wasserkopf" zur Folge hat. Diese Struktur ist aber notwendig, um das komplexe Ganze (zu dem in letzter Instanz auch Kontrollorgane gehören) am Laufen zu halten und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Aber deshalb sind Ziele auch für Werder eine wichtige, steuernde Komponente und wenn diese verpasst werden, kann es für den emotionalen Fussballfan zwar ganz unterschiedlich von Bedeutung sein, nicht aber für den Verein.

Das ist nicht "so eine Sache", sondern Gesetz des Marktes.
Du argumentierst wie der oder die Bauarbeiter, die sich nicht erklären können, warum sie drei Vorgesetzte in Stufen haben. Was einzig damit zusammenhängt, dass sie schlicht deren Arbeit und vor allem das, was es für das Zusammenwirken des gesamten Komplexes und letztlich für ihren eigenen Arbeitsplatz bedeutet, nicht einschätzen können.

Wenn ich das auf die Planungen eines Bundesligavereins mal so übertrage, sehe ich da erhebliche Schwierigkeiten - und das gleich bei einigen der Grundsätze, die man für eine effektive Zielplanung beachten sollte (kann ich gern mal näher ausführen, falls das interessiert).
Brennend!
 
Wieso ist das falsch zu verstehen, dass deine Diskussion viel zu verfrüht ist? Du kannst doch jetzt nicht ein Fazit ziehen, wenn der Klassenerhalt noch nicht gesichert ist.

Weil ich insbesondere nach dem Rückstand gegen Leverkusen kein 0 - 4 erleben musste und das Spiel in Freiburg keinen ähnlichen Verlauf wie Köln, Stuttgart oder Schalke nahm. Wie deutlich soll ichs noch ausdrücken: Die Mannschaft und TS sind weit davon entfernt, sich für irgendwas in dieser Saison von mir feiern lassen zu dürfen bzw. können.
 
Du, Mick und Henne und viele andere hier haben im Gegensatz zur Mannschaft den Ernst der Lage nicht verstanden. Hier wird über ein nachhaltig erfolgreiches neues Spielsystem philosophiert, wohlwissend, dass wir noch tief im Abstiegskampf stecken. Ich habe es schon mehrfach geschrieben. Der Abstiegskampf läuft zur Zeit auf Hochtouren und ist noch lange nicht vorbei, jetzt haben wir ein Hoch, wer sagt uns, dass das nicht ein Zwischenhoch ist.

Gegen Lev hatten wir Glück, dass Kießling eine 100%ige nicht gemacht hatte. Dann hätte es 0:3 gestanden. Wäre es so gekommen, wäre es in dem Spiel aus gewesen.
Gegen SCF hatten wir Glück, dass der Schiri das Tor für die Freiburger nicht anerkannte und dass der Nicu ein Kreisklassefehler gemacht hat. Wäre das nicht gekommen, hätten wir knapp verloren.

Von einem neuen nachhaltigen und erfolgversprechenden System jetzt in der Frühphase seiner Einführung zu sprechen, ist doch ein wenig unseriös. Wartet mal ab, bis unser nächster Gegner unser ach so tolles System erkannt hat. Meint ihr, er hat dann keine Mittel dagegen anzugehen!!!

Egal, ich bin kein Systemanalytiker, eines weiß ich aber, es gibt kein perfektes System und der Gegner hat auch Fachkompetenz, also kann er auf unser System reagieren.

Was ich sagen will, ist, ihr redet jetzt schon so ausführlich über eine viel bessere Welt in der 1. Liga, obwohl es lange noch nicht sicher ist, dass wir auch drin bleiben werden, nach dem Motto "ich verteile den Fell des Bären, bevor ich ihn erlegt habe" und vergisst dabei erstmal den Bären zu erlegen.

Darüber rege ich mich auf. Man sollte sich über jeden errungenen Teilerfolg freuen und sich motivieren für die nächsten Teilherausforderungen. Das ist Abstiegskampf, lange und beschwerlich.

