Zitat von Flo in Grün-Weiß;1464078:
So ist das. Erlebe ich ja immerhin selbst mit dass einem beigebracht wird man soll desöfteren auch mal fallen und schreien wenn eine berührung stattgefunden hat. Das liegt aber nicht an der unfairness der eigenen mannschaft sondern da, wie du auch schon gesagt hast, die schiedsrichter in den jugendabteilungen solche extremen blinden unglaublich parteiischen und schlechten schiri's sind dass diese eigentliche unart beigebracht wird um berechtigte pfiffe zu erhalten.
Und je mehr man das in jungen jahren schon umsetzt desto öfter machen das auch die jeweiligen profis in der buli oder sonst wo.
Das kann ich für meine D-Jugend nicht bestätigen. Wir legen sehr großen Wert darauf, sich fair zu verhalten. Wer in meiner Truppe eine offensichtliche Schwalbe oder sonst ein Theater macht, kommt sofort vom Platz. Das wissen meine Jungs auch und halten sich dran.
Allerdings weiß ich auch, dass ich hier gegen Windmühlen kämpfe. Vor allem, wenn unsere Gegner sich unfair verhalten und sich dadurch einen Vorteil verschaffen. Es ist immer wieder schwer, den Jungs zu erklären, warum wir unsere Linie so durchziehen und die "andern das einfach so dürfen".
Ich habe schon Sachen mit gegnerischen Trainern (gar nicht mal Spieler; die sind ja nur die Handlanger der Trainer) erlebt, bei denen ich mich echt gefragt habe, was ich überhaupt noch auf dem Platz zu suchen habe. Vom Auffordern zum Foulspiel (und das so laut, dass es fast alle hören können) über Schiri-Beleidigungen bis zum Heroisieren von Schauspielerei. Da ruhig zu bleiben, ist unglaublich schwer. In der letzten Saison (auch D-Jugend) hatte ich einen Stürmer, der sich unglaublich entwickelt hatte und extrem kopfballgefährlich wurde. Er hatte sich natürlich einen Namen gemacht im Kreis. Bis wir auf den Gegner X getroffen sind. Schon vorm Spiel bekam mein CO-Trainer mit, dass man sich intensiv über unseren Stürmer "unterhalten" hatte.
Unser Stürmer wurde von Beginn an sehr hart rangenommen und teils übel gefoult. Trotzdem machte er bis kurz vor der 1. HZ zwei Buden (ein Kopfballtor). Was ich dann gehört und erlebt habe, werde ich nicht vergessen. Der Trainer rief zu einem Verteidiger, meinen Spieler "kaputt zu hauen". Bevor ich reagieren konnte, gabs den Zweikampf, der meinen Stürmer ins Krankenhaus brachte (komplizierter Kieferbruch und mittelschwere Gehirnerschütterung). Der Stürmer hat danach nie mehr Fußball gespielt. Eine Entschuldigung hat es bis heute nicht gegeben. Der Trainer wurde von uns angezeigt und aus dem Verein geworfen. Ein schwacher Trost für meinen Jungen, dem der Spaß am Fußball vergangen ist.
Ich habe trotzdem (oder gerade deswegen?) weitergemacht, weil es mir immer noch Spaß macht, den Spielern etwas beizubringen. Und dazu gehört auch eine gesunde Portion Sozialkompetenz und die Achtung anderer Menschen.
So, das musste mal raus.