Kein echter Spielmacher mehr im Team?

Das Fehlen von Pizarro hat sich in den Partien vor Hamburg mE schon sehr bemerkbar gemacht. Uns fehlte die Struktur in der Offensive. Wenn ich mir folgende Definition anschauen, so trifft dies mMn auch merklich auf Pizarro zu. Er ordnet mMn unser Spiel in der Offensive, was man gegen Hamburg auch wieder eindrucksvoll sehen konnte. Zur Zeit macht er den Unterschied aus und ich sehe bislang niemanden, der Ihn wirklich ersetzen geschweige denn vertreten kann. Er macht es möglich, dass die Rädchen ineinandergreifen.

Der Spielmacher: Der Spielmacher versteht sich selbst als eindeutiger Siegertyp und sucht ständig die Konkurrenz um zu beweisen, dass er der Beste ist. Sein Verhalten ist sehr risikofreudig, er motiviert andere ein schnelleres Tempo zu wählen und wird häufig ungeduldig wenn Menschen nicht mit der gleichen Energie und Motivation an die Sache heran gehen wie er selbst. Er liebt Innovationen und wird vom Wettbewerb gepuscht. Er ist dynamisch, spielerisch und handelt blitzartig. Sein Hauptziel im Leben ist es, der Sieger zu sein, denn er will um jeden Preis gewinnen. Er sieht das Leben wie ein Spiel, in dem es ausschließlich um den Wettbewerb geht. Sein Ehrgeiz und seine Motivation dienen aber hauptsächlich positiven Zwecken, er sucht den Wettbewerb, möchte aber kein Imperium aufbauen.

Er ist ausgestattet mit Sensibilität und der nötigen Intuition um immer wieder die richtigen Leute zusammen zu bringen, damit das Spiel weitergeht. Als Führungskraft kann er seine Mitarbeiter mit seiner Energie mitziehen und unterdrückt sie somit nicht. Er handelt fair und ist immer offen für neue Ideen, kennt aber keine Scheu, Mitarbeiter die dem Team nicht mehr weiterhelfen, auszutauschen. Die Eigenschaften Mitleid und Empathie sind für ihn Fremdwörter. Häufig findet man den Spielmacher in der Position des „jungen, dynamischen Managers“. Er arbeitet gut und hat viel Energie, aber in schwierigen Krisenzeiten reicht diese Dynamik nicht aus. Um ganz nach oben zu kommen, muss der Spielmacher sein jugendliches Rebellentum ablegen und zu einem gewissen Grad an die Organisation glauben. Das größte Problem, was ihn am meisten an seinem Aufstieg hindert, ist sein Charakter, der jugendlich, ausgelassen, fair und offen ist. Jedoch kennt er keine Grenzen und beharrt auf seiner Unabhängigkeit gegenüber Organisationen. Er geht dem Gefühl eingesperrt und gebunden zu sein aus dem Weg, was ihn auf lange Sicht in seinen Fähigkeiten einschränkt. Das Spiel ist sein Lebensinhalt, wenn Wettbewerbe zu häufig verloren gehen, wird der Spielmacher deprimiert und ziellos. In solchen Situationen bekommt er keine Unterstützung, denn Freundschaft und Vertrautheit gibt es in seinem Leben nicht.

http://www.diplom.de/Bachelorarbeit...mplexitaet_und_Dynamik_in_Organisationen.html
 
Am besten finde ich das....
Sein Ehrgeiz und seine Motivation dienen aber hauptsächlich positiven Zwecken, er sucht den Wettbewerb, möchte aber kein Imperium aufbauen.
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Als Führungskraft kann er seine Mitarbeiter mit seiner Energie mitziehen und unterdrückt sie somit nicht. Er handelt fair und ist immer offen für neue Ideen, kennt aber keine Scheu, Mitarbeiter die dem Team nicht mehr weiterhelfen, auszutauschen.
:tnx:
 
Andy Herzog war einfach eine geile Sau. Ob er den Meitsertitel und den Pokalsieg nun für manche "Experten" als offiziell anerkannter Spielmacher oder was auch immer geholt hat, ist mir ehrlich gesagt, völlig Latte.
Er war torgefährlich, konnte tödliche Pässe spielen und zeigte am Ball eine Eleganz, wie nur wenige.
 