Ein gutes/perfektes System zeichnet sich vor allem dadurch aus DAS es variabel ist! Unsere alte Raute ist ein sehr gutes Spielsystem, weil es uns ermöglicht schnell auf die jeweiligen Gegebenheiten des Spieles zu reagieren (in Ballbesitz verschiebt sich/ dreht sich die Raute auf offensiv-Position, so schalten sich die beiden Halbpositionen mit in den Angriff ein und die offensiven schaffen Räume, ist der Gegner in Ballbesitz, so dreht sich die Raute so, das aus den beiden Halbpositionen im Mittelfeld defensive Spieler werden). Der Nachteil an der Raute Taktik ist das sie zum einen relativ abhängig von einem kreativen Offensiven Mittelfeldspieler ist, und zum anderen ein höchstmaß an Spielverständnis, taktischem Verständnis und Ballsicherheit voraussetzt. Entscheidend ist es für die Spieler blitzschnell im Kopf zu entscheiden welche Spielsitualtion gerade vorliegt, befindet sich das eigene Team gegenwärtig in einer Verteidigungs- oder Angriffs-Situation!? Oftmals schlagen eben jene Situationen schnell um und genau da liegt die schwäche des Rauten-Systems.
Bei schnellen, unerwarteten Ballverlusten im Mittelfeld können die Spieler oftmals nicht rechtzeitig reagieren = klarer nachteil gegenüber einem "starreren" System wie z.B. dem 4.4.2

Abschliessend ist natürlich vor allen Dingen zu entscheiden ob wir überhaupt die Spieler für ein Rautensystem haben. Haben wir diese nicht, so fällt die flexible Raute schon mal weg ...
 
Nein, Ziele werden vereinbart, damit ALLE - nehmen wir mal als Beispiel ein mittelständisches Unternehmen - ihre Daseinsberechtigung haben. Mit "einfach nur arbeiten" hälst Du selten eine Firma am Leben oder zumindest nicht lange. Wichtigste Voraussetzungen für Markt-/ Wettbewerbsfähigkeit sind meinen Erfahrungen nach Organisation, Disziplin (allerdings nicht unter Vernachlässigung eines förderlichen Betriebsklimas) und vor allem Innovation. Es sei denn, der Wettbewerb wird ausgehebelt, bspw. a) durch enge Beziehungen, lange gewachsene Synergieffekte und damit garantierte Mehreinnahmen/Umsatz oder eben b) schlicht durch wenig Konkurrenz. Beides dürfte im Zuge der Globalisierung immer schwieriger werden.

Das Ausgeben von Zielen ist deshalb wichtig, da es Antrieb und Orientierung zugleich ist für Innovation und damit verbunden für Organisationsentwicklung. Inwieweit diese Ziele dann mehr oder weniger realistisch eingeordnet werden, inwieweit sie ein grösseres oder geringeres Risiko beinhalten, steht auf einem anderen Papier. Und hängt nicht zuletzt wieder mit dem Wettbewerb zusammen.

Nach meinem Dafürhalten ist ein Fussballverein durchaus wie ein mittelständisches Unternehmen zu betrachten, welches ebenso im knallharten Wettbewerb steht. Und da ist bspw. das, was Du mit den Verletzungen wichtiger Stammspieler oder der Weiterentwicklung anderer Vereine, Tagesform usw. korrekterweise als unkalkulierbare Risiken benennst, auch in Unternehmen gegeben. Wenn ein wichtiger Mitarbeiter den Betrieb verlässt, der viele Fäden in der Hand hatte. Wenn die Firma 3 Meister und 2 Ingenieure ausbildet, Mitarbeiter weiterbildet auf Firmenkosten, um innovativ zu bleiben und den Status Quo zu wahren, diese dann aber abgeworben werden und vergleichsweise "billig" die Konkurrenz verstärken. Wenn durch einen Managementfehler ein wichtiger Kunde verloren geht, was Umsätze und Gewinnspielräume gefährdet. Im BL-Verein gefährdet es z. Bsp. die CL/EC-Teilnahme und damit auch wieder Umsatz und Gewinnspielraum.

Ziele werden definiert über Erreichtes, über das Wissen, wie dieses erreicht werden kann und der naheliegenden Vergleichbarkeit zur unmittelbaren Konkurrenz. Sie müssen sogar darüber definiert werden, denn im Fussballverein wie in anderen Unternehmen ist es nun mal so, dass Weiterentwicklung auf der Qualität der Mitarbeiter basiert. Diese sind aber nur erstens über höhere Gehälter/ Löhne und zweitens über die Möglichkeit, etwas erreichen/ sich selbst weiterentwickeln zu können im Unternehmen zu halten. Somit bestimmen die Mitarbeiter die Ziele mit. Und unabhängig von abnehmender Qualität der Mitarbeiter/ deren Arbeit müssen bei Erhalt dieser Mitarbeiter im Verein/ im Unternehmen die Ziele demzufolge zwangsläufig so gesetzt werden, dass es zuvor Erreichtem entspricht. Als weitere Folge dessen muss sich zwangsläufig Organisation in der Firma entwickeln, was wiederum mehr vordergründige Unproduktivität, also einen grösseren "Wasserkopf" zur Folge hat. Diese Struktur ist aber notwendig, um das komplexe Ganze (zu dem in letzter Instanz auch Kontrollorgane gehören) am Laufen zu halten und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Aber deshalb sind Ziele auch für Werder eine wichtige, steuernde Komponente und wenn diese verpasst werden, kann es für den emotionalen Fussballfan zwar ganz unterschiedlich von Bedeutung sein, nicht aber für den Verein.

