Ich sehe das Problem, dass die Krise multidimensionale Ursachen hat.
Man kann einen neuen Trainer holen, dann muss man aber zwingend davon ausgehen, dass die Hauptursache TS ist und die Mannschaft an sich ein Riesenpotential besitzt, welches durch falsches Training und ungenügende Motivation nicht herausgekitzelt wird.
Dann hätte aber KA soweit alles richtig gemacht. Nun steht dieser auch in der Kritik, dass nicht zwingend genug nachgerüstet wurde. Demnach hat sich die These, dass nur der Trainer die Alleinschuld inne hat, fast von selbst widerlegt.
Nun kann man sagen, beide sowohl KA und TS müssen gehen, weil die schlechte Transferpolitik und das falsche Training + Motivation die beiden Variablen sind, die zu der Krise geführt haben. Es kann natürlich auch sein, dass aufgrund der nicht vorhanden Spielerpotentials aufgrund KA's Politik, Schaaf tatsächlich nicht mehr rausholen kann.
Dann müsste ein neuer Manager her.
In beiden letztgenannten Fällen würde die Diagnose: Wir brauchen neues Spielermaterial gemacht werden.
Ok.. Das führt zu einer nächsten Frage:War KA der Sparfuchs oder hätte er auch lieber mehr investiert, wurde aber vom AR dazu angehalten, möglichst günstige Spieler zu verpflichten?
Wie oft hat man von einem Herrn Lemke gehört: "Wir machen keine verrückten Dinge", wenn wir nicht international spielen, dann müssen wir LT verkaufen usw., sogar in Phasen, wo es noch gut lief. Würde der AR einem anderen Duo mehr Geld zur Verfügung stellen?
Wenn ja, dann kann er es doch jetzt auch noch machen?!
Nun kommen auch noch die anderen Verein, sprich die Konkurrenten hinzu, auch diese investieren Jahr für Jahr, manche mehr manche weniger. Nehmen wir mal den BVB. Sie hatten die letzten Jahre eine ähnliche Situation wie Werder bei der KAts Übernahme. Sie spielten keine gewichtige Rolle und fanden sich im MF teils im unteren MF der LIga wieder. Die Fans schraubten über die Zeit ihre Ansprüche zurüc, ebenso wie die Führung. Der Vorteil ist, dass kein Erfolgsdruck in dem Maße vorhanden ist, wie bei Bremen, die über die Jahre um die CL-Plätze mitgespielt haben, so dass man einfach testen kann. Man kann einfach junge Spieler installieren und ausprobieren, wenn man nicht den Druck hat, in der CL zu landen. Hinzu kommt, dass beim BVB ein durchaus hohes wirtschaftliches Potential vorhanden ist. Das zeigen die Umsatzzahlen, die in etwa in Bremens Bereich liegen, nur, dass man international gar keine Zusatzeinnahmen hatte. Das der BVB Schulden hat, die aber rückläufig sind, interessierte nicht so arg, ansonsten wären sie nicht mehr in der BL, aber das ist ein anderes Thema..
Was ich damit sagen will ist, dass Bremen ähnliche wirtschaftliche Voraussetzungen wie der BVB hatte, nur mit Zusatzeinnahmen. Nun hätte Bremen natürlich auch schon früher nen Cut machen können, denn mal ganz ehrlich, viele haben immer vom nächsten Schritt gesprochen, Topspieler 1 zu 1 ersetzen bzw den Kader eher noch qualitativ aufzurüsten. Da muss man mMn. in Erwägung ziehen, dass die Vereine der Spieler, an denen Werder Interesse hat, ganz genau wissen, wie sie mit Werder verhandeln müssen. Generell sind die Spielerpreise extrem gestiegen, aber sind die generellen Einnahmen von Bremen proportional zu den sich erhöhenden Spielerpreisen mitgestiegen? Das gleiche gilt ja auch für Gehälter. Wie gesagt, man hätte, früher einen Cut vollziehen und ausmisten können. Man hätte die sog. "Altlasten" nicht verlängern können und junge Spieler hochholen können. Klappt das und landet man direkt wieder weit oben, dann sind KATS tatsächlich Halbgötter, rutsch man ab, funzt das nicht, dann ist das Geschrei so groß wie derzeit.
Mit den Verpflichtungen von Wesley und Arnautovic sehe ich schon eine Verjüngunskur, die eingeleitet werden soll, es hat aber nicht funktioniert bisher. Einen Spielmacher zu verpflichten, wäre sicherlich sinnvoll gewesen, aber da hätte man Özils Transfererlös + viel mehr Gehalt investieren müssen, um einen gleichwertigen Ersatz zu bekommen und dieser muss dann auch sofort einschlagen.
Was strafverschärfend auch noch hinzu kommt, sind unkalkulierbare Verletzungen und deren Dauer. Sicher ist es richtig, dass Boenisch und Naldo. die einzigen Langzeitverletzten sind.
Doch man darf auch nicht vernachlässigen, dass sich zwischendurch immer mal wieder auch andere verletzt haben, teilweise mehrfach, so dass man immer wieder Änderungen vornehmen musste. Man musste bisher neue Spieler integrieren, ein neues System austütfteln und die ganzen Verletzungen kompensieren.
Es mag stimmen, dass gewisse Spieler eine falsche Einstellung zu Beginn der Krise an den Tag legten, was mit zum Geginn dieser führte. Über die Zeit kam aber auch noch fehlendes Selbstbewusstsein hinzu, bei sämtlichen Leuten, was die Situation verschärft. Sicher hätte Schaaf auch früher schon sich aus de U23 Kader bedienen können und wenn man als Hauptursache, nur die fehlende Einstellung als Grund für die schlechten Leistungen ausfindig machen kann, dann kann man davon ausgehen, dass die U23 Spieler sicher motivierter sind, können sie aber qualitativ auch mehr leisten, wenn sie selbst gegen den Abstieg in der 3.ten Liga kämpfen müssen?
Ich bin der Meinung, dass es sehr viele Variablen gibt, die zur derzeitigen Situation beigetragen haben. "Schuldlos" ist sicher keiner, jeder hat seinen Teil dazu beigetragen. Die Frage , die sich stellt ist, ob eine Trainerwechsel allein oder einen Austausch von Kats, den Verein wieder nach oben führen kann, oder ob die gerelle Philosophie hinterfragt werden muss bzw. kann, was Investitionen angeht. Des Weiteren müssen sicher auch Spieler hinterfragt werden. Es ist so leicht zu sagen, dass ja KATS für die Mannschaft verantwortlich sind...Ändern sich auch die SPieler bei einer neuen Führung? Kann eine neue Führung mehr rausholen aus dem Verein und der Philosophie des "Sparens" treu bleiben? Ich weiss nicht, ob es momentan einen realtiv einfachen Weg geben würde, wie Austausch von Personal und es wird ad hoc besser. Selbst wenn KATS tatsächlich ausgebrannt sind und deshalb auch lieber ihre Posten frei machen sollten, muss man damit rechnen, dass die fetten Jahre erstmal vorbei sein könnten. Und wie groß wird das GEschrei bei manchen sein, die die Köpfe fordern, und nach der Enthauptung möglicherweise keine Besserung feststellen. Ich persönlich könnte mit einem Austausch von KATS leben, bin mir aber gleichzeitig auch bewusst, dass man daurch nicht zwangsläufig wieder da stehen wird, wo man die letzten Jahre war. Und wenn ich hier manche lese, befürchte ich, dass diese genau die Erwartungen haben....