War am Dienstag im Ausland und konnte das Spiel (wohl glücklicherweise) nicht sehen. Grundsätzlich fand ich es jedoch nach dem Hertha-Spiel mehr als bedenklich, als Pizza sagte, dass man jetzt nach dem 5:1 aus der Krise heraus sei (man kommt mit einem guten Spiel genauso wenig aus der Krise, wie nach einem schlechten Spiel in eine Krise). Und ich glaube genau an solch einer Aussage lässt sich das ganze Dilemma ausmachen. Es stimmt einfach nicht an der grundsätzlichen, ernsthaften Einstellung der Spieler.
Hier nach einem Trainerwechsel zu rufen halte ich dennoch für völlig überzogen. Ein Trainerwechsel birgt immer große Risiken und erzielt - wenn überhaupt - nur einen kurzfristigen Erfolg. Das mag Sinn machen, wenn es um den Klassenerhalt eines Vereins geht. Aber darum geht es ja wohl nicht ernsthaft bei Werder. Jeder Trainerwechsel bedeutet also die große Unbekannte. Ich erinnere gerne an die 4 "Jahre voller Frust" nach dem Abgang von Rehhagel. Nein, nein. Wenn es an dem 0:3 gegen Athen etwas Gutes gab, dann die Tatsache, dass die Spieler nunmehr wissen, dass sie keinen Kredit mehr haben und sie sich entsprechend zu verhalten haben.
Zum Thema Erfolgsfans: Wenn die User nur meckern würden, weil Werder aufgrund einer riesigen Verletztenserie im Mittelfeld steht, dann würde ich sie auch als Erfolgsfans abtun. Die Kritik richtet richtet sich aber doch gegen die Einstellung der Spieler. Denn mit diesem Kader muss einfach mehr erreicht werden. Und ich erinnere gerne daran, dass dieses Gemecker nicht nach dem ersten schlechten Spiel in Bielefeld begann, sondern aus der großen Summe der lässig verschenkten Punkte herrührt.