Das ist nicht "so eine Sache", sondern Gesetz des Marktes.
Du argumentierst wie der oder die Bauarbeiter, die sich nicht erklären können, warum sie drei Vorgesetzte in Stufen haben. Was einzig damit zusammenhängt, dass sie schlicht deren Arbeit und vor allem das, was es für das Zusammenwirken des gesamten Komplexes und letztlich für ihren eigenen Arbeitsplatz bedeutet, nicht einschätzen können.

Brennend!

:tnx:

Habe mich nicht wirklich zu einem Beitrag zu diesem Thema aufraffen können. Aber stelle mir eine lustige Situation bei Vertragsverhandlungen mit Spielern vor: Spieler: "Wo will denn der Verein hin?", Verein: "Erstmal spielen wir ne Runde und dann schauen wir mal, was dabei rum kommt."

So überzeugt man ambitionierte Spieler nicht wirklich.

@Mick: Nochmals: Danke!
 
:tnx:

Habe mich nicht wirklich zu einem Beitrag zu diesem Thema aufraffen können. Aber stelle mir eine lustige Situation bei Vertragsverhandlungen mit Spielern vor: Spieler: "Wo will denn der Verein hin?", Verein: "Erstmal spielen wir ne Runde und dann schauen wir mal, was dabei rum kommt."

So überzeugt man ambitionierte Spieler nicht wirklich.

@Mick: Nochmals: Danke!

Ich erinnere mal, dass ein vorgegebenes ambitioniertes Ziel mal einen vor die Füße geworfen werden kann.
War es nicht mal Bernd Hoffmann (ich meine den HSV-Chef) gewesen, der ein 10-Jahres-Plan aufstellte, um dauerhaft in der CL zu spielen. Ich glaube, die 10 Jahre sind jetzt rum.
 
........................
Was für mich aber immer Thema bleiben wird: Wenn das, was du und Mick auf den letzten Seiten schon häufig genug angesprochen haben, nämlich ein kürzlich eingeführter taktischer Prozess ("Wir müssen wieder einfacher spielen"), der nun greift, warum bedarf es da erst eines sportlichen Super-GAUs, dass die Mannschaft und der Trainer diese gewisse taktische Flexibilität zeigt? Warum nicht schon früher so?

Tja, warum nicht schon früher so. Das ist auch meine Meinung. Ich würde -siehe meine zwischenzeitliche scharfe Kritik an TS und KA- da so sehen, das KA eine ganze Zeitlang einfach schlechtere Arbeit bei den Transfers gemacht hat (er war ja auch privat und durch die berufliche Doppelrolle zu sehr belastet). Und TS hat zu lange stur an nicht mehr zeitgemäßen System fest gehalten, bzw. sehr unglücklich vorhandene Systeme geändert.

Ich kann mich nur wiederholen: Solange diese Fehler abgestellt werden, man aus ihnen lernt und es zukünftig besser macht, lohnt ein Blick zurück nicht mehr.

Das Vertrauen, das der Trainer und der Manager-GF dies so machen und wieder in die Erfolgsdspur zurück finden, war mir zwischenzeitlich abhanden gekommen, aber seit dem Leverkusen Spiel holen Trainer und Manager sich dieses Vertrauen gerade Stück für Stück zurück.
 
Ich erinnere mal, dass ein vorgegebenes ambitioniertes Ziel mal einen vor die Füße geworfen werden kann.
War es nicht mal Bernd Hoffmann (ich meine den HSV-Chef) gewesen, der ein 10-Jahres-Plan aufstellte, um dauerhaft in der CL zu spielen. Ich glaube, die 10 Jahre sind jetzt rum.

Nö. Sind Ende des Jahres erst 9. :p

Es geht auch um Saisonziele. Sollte man schon jedes Jahr definieren. Erfüllt man diese nicht, gilt es zu analysieren, woran es lag und daraus die entsprechenden Schlüsse zu ziehen. Muss nicht immer ein Trainerwechsel sein. Aber um möglichen Neuzugängen eine Perspektive zu bieten, halte ich eben klare Ansagen bezüglich des Saisonzielproblematik für zwingend notwendig.
 

