Schön, dass es zwischendrin endlich auch mal ein paar Meinungen zu lesen gibt.
Dieses ganze "schwarz/weiß" denken ist wirklich nicht besonders förderlich, um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.
Die Ultras sind durchaus stimmgewaltig und sorgen auch optisch für eine ansprechende Unterstützung. Allerdings stört mich persönlich an den "Ultragesängen" eben auch, was viele andere stört: Man häufig das Gefühl, dass das Spiel und die Mannschaft ziemlich egal sind, sondern es mehr um die Selbstdarstellung der Ultras geht. Dieser Eindruck nährt sich für mich nicht nur aus Spielen bei Werder. Ich sehe ja recht viele Fussballspiele und eben auch in vielen unteren Klassen und die "Fussballstimmung" hat sich in den letzten Jahren schon sehr dahin geändert, dass man das Gefühl bekommt, dass die "Kurven" mehr damit beschäftigt sind ihre eigene "Choreographie" sauber durchzubringen als die Mannschaft zu unterstützen.
Auf der anderen Seite hat man gerade gestern gesehen, dass ohne eine organisierten Support vieles einfach im Sande verläuft. So etwas kann sich natürlich dann geben, wenn sich zum Beispiel alle, die bereit sind zu singen und nicht irgendwie organsiert sind, sich in einem bestimmten Bereich treffen würden. Es kam mal ein bisschen was aus dem einen Block, dann mal wieder aus dem anderen. Dies führte dann dazu, dass vieles abgewürgt wurde. Wenn es mal über die Blöcke hinweg übergriff, dann ging auch richtig was anfeuerungstechnisch.
Was mir insgesamt schon bei vielen Spielen aufgefallen ist - gestern nicht - dass die Ultras schon fast pikiert reagieren, wenn aus anderen Bereichen der Ost ganz einfache Schlachtrufe kommen. Es kommt dann nicht selten vor, dass man gegeneinander statt miteinander singt. Hier müssen denke ich auch die Ultragruppierungen lernen, dass sie die Kurve nicht exklusