Ich kann leider so wenig zur Motivation sagen

Vielleicht wäre ich auch so ins Ausland gegangen aber diesmal war es eher, auch wenn ich es toll fand, gezwungenermaßen. Bei uns ist ein Auslandssemester nämlich Pflicht. Ich denke, es gibt genug andere Gründe, es trotzdem zu tun, wenn man es eh machen muss, denkt man aber irgendwie nicht sooo viel darüber nach, sondern sieht dann eben hinterher, was es einem gebracht hat.
Und man hat recht viel davon, man sollte sich vielleicht nur vorher damit beschäftigen, ob die Noten auch anerkannt werden, irgendwo soll es das Studium ja auch voran treiben. Stichwort Learning Agreement.
ERASMUS kann ich auch nur empfehlen, war auch mit denen im Ausland. Für den ERASMUS-Zuschuss ist es glaub ich nötig, dass die Hochschulen eine ERASMUS-Partnerschaft haben. Einfach Partnerhochschule aussuchen, bewerben und schon kann's losgehen.
Wer sich Sorgen um das Finanzielle macht: Ich habe Auslandsbafög (und ich bekomme hier in Deutschland kein Bafög) und den ERASMUS Zuschuss bekommen, so war das Jahr in Stockholm (wo es wirklich nicht gerade billig ist) sogar günstiger als ein Jahr leben in Bremen, da ich mehr Geld bekommen habe, als ich in Stockholm mehr ausgeben musste, als in Bremen.
Zum Sprachlichen kann ich leider auch nicht so viel sagen, da ich in der 11. Klasse schon einmal ein Jahr in den USA war und an meinem Englisch nicht mehr so viel zu rütteln war. Hab also wenig Erfahrung damit, wie sich Englisch entwickelt, wenn man in ein nicht englischsprachiges Land geht, in dem Englisch trotzdem viel (beispielsweise in der Uni) benutzt wird...
Was speziell Skandinavien angeht: Es ist extrem schwer, dort die Landessprache effektiv zu erlernen. Zwar habe ich Schwedisch gelernt, kann ein paar Brocken und auch schwedische Texte lesen ist nicht sooo schwer (ist dem Deutschen und Englischen ja recht ähnlich) aber man bekommt kaum eine Chance zu Üben. Die Skandis reden eben auch gerne Englisch und nutzen fast jede Chance, erst recht, wenn sie merken, dass du ihre Sprache nicht perfekt sprichst. Da sind sie eher pragmatisch als eigensinnig...
Ich würde allerdings vermuten, dass es da im Süden ganz anders aussieht.
Und ganz wichtig: Vorher mit Stadt, Land, Sitten und Lebensstandard beschäftigen. Ich habe jetzt oft genug erlebt, wie Leute blind losfliegen und sich am Ende wundern, dass es im Ausland manchmal ganz anders ist, als zuhause

Und das habe ich bei uns erlebt, wie sich Studenten plötzlich wundern, wie teuer der Alkohol in Schweden ist (Überraschung

) oder jetzt auch bei ein paar Studenten in Dundee, die in einer leicht verschlafenen Industriestadt die edlen Clubs vermissen. Man sollte sich noch mal überlegen, worauf man ein halbes oder ganzes Jahr verzichten kann. Einige tun es sich da offensichtlich sehr schwer