Mick, aus meiner Erfahrung als Unternehmer liegst Du dort völlig richtig. Es ist immer so, dass Du an kleinen Zielen/Weiterentwicklung im tagtäglichen Berufsleben arbeitest, um die großen Ziele/Weiterentwicklungen zu erreichen. Du darfst die kleinen Dinge nicht aus den Augen verlieren, dich aber nicht darin verzetteln und vor allem, was Du so geschickt als "Innovation" bezeichnest hast, Entwicklungen am Markt nicht außer Acht lassen. Das alles ist ein beschwerlicher Weg und Du fragst Dich häufig "warum muss ich mich jetzt mit diesem Kleinkram befassen, wenn viel größere und wichtigere Aufgaben warten". Das ist völlig normal, aber man sieht über die Jahre diese Entwicklungen, auch wenn sie sehr langsam voranschreiten. Um zum Fußball zurück zu kehren: Hier ist es doch genauso. Die Akribie am Detail bringt den Fortschritt. Häufig wird man als Fan ungeduldig und versteht von Außen betrachtet nicht, warum der Verantwortliche nun gerade dieses oder jenes tut, obwohl doch ganz andere Baustellen viel offensichtlicher sind. Wenn Du die Aufgabe und damit die Zusammenhänge kennst, wird dir völlig klar, warum derjenige nun gerade das tut, was er tut: weil das Eine häufig Ursache für das Andere ist. Das muss man von Außen nicht unbedingt verstehen. Aber unterm Strich muss man schauen, wie man die Ziele durch kleine Schritte verwirklicht. Das hat imo TS auch getan und dass gerade jetzt, wie steht es oben?, Klick gemacht hat, ist sicherlich kein Zufall und das Produkt dieser vielen kleinen Schritte. Das ist nicht nur in mittelständischen Unternehmungen oder im Fußballverein so, das ist im ganzen Leben so. Darauf musste Schaaf und darauf mussten wir Fans einfach mal hoffen und auch darauf vertrauen, dass der richtige Weg gegangen wird - auch wenn es Geduld erfordert. Aber dafür ist er nun einmal der Fachmann und ich z.B. eben nicht.
 
Wir wissen es doch aus eigener Erfahrung anno 2009, daß man nach dem Verpassen der CL-Quali über die Liga das durch den Pokalsieg erhaltene "müde Trostpflaster" EL gerne mitnimmt. Die Einahmeverluste sind zwar imens, für S04 vllt. sogar verheerend, aber es ist finanziell immer noch das kleiner Übel als gänzlich ohne internationale Einnahmen auskommen zu müssen.

Genau darauf wollte ich aber hinaus. EuroLeague ist finanziell wesentlich uninteressanter für die Schalker als die CL. Wobei natürlich Schalke die Zuschauereinnahmen dann gerne mit nimmt, bei denen ist die Hütte ja sogar voll wenn sie gegen Turbine Wladiwostok in der ersten Runde ran müssen.

Trotzdem fand ich den Vergleich mit Magath da relativ sinnfrei. Zumal der als Trainer ja schon CL Erfahrung bei den Bayern gesammelt hatte.
 
@Karlotto: :tnx:
Dass sich Werder trotz schwierigerer Rahmenbedingungen als einige andere auf Jahre unter den ersten Drei festsetzen konnte und sich zeitweise zur zweiten Kraft im deutschen Fussball entwickeln konnte, ist so eine Folge von Innovation und dem Ineinandergreifen von Rädchen in allen Bereichen.

Wir hatten einen Trainer, der anderen überlegen war, einen Manager, der als phantasievoller Querdenker dem Trainer einen Kader verschaffte (und das preisgünstig), den dieser zur erfolgreichen Umsetzung seiner Ideen benötigte. Wir hatten einen Vorstand, der gepaart aus langjährigen Erfahrungen und Leuten mit neuen Ideen zur Umsetzung des Konzeptes entscheidend beitrug.

Mittlerweile wirkt es aber zu oft so, dass wir im Verein insgesamt an einem Punkt angelangt sind, an dem Werder schon einmal Mitte der 90er war. Es ist nicht rein zufällig seit etwa 2006/2007/2008 so wie Sofatester bereits erwähnt, dass Allofs Händchen in der Transferpolitik immer unglücklicher wurde, gleichzeitig Schaaf starr an "seinem System" und einer Spielausrichtung festhielt, für die er überhaupt nicht mehr die Leute hatte. Ich glaube, da hatte seinerzeit die typische Kehrseite langfristigen Erfolges auch bei Werder Einzug gehalten, dass eben diese Erfolge teilweise zu Betriebsblindheit und dem Verlust von innovativem Denken führen. Ausserdem bleibt der Eindruck haften, dass die auf naive Weise verpasste Meisterschaft 2007 nicht richtig eingeordnet wurde und der folgende 2. Platz 2008 erst recht nicht förderlich waren zur Bearbeitung dieser Defizite. Es hat sie eher verschärft.

