sind halt genau die richtigen die gleich theater machen wenn der Filbry mal von "Kunden" statt von Fans spricht und dann meinen sie brauchen die mannschaft bei schlechter leistung nicht zu unterstützen, wäre ja eine frechheit von denen bei diesen Ticket preisen schlechte leistungen ab zu liefern....
[...]
Es kann ja wohl keiner ernsthaft bestreiten das dieses Team die Qualität hat in einer durchschnittlichen Saison locker in der oberen Tabellenhälfte zu landen. Die Frage ist warum sie es nicht abrufen.
Aber bei einem bin ich mir sicher: Pfiffe und Forenbashing helfen ihnen kein bisschen.
Du machst es Dir in Deiner Argumentation etwas zu einfach, denn die Definition "schlechte Leistungen" birgt 2 Varianten, bei denen die Reaktionen des Publikums grundsätzlich entsprechend unterschiedlich ausfallen:
Variante 1: Ein Team zeigt die Grundtugenden des Fußballs und verliert. Was solls, shit happens. Niederlagen gehören zum Sport nun einmal dazu und man kann damit leben, wenn man das Gefühl vermittelt bekommt, daß die 11 auf dem Platz nichts unversucht lassen, sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen.
Variante 2: Ein Team läßt wiederholt die Grundtugenden des Fußballs vermissen, wehrt sich nicht gegen drohende Niederlagen, so daß es teilweise "abgeschlachtet" wird und damit eine Serie der Enttäuschungen nicht nur fortsetzt, sondern auch selbstverschuldend fördert.
Zu Variante 1 fallen mir ganz sponten zwei Spiele ein: da wäre eine 0:2 Heimniederlage gegen die Bayern in den ersten Jahren von TS; seine Truppe hat vorbildlich geackert, aber dennoch das Match verloren. Von den Pfiffen einer Minderheit Unverbesserlicher hat das Gros der Bremer Zuschauer die Mannschaft mit Applaus verabschiedet, weil sie gespürt haben, das sich die Werder-Elf gewehrt hat.
Oder noch deutlicher wurde dies beim ersten Spiel von TS als Chefcoach, dem 1:0 gegen Schalke, dem zweiten von fünf "Abstiegsendspielen" im Frührjahr 1999. Zur Erinnerung: die Mannschaft hatte vier Tage zuvor das erste "Finale" zuhause gegen Mitkonkurrent Frankfurt 1:2 verloren, vielen Werder-Fans (mir auch) standen an diesem lauen Frühlingsabend nach dem Schlußpfiff die Tränen in den Augen, aber nur 4 Tage später spürte man auf den Rängen, daß auch wenn spielerisch bei weitem nicht alles rund lief, daß die Mannschaft unbedingt gewinnen wollte und dieser Wille sprang auch gleich auf das Publikum über, welches die Mannschaft zum Sieg "brüllte". Ich habe die bis dahin sämtlichen Wunder von der Weser "live" im Stadion mitbekommen, aber ich bekomme heute noch eine Gänsehaut, wenn ich an diesen Support denke, der nur zustande kommen konnte, weil die Mannschaft mit ihrem Einsatz den eigenen Fans signaliert hat: "Wir wollen, aber bitte helft uns, weil ohne Euch schaffen wir es nicht."
Das Gegenteil dazu ist Variante 2, bei Werder der status quo. Eine Truppe, die eine korrekte Einstellung in vielen Partien derart hat vermissen lassen, so daß sich ihr Kapitän darüber offentlich echauffiert und die als moderat geltene sportliche Leitung zu Sanktionen greift, die man vllt. nur einem Felix Magath zutrauen würde. Und wenn selbst der als moderat geltenden sportlichen Leitung, die sich selbst bei berechtigter Kritik sehr oft beschwichtigend und schützend vor die Spieler gestellt hat, zu solchen Sanktionen greift - die (lassen wir deren Rechtmäßigkeit mal außen vor) nur kurzzeitig wirken, dann müssen wohl Dinge vorgefallen sein, bei denen es Vermessen wäre, vom Publikum auch noch Ovationen zu verlangen.
Als Fan ist man gerne bereit, sein Team zu unterstüzen, auch und besonders dann, wenn mal nicht rund läuft, so daß man auf den Rängen das Gefühl bekommt, daß der 11 auf dem grünen Rasen ein guter Support weiterhelfen kann. Nur dafür müssen die 11 auf dem grünen Rasen auch dem Publikum dieses Gefühl vermitteln, daß sie sich gegen eine drohende Niederlage wehren, indem sie Kampf, Einsatz und Laufbereitschaft an den Tag legen, wie in den beiden v.g. Partien. Wenn aber eine Mannschaft diese elementaren Dinge des Fußballsports vermissen läßt, dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn ein Support ausbleibt, denn ohne Kampf, Einsatz und Laufbereitschaft der Spieler wird der Versuch des Publikums, ihr Team selbst über die kompletten 90 Minuten nach vorne zu peitschen, ein vergeblicher Versuch bleiben.