Mit "...daß die Truppe auf urtypische Weise mit ihrem losen taktischen Korsett und ihrer Ignoranz was die Spielweise des Gegners angeht..." bestätigst Du doch genau das was ich meine, denn wenn eine Manschaft die Spielweise des Gegner ignoriert, dann das ist ein klares Anzeichen dafür, daß sie mit der falschen Einstellung in die Partie(n) gegangen ist.
Nein, ich begründe es u. a. damit....
Diese falsche Berufsauffassung...
...richtig. Wenn Du auf Arbeit gehst und montag morgen einen Fehler machst, dann machst Du den dienstags nicht wieder oder versuchst zumindest, diesen zu vermeiden. Die kleinen Fehler, die Dir Mi. und Do. unterlaufen, versuchst Du in der nächsten Woche mindestens zu minimieren. Es wird immer mal schlechte Tage geben, wo Dir alte Fehler noch einmal unterlaufen. Aber
im Wesentlichen achtest Du mit zunehmender Erfahrung auf diese Dinge und weisst, was Du frühmorgens auf keinen Fall vergessen darfst, welcher Zwischenschritt wichtig ist, um den nächsten gehen zu können, damit am Feierabend was brauchbares dabei rumkommt. Ist das im Fussball anders?
Manche bzw. viele Profi-Fussballer scheinen das jedenfalls anders zu sehen. Mir kommt es oft so vor, als ob die immer wieder von vorne anfangen. Ein Beispiel: Die Mannschaft Werder`s hatte es in der Hinrunde 09/10 über 6 bis 10 Spiele geschafft, genau die defensiven Algorithmen zu beherrschen, die heute wieder komplett fehlen. Obwohl sich das Team in der Besetzung so viel nicht verändert hat. Dies ist allerdings
kein Werder-Phänomen. Aber für mich hat das eben mit genannter Berufsauffassung zu tun. Viele von denen vermitteln den Eindruck, dass sie überhaupt nicht wissen, wie Fussball erfolgreich funktioniert und auch nicht Willens sind, das zu erlernen. Wenn eins, zwei Leute ausfallen, fällt das Gebilde in sich zusammen? Weil die anderen nicht dazulernen, obwohl sie gesehen haben, wie`s geht? Es geht ihnen zu gut, das ist alles.
Nicht, dass wir uns falsch verstehen - Routine im Job ist nicht mit Konzentration auf den Punkt, in diesem Fall mit 90 Minuten Leistungssport vergleichbar. Sehr wohl vergleichbar ist allerdings, aus Fehlern zu lernen sowie Abläufe zu trainieren und immer wieder abzurufen. Aber das wollen unsere Bubis offenbar nicht.
Deshalb wird die Arbeit für die Trainer immer schwieriger und Schaaf ist mit seiner Philosophie eigentlich zu gut für dieses Geschäft. Umso bemerkenswerter, dass er bisher so erfolgreich war. Deswegen ist es aber gleichzeitig mit diesem Trainer so wichtig, bei Neuzugängen und Förderung der Spieler auf Intellekt oder auf schon vorhandene taktische Schulung zu achten. Wenn immer wieder nur junge Spieler dazukommen, die noch viel lernen müssen, wird es mit diesem "Stamm" kaum funktionieren. Schaaf setzt bei Spielern auf das Ausreizen der schlummernden individuellen Möglichkeiten, geschult werden sie mMn bei uns eher nicht. Was sich darin zeigt, wenn viele dieser Spieler nach dem Weggang von Werder anderswo untergehen.
Nur machst Du den Fehler, grundsätzliche Berufsauffassung mit Einstellung bspw. auf ein Spiel zu vermengen. Da wirken wieder ganz andere Zusammenhänge, da ist der Ist-Zustand ohnehin nicht mehr zu ändern, da geht es darum, Automatismen zu finden, diese unreifen Bengels in ein Raster zu zwängen, welches am Ende des Spiels ein positives Ergebnis bringt. Da haben wir sportliche Probleme und an diesem Punkt ist der Verweis auf "Einstellung" so nicht richtig. Und das, um auf den Rest Deines Beitrages zurückzukommen, änderst Du nicht mit "Gehälter einfrieren". Schon gar nicht rüttelst Du damit jemanden wach.