Weswegen ich beim Thema Schaaf, was die Zukunft angeht, doch sehr zwiegespalten bin - und das passt zur Diskussion Sofatester-Basti - ist die Entwicklung der vergangenen Saison. In den ersten drei Monaten vermittelte TS zunächst eindeutig, dass er endlich aus der Saison 08/09 und dem Trend seit 06 die richtigen Lehren gezogen hatte. Werder spielte clever, nicht so extrem ballorientiert, dafür aber strategisch klug, mit guter Raumbeherrschung und unter Einbeziehen der Stärken des Gegners. Dazu auch noch variabel, änderte die Taktik im Spielverlauf. Aber sowie es besser lief, Werder wieder oben dran war, verfiel TS in die alten Muster, änderte viel zu spät, als offensichtlich das System nicht funktionierte. Als er änderte, dann auf Doppelsechs und Dreierreihe, stellten sich die Erfolge wieder ein. Aber warum mussten da erst 10 Spiele mit nur einem Sieg und am Ende 5 Niederlagen in Folge herhalten? Zu Beginn dieser Saison bis hin zum HSV-Spiel der gleiche Unsinn mit dem angesichts der Ballsicherheit und dem schlechten Spiel im Raum nahezu absurden Anspruch der Ball-und offensiven Spielkontrolle. Ich werde wiederum den Eindruck nicht los, dass das eine Folge des letzte Saison noch glücklich erreichten 3. Platzes war. JETZT erst hat er umgedacht auf eine andere Spielausrichtung und es ist daher nicht auszuschließen, dass wir noch eine Serie starten.

Man muss nicht alles verstehen, da hast Du recht, aber man kann es versuchen. Letztlich wirkt es immer so, dass TS nur den Notfallplan B hervorholt, wenn es gar nicht mehr anders geht. Meinst, Du dass wir so langfristig eine erneute Trendwende schaffen? Deshalb muss die nächste Saison DER Gradmesser werden zur Verlängerung seines Vertrages.
 
Tja, warum nicht schon früher so. Das ist auch meine Meinung.

Dann herrscht ja diesbezüglich bei uns beiden Einigkeit. Nur wünschen wir uns wohl unterschiedliche Konsequenzen:

Ich kann mich nur wiederholen: Solange diese Fehler abgestellt werden, man aus ihnen lernt und es zukünftig besser macht, lohnt ein Blick zurück nicht mehr.

Das seh ich eben anders. Für mich hat es sich "ausgeschaaft". Und so drastisch das auch klingen mag, will ich nicht zum x-ten Male Schaafs Verdienste um Werder usw hervorheben, das wurde schon zur Genüge getan.

Ich kann hier nur Mick zustimmen, dass es sich anfühlt, als würde Schaaf Wechsel des Spielsystems nur als absolute Notmaßnahme durchführen, und nicht im Hinblick auf die Stärken des jeweiligen Gegners, und zwar dies konsequent Spiel für Spiel. So bleibt es nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder in eine ähnliche Situation gelangen.
 
Tja, warum nicht schon früher so. Das ist auch meine Meinung. Ich würde -siehe meine zwischenzeitliche scharfe Kritik an TS und KA- da so sehen, das KA eine ganze Zeitlang einfach schlechtere Arbeit bei den Transfers gemacht hat (er war ja auch privat und durch die berufliche Doppelrolle zu sehr belastet). Und TS hat zu lange stur an nicht mehr zeitgemäßen System fest gehalten, bzw. sehr unglücklich vorhandene Systeme geändert.

Ich kann mich nur wiederholen: Solange diese Fehler abgestellt werden, man aus ihnen lernt und es zukünftig besser macht, lohnt ein Blick zurück nicht mehr.

Ich sehe es gar nicht mal unbedingt als grobe Fehler von KA und Sturheit von TS, sondern gerade zu Beginn der Saison als Zusammenspiel von mehreren unglücklichen Faktoren, als versucht wurde ein System zu etablieren ohne klassischen 10er in Zusammenspiel mit vielen Verletzungen und Leistungslöchern von Schlüsselspielern, was einerseits den Neuzugängen die Eingewöhnung fast unmöglich machte, andererseits die Funktionalität des neuen Systems ungeheuer einschränkte (ich sage nur Wesley als LV und Arni mal als alleinige Sturmspitze, mal als 10er etc.). Böse Fehler von KA sind passiert, das will ich nicht leugnen, aber meiner Meinung nach erst in der Winterpause, nicht unbedingt vorher. Ich halte Wesley für einen guten Transfer und sehe in Arni tatsächlich noch Potential, die Nichtverpflichtung eines Özil-Ersatzes drei-vier Wochen vor Transferschluss werfe ich KA nicht vor.

