Da muss ich dir Recht geben. Diese individuelle Klasse (außer Ribery, den sehe ich von vielen in seiner Wichtigkeit überschätzt) wird in diesem Spiel reichen um Dortmund zu schlagen, .....
@Mick
Ich halte dagegen.

Ich glaube schon, daß Bayern grade durch den Sieg zuletzt, eine recht breite Brust hat und das Match gewinnt. Warten wir´s ab...
Nur dass die individuelle Klasse der Bayern so groß ist, dass sie das Dortmunder Spielsystem nicht zu interessieren braucht. Ein Punktgewinn der Dortmunder würde mich sehr überraschen.
Als ich Dortmund in Leverkusen und letzte Woche gegen St. Pauli gesehen habe sowie die Spiele der Bayern in Mainz und gegen Inter, war für mich zu 95% klar, dass Dortmund nicht verlieren wird. Die Schwächen der Bayern haben Mainz und sogar Inter, die nun wirklich nicht viel für das Spiel getan haben, deutlich offengelegt.
Wenn hier erzählt wird, individuelle Klasse würde reichen, die Dortmunder zu schlagen, dann werden ganz klar die Ursachen für deren Saisonleistung unterschätzt bzw. überhaupt nicht erkannt und gleichzeitig die Schwächen der Bayern verkannt.
Dortmund hat nicht fast alle Auswärtsspiele gewonnen (in der EL haben sie auswärts auch nicht verloren, oder?), weil sie tollen Offensivfussball spielen oder weil sie überragende Einzelkönner in ihren Reihen haben. Ihre herausragende Stärke basiert hauptsächlich darauf, dass sie verdammt defensivstark sind. Und das sind sie deshalb, weil sie ein System verinnerlicht haben, in dem alle Rädchen praktisch optimal ineinandergreifen. Dadurch müssen sie nicht zwingend mehr laufen als der Gegner, schaffen aber trotzdem ständig Überzahl, weil sie so gut verschieben, weil Spieler A genau weiss, welche Wege Spieler B und C gehen werden und gehen können und wie der Rest darauf reagiert. So haben sie bei Ballverlust immer genug Leute hinter dem Ball, stellen optimal zu, was die Chance, den Ball zurückzuerobern permanent hoch hält. Nebenbei gesagt, dürfte so ein Fussball mit dem Trainer Schaaf nie möglich sein. Und nach Balleroberung hat Dortmund viele Optionen, die sie dann durch hohe Schnelligkeit und direkte Passagen nutzen.
Noch wichtiger aber ist: Dortmund erreicht aufgrund dieser guten Abstimmung, dem stetigen Halten der Abstände und der Ordnung, nicht wie die meisten Mannschaften eine Kompaktheit erst in der gegnerischen oder der eigenen Hälfte, je nach Verlagerung des Spielgeschehens, sondern über zwei Drittel des Feldes. Somit sind sie in der Lage, effektives Pressing über`s GANZE Feld zu spielen und haben nach Ballgewinn den unschätzbaren Vorteil, sich in der Regel schon ziemlich nahe am gegnerischen Tor zu befinden oder sehr schnell dorthin zu gelangen.
Der BVB hat drei Jahre gebraucht, um das zu perfektionieren. Dass es so gut läuft, hätten sie vermutlich selbst nicht gedacht.
Wenn Du nun gegen so eine, top organisierte Truppe spielst, ist es elementar, dass ALLE gegen den Ball arbeiten. Mit einem Defensivverweigerer wie Ribery und einem Robben, der die wichtigen Wege in der Rückwärtsbewegung auch nicht geht, weil ihm dafür schlicht wie oben genannt das Verständnis fehlt, sind alle anderen IMMER in der läuferischen Bringschuld. Sie müssen mehr ackern und weitere Wege als die Gegenspieler gehen, was zwangsläufig Räume herschenkt und die Aufgabenverteilung gegen den Ball schier unmöglich macht. Ein Kontrahent, der strikt die Ordnung hält, gewinnt dadurch Zeit und spart Kraft, die Versorgung für die Offensivabteilung in den gefährlichen Zonen abzuscheiden und gleichzeitig das Spiel zu seinen Gunsten zu organisieren. Deswegen waren Schweinsteiger/Pranjic heute ständig überlastet und wurden zu Fehlern gezwungen.
Bayern hätte natürlich auch so ein Spiel über eine Individualaktion entscheiden oder mindestens in Führung gehen können, das ist bei dieser Offensive nie unmöglich. Es ist nur in solchen Spielen nicht sehr wahrscheinlich. In fast allen anderen BL-Spielen schon.
Übrigens, @Mezzo - das Spielsystem des Gegners hat IMMER zu interessieren, gerade in der heutigen Fortentwicklung des Fussballs. Was meinst Du wohl, warum Werder trotz unbestrittener Qualitäten von Einzelspielern im Kader derzeit so tief unten drin steht?
du meinst unser system ist statisch, hebst aber gleichzeitig 5 sehr starke positionen von uns hervor (Ribery, Robben Gomez, Müller, Schweinsteiger). Also wenn unser System mit diesen 5 Spielern zu statisch ist, dann erkläre mir mal bitte deine Vorstellung von variablem Fußball...
...reicht das? Ein System, das davon lebt, kommt in das CL-Finale, wird dort gegen einen gut organisierten Gegner ausgehebelt oder wird Vizemeister und wird in Spielen wie heute ausgehebelt. Oder in einzelnen anderen, wie zuhause gegen Mainz in der Hinrunde oder letzte Saison beim HSV. Das ist Jammern auf sehr hohem Niveau, erklärt aber dennoch einiges.