@5vor12:

Wenn man allerdings die Behauptung aufstellt, er sei ein Spielmacher, dann muss man sich darüber verständigen, was den Spielmacher ausmacht, was ihn verkörpert und hat dann zu schauen, ob die Attribute, auf die man sich dann einigt mit dem übereinstimmen oder eher nicht.
 
Letztlich hat Herzog doch eines ausgemacht: Er war sicherlich nicht der typische Spielmacher, aber ein absoluter Mannschaftsspieler. Er hat, wie`s Kalotte treffend formulierte, das zum richtigen Zeitpunkt verstanden.
5vor12 hat Recht.
 
@5vor12:

Wenn man allerdings die Behauptung aufstellt, er sei ein Spielmacher, dann muss man sich darüber verständigen, was den Spielmacher ausmacht, was ihn verkörpert und hat dann zu schauen, ob die Attribute, auf die man sich dann einigt mit dem übereinstimmen oder eher nicht.
Ich habe teilweise ein bißchen das Gefühl, daß diese Spielmacher-Diskussion etwas zu statisch und theoretisch gesehen wird. Das man einen Spieler nach millimetergenauen Werten und Normen quasi in ein Raster stecken kann und dadurch quasi als Spielmacher "eicht". Das wird mir alles etwas zu schemenhaft.
Oder um den hier über alle Maße gepriesenen JM zu zitieren: "Spielmacher ist der, der grade den ball hat...!"
 
War ja auch ne clevere Antwort vom JM, um die eigenen Mitspieler entsprechend in die Pflicht zu nehmen. *top*
Ja, aber nicht nur das. Letztlich hat er absolut recht. Jeder der den Ball hat, sollte zumindest einigermaßen damit etwas anfangen können und sich nicht hinter vermeintlichem Spielmacher verstecken. In den absoluten Topclubs ist so gut wie jeder mittlerweile derart ausgebildet, daß auch er das Spiel zum Teil "machen" kann und sei es der abwehrspieler, der den Ball nicht mehr nur blind nach vorne drischt...
InJoe´s Spruch steckt viel Wahrheit drin.
 
Ich habe teilweise ein bißchen das Gefühl, daß diese Spielmacher-Diskussion etwas zu statisch und theoretisch gesehen wird. Das man einen Spieler nach millimetergenauen Werten und Normen quasi in ein Raster stecken kann und dadurch quasi als Spielmacher "eicht". Das wird mir alles etwas zu schemenhaft.
Oder um den hier über alle Maße gepriesenen JM zu zitieren: "Spielmacher ist der, der grade den ball hat...!"

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Nicht nur hier. Auch in vielen anderen Threads, z.B. Diego. Man hat das Gefühl, dass hier eine Anhäufung an arbeitslosen Sprtstudenten ihre Theoriekenntnisse preisgeben müssen.
ABER: Fußball lebt mehr von Emotionen denn theoretischem Gesabbel ;)
 
Seinen Spruch sehe ich allerdings eher so, dass er die Mitspieler in die Pflicht nehmen wollte. In unserem Gefüge war er damals derjenige, der die Fäden in der Hand hielt und das war allen bewußt. Man muss sich ja quasi zurückversetzen in die Zeit, in der er den Spruch rausgelassen hat und den Spruch in das Gefüge einbinden, was damals existierte. Er war damals unser Spielmacher

Der Spruch verfehlte seine Wirkung nicht, da stimme ich Dir zu. Aber wenn wir uns über eine Person unterhalten, die die Qualitäten eines Spielmachers hat, so gehen diese Fähigkeiten weit über das Maß des Spielfeldes hinaus. So, wie es obige Definition auch fasst.