Bezüglich TS wird natürlich der Punkt Sturheit gerne mal genannt, ich denke aber mal, dass es in dieser Saison nicht allein daran lag, sondern die von mir angesprochenen Punkte schon in gewisser Weise mit reinspielten. TS konnte teilweise doch gar nicht anders, als so aufzustellen, wie er es manchmal getan hat. Da konnte sich zu Beginn der Saison einiges entwickeln, nur kein funktionierendes System. Die jetzt erfolgreiche Art und Weise des Werder-Spiels ist ja nicht nur der taktischen Umstellung des Trainers zu verdanken, sondern auch der Wiedergenesung von Borowski und der Leistungssteigerung von Silvestre (deutlich) und Wagner (ansatzweise). Zudem kam Trinks nach längerer Verletzung zum Einsatz, nachdem die Versuche mit Kroos und Thy vorher wenig Wirkung zeigten.

Alles in allem einfach eine Seuchensaison. Wenn ich mir aber so durchlese, was Mick hier auf einer der letzten Seiten über ein Unternehmen bzw. Fussballverein als Unternehmen geschrieben hat, so muss ich daran denken, dass wir dank KATS immer noch die erfolgreichste Mannschaft der Bundesliga seit 03/04 hinter den Bayern sind. Danach kommt schon Schalke mit drei CL-Teilnahmen in dem Zeitraum und einer CL-Quali-Pleite (auf die Konstanz bezogen, da fehlt natürlich der Titel). Mannschaften, auf die jetzt alle schielen und deren Trainer gefeiert werden wie Dortmund, Mainz und Hannover müssen in den nächsten Jahren erstmal beweisen, dass sie eine solche Konstanz erreichen können. Ich finde es nämlich gar nicht mal uninteressant, sich andere Beispiele anzusehen:

LEV: Spielen gefühlt irgendwie immer oben mit, mussten aber nach ihren drei Vizemeisterschaften fast den Abstieg hinnehmen und konnten seitdem nicht in einer Saison mehr ernsthaft ins Titelrennen eingreifen (die aktuelle Saison ist bisher die beste, nur muss Dortmund natürlich schwächeln).

WOB und Stuttgart: Sind Meister geworden genau wie wir, Stuttgart hat danach noch einmal die CL erreicht über Quali, aber die Ergebnisse der anderen Spielzeiten war nur Durchschnitt. WOB war das Jahr nach der Meisterschaft Achter und steckt jetzt genau wie Stuttgart im Abstiegskampf.

Schalke: Ohne Ende Investitionen, verballern Kohle wie nix gutes und es kommt kein Titel bei raus. Wie ich oben erwähnte, von der Konstanz her noch am nächsten an uns dran mit drei CL Teilnahmen und einmal Quali seit 03/04, aber immer noch ohne Meisterschaft. Derzeit auch wieder in einer richtig schwachen Saison, zwischendurch "nur" Siebter, Vierter und Achter.

Hamburg: Ich schreib mal nichts dazu.. :D

Wenn man da mal Vergleiche anstellt (die Kritiker vergleichen ja auch aktuell gerne mit Mainz, Dortmund, Hannover) sieht man ganz deutlich, dass KATS es in der Vergangenheit geschafft haben, uns vor solchen Krisen zu bewahren und uns auf konstant hohem Niveau zu halten. Sicher hat es auch immer Phasen gegeben, in denen man dachte, es wäre noch mehr drin gewesen, wenn eigene Fehler einfach mal vermieden worden wären, aber man sieht doch ganz deutlich, dass kein Trainer bei keinem der verglichenen Vereine von solchen Phasen verschont bleibt und dass es wohl zum Geschäft und zur Natur des Profisports gehört, dass es immer mal zu solchen Phasen kommt. Bei uns gab es seit 03/04 eine einzige Saison mit einem schlechteren BuLi Ergebnis, aber da haben wir das UEFA Cup Finale erreicht und sind DFB Pokalsieger geworden. Die aktuelle Saison ist in meinen Augen das erste echte Krisenjahr, und ich denke einfach, unsere sportliche Leitung hat es aufgrund der von mir aufgeführten Erfolge verdient, im Sommer einen Umbruch starten zu dürfen und es im nächsten Jahr besser zu machen. Natürlich kann auch das in die Hose gehen. Erfolge in der Vergangenheit schützen nicht davor, schwere Fehler in der Zukunft zu begehen. Aufgrund der Konstanz und des Erreichten der letzten Jahr finde ich es aber ehrlich gesagt erschreckend und traurig, dass scheinbar so viele User hier kein Vertrauen mehr in unsere sportliche Leitung haben und eine Trennung als einzige Möglichkeit sehen, dass es nächstes Jahr wieder aufwärts geht. Das stört mich gewaltig.

EDIT:

@mick: Wir haben glaub ich zeitgleich geschrieben, habe gerade noch Deinen Beitrag durchgelesen, bevor ich meinen abschicke. Nur mal ne Frage dazu: Du bist ja auch einer derjenigen, der sagt, man könne in den letzten Jahren eine negative Entwicklung bei TS feststellen. Auf die Situation bei anderen Vereinen direkt nach Erfolgen bin ich ja weiter oben eingegangen. Meinst Du, Platz 2 in 07/08, Platz 3 in 09/10 und der Pokalsieg sowie das Erreichen des UEFA-Cup Finales in 08/09 waren hauptsächlich unserem individuell starken Kader zu verdanken? Es liest sich manchmal ein bißchen so.
 
Wir hatten einen Trainer, der anderen überlegen war, einen Manager, der als phantasievoller Querdenker dem Trainer einen Kader verschaffte (und das preisgünstig), den dieser zur erfolgreichen Umsetzung seiner Ideen benötigte. Wir hatten einen Vorstand, der gepaart aus langjährigen Erfahrungen und Leuten mit neuen Ideen zur Umsetzung des Konzeptes entscheidend beitrug.

Ich denke, dass hier eine entscheidende Komponente des sehr gut funktionierenden Konstrukts, durch auftauchende Gerüchte und Willi Lemke, hier völlig unnötig in Misskredit gebracht wurde, der diese Geradlinigkeit in der Zusammenarbeit in Gefahr und auch letztlich aus dem Gleichgewicht gebracht wurde. Hier muss, das hatte ich an anderer Stelle auch schon geschrieben, Ersatz geschaffen werden. Wir wäre es mit einem Jürgen L. Born, dessen Ruf nun doch völlig wiederhergestellt sein dürfte?

Mittlerweile wirkt es aber zu oft so, dass wir im Verein insgesamt an einem Punkt angelangt sind, an dem Werder schon einmal Mitte der 90er war. Es ist nicht rein zufällig seit etwa 2006/2007/2008 so wie Sofatester bereits erwähnt, dass Allofs Händchen in der Transferpolitik immer unglücklicher wurde, gleichzeitig Schaaf starr an "seinem System" und einer Spielausrichtung festhielt, für die er überhaupt nicht mehr die Leute hatte. Ich glaube, da hatte seinerzeit die typische Kehrseite langfristigen Erfolges auch bei Werder Einzug gehalten, dass eben diese Erfolge teilweise zu Betriebsblindheit und dem Verlust von innovativem Denken führen. Ausserdem bleibt der Eindruck haften, dass die auf naive Weise verpasste Meisterschaft 2007 nicht richtig eingeordnet wurde und der folgende 2. Platz 2008 erst recht nicht förderlich waren zur Bearbeitung dieser Defizite. Es hat sie eher verschärft.

Andererseits hätte die damalige CL-Quali doch auch den finanziellen Rahmen bieten können, die notwendigen Veränderungen einzuleiten. Aber das ist eben das Problem, dass zum einen ausbleibende Probleme den Blick vernebeln und eine gewisse Selbstzufriedenheit, die Verantwortlichen daran hindert, neue Pfade zu gehen, wenn die Alten sich immer noch bewähren. Das meinte ich, das meintest Du mit "innovativem Denken und Handeln". Ohne Diego dafür irgendwelche Schuld zuzuschreiben - aber der Abgang kam vielleicht, wenn er denn schon wirtschaftlich notwendig war, auf der einen Seite zu früh, weil wir darauf konkret kaum vorbereitet waren und auf der anderen Seite zu spät, weil sich zu viel verselbstständigte, was änderbar gewesen wäre, auch mit ihm. Vermutlich hätte Diego aber dann nicht mehr so funktioniert, wie er es tat - er tat das nämlich, weil er und vor allem die Mannschaft durch seine individuelle Klasse, so weit es ging von strategischen Aufgaben befreit wurde.