//edit:
Ich für meinen Teil würde diese Aufgabe gerne auf mehrere Schultern verteil sehen. Es bedarf mE nicht unbedingt einer Person, die diese Aufgab auf dem Feld übernimmt. Zur Zeit sinds bei uns Per, Frings, Pizarro, die diese Aufgabe übernehmen, aber es braucht Stellvertreter. Die sind zur Zeit im offensiven Bereich nicht vorhanden und heute abend werden wir sehen, ob der Stellvertreter vom Fringser im Team existent ist.

@Con:
Es braucht halt mehr, als pure Emotion, wenn man im obersten Level sich durchsetzen möchte.
 
Andy Herzog war einfach eine geile Sau. Ob er den Meitsertitel und den Pokalsieg nun für manche "Experten" als offiziell anerkannter Spielmacher oder was auch immer geholt hat, ist mir ehrlich gesagt, völlig Latte.
Er war torgefährlich, konnte tödliche Pässe spielen und zeigte am Ball eine Eleganz, wie nur wenige.

99% Agree, aber die Eleganz hättest Du mit einem Augenzingern verbinden können. Bei uns hieß er immer "Ackergaul", vor allem aufgrund seines Laufstiles...;)
 
Ich habe teilweise ein bißchen das Gefühl, daß diese Spielmacher-Diskussion etwas zu statisch und theoretisch gesehen wird. Das man einen Spieler nach millimetergenauen Werten und Normen quasi in ein Raster stecken kann und dadurch quasi als Spielmacher "eicht". Das wird mir alles etwas zu schemenhaft.
Richtig. Deswegen habe ich schon desöfteren erwähnt, dass gerade im modernen Fussball der Spielmacher als solches überbewertet ist. Trotzdem ist es ein klar definierter Begriff und wenn schon daüber diskutiert und diese Position hier immer und immer wieder derart herausgestellt wird bzw. bestimmte Spieler in dieses Raster gefügt, sollte die Debatte wenigstens einigermaßen sachlich richtig geführt werden. Finde ich.

Zu Joe´ s Spruch hast Du absolut recht. Ich hätte mir diese Erkenntnis - zumindest ansatzweise - bei einem anderen früheren Zehner gewünscht. ;)
 
Bisher konnte noch keiner dieser Position gerecht werden und in der aktuellen Mannschaft wird es auch keiner schaffen.......
K.A. wo bleibt der Özil-Nachfolger der einer Rückennummer 10 würdig ist ???
 
Danke für den wahrscheinlich 750. Thread mit diesem Inhalt. Ich werd es mir heute Abend nochmal durchlesen - mit dieser Erkenntnis kann ich bestimmt beruhigt schlafen gehen. :wall::rolleyes:
 
Danke für den wahrscheinlich 750. Thread mit diesem Inhalt. Ich werd es mir heute Abend nochmal durchlesen - mit dieser Erkenntnis kann ich bestimmt beruhigt schlafen gehen. :wall::rolleyes:

Schon richtig, auch ich habe in einigen Thread`s schom x-Mal geschrieben, dass die kreativen Schnittstelle einfach fehlt.
Nur KATS haben das nach dem Weggang von Özil nicht so gesehen bzw. vielen im Forum war schon im Sommer klar, dass Marin & Hunt das nicht auffangen können.
Genauso verhält es sich mit unserer Katastrophen linken Seite!
 
Die Frage ist doch, ob es eine taktische Alternative zur klassischen "Nr. 10" gibt und ob Schaaf diese Alternative auch kennt und vielleicht nicht genügend einsetzt? In der letzten Saison hatten wir in den meisten Spielen meiner Meinung nach auch keine klassische Nr. 10 mehr. Die Stärke von Werders Mittelfeld war doch vielmehr, dass wir so schlecht aus zu rechnen waren, weil sich alle im Mittelfeld auf den Positionen abwechselt haben (Marin, Özil, Hunt) so dass der eine mal zentrale spielte, der andere in die Spitze ging, oder nach links auswich, bzw. umgekehrt. Im Grunde haben wir seit dem Weggang von Diego keinen richtigen Spielmacher mehr. Nur, die vergangene Saison hat es gezeigt, man muss keinen Spielmacher haben, um erfolgreich Fußball zu spielen!
 
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