Weswegen ich beim Thema Schaaf, was die Zukunft angeht, doch sehr zwiegespalten bin - und das passt zur Diskussion Sofatester-Basti - ist die Entwicklung der vergangenen Saison. In den ersten drei Monaten vermittelte TS zunächst eindeutig, dass er endlich aus der Saison 08/09 und dem Trend seit 06 die richtigen Lehren gezogen hatte. Werder spielte clever, nicht so extrem ballorientiert, dafür aber strategisch klug, mit guter Raumbeherrschung und unter Einbeziehen der Stärken des Gegners. Dazu auch noch variabel, änderte die Taktik im Spielverlauf. Aber sowie es besser lief, Werder wieder oben dran war, verfiel TS in die alten Muster, änderte viel zu spät, als offensichtlich das System nicht funktionierte. Als er änderte, dann auf Doppelsechs und Dreierreihe, stellten sich die Erfolge wieder ein. Aber warum mussten da erst 10 Spiele mit nur einem Sieg und am Ende 5 Niederlagen in Folge herhalten? Zu Beginn dieser Saison bis hin zum HSV-Spiel der gleiche Unsinn mit dem angesichts der Ballsicherheit und dem schlechten Spiel im Raum nahezu absurden Anspruch der Ball-und offensiven Spielkontrolle. Ich werde wiederum den Eindruck nicht los, dass das eine Folge des letzte Saison noch glücklich erreichten 3. Platzes war. JETZT erst hat er umgedacht auf eine andere Spielausrichtung und es ist daher nicht auszuschließen, dass wir noch eine Serie starten.

Deine Bedenken in Ehren - aber ich schätze TS trotz aller vermuteten Stuhrheit für intelligent genug ein, auch an seinen persönlichen Defiziten zu arbeiten. Dieses Jahr sollte ihm eine Lehre sein. Mir im Übrigen auch, denn ich habe die Situation vor dieser Saison, auch fehl eingeschätzt. Ich habe nicht mit so vielen tiefgreifenden Problemen gerechnet. Wenn er es jetzt schafft, situativ einzugreifen, der Mannschaft eine neue Stabilität zu verschaffen, warum sollte er das nicht auch im Generellen schaffen, ein variableres System zu integrieren? Ich halte es trotz all seiner persönlichen Verdienste, trotz der Fähigkeit, andere Spieler mit zu entwickeln, sie in ein System ein zu passen, für falsch, allein Micoud die Lorbeeren aus den guten Jahren seines Wirkens hier, zuzuschreiben. Wenn dem so wäre, hätte er auch in den Jahren davor in Parma und danach in Bordeaux, mehr Struktur in die jeweiligen Mannschaften bringen müssen. Das konnte er auch am offensichtlichsten unter Thomas Schaaf.

Man muss nicht alles verstehen, da hast Du recht, aber man kann es versuchen. Letztlich wirkt es immer so, dass TS nur den Notfallplan B hervorholt, wenn es gar nicht mehr anders geht. Meinst, Du dass wir so langfristig eine erneute Trendwende schaffen? Deshalb muss die nächste Saison DER Gradmesser werden zur Verlängerung seines Vertrages.

Ich meine, dass Schaaf in der Lage ist, dem Verein eine neue Philosophie zu verpassen - ja. Es müssen sich jedoch im Vorstand, wie oben bereits geschrieben, einige Dinge verändern. Klaus Allofs benötigt fachliche Entlastung. Ich stelle mir zum einen einen Baumann mit mehr Kompetenz vor, ich stelle mir einen Marco Bode vor, der in die operativen Aufgaben eingebunden wird und unabhängig davon, einen Geschäftsführer, der nicht gleichzeitig operative und administrative Aufgaben übernimmt. Klaus Allofs vor allem, und dort liegt der Hund begraben, kann nicht alles zugleich in der gewohnten Qualität abliefern. Er muss wieder das tun, worin er am besten ist. Das alles wird notwendig sein, um die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, für eine erfolgreiche Arbeit. Nicht für alles, was sportliche falsch gelaufen ist, ist TS allein verantwortlich. Und deswegen wird hier ein Umstrukturierung notwendig sein. Das bedingt, dass Kompetenzen seitens der Verantwortlichen abgegeben werden muss, dass gleichzeitig Knowhow von Außen hinein getragen wird.

All das wird sehr kurzfristig zum Erfolg führen. Wir haben mit z.B. Trinks, Wesley, Schmidt, Marin, Hunt, Prödl, Arnautovic, Mielitz, Hunt immer noch so viel brachliegendes Potenzial, dass einem schwindelig wird. Sie brauchen nur jemanden, der ihnen die Aufgaben zuweist. Die Aufgaben sind gestellt, aber ich sehe da auch große Möglichkeiten, mit 2-3 geschickten Verpflichtungen, Möglichkeiten, alles abzurufen und wieder das Optimum aus den Spielern heraus zu holen. Das kann TS, wie kaum ein Zweiter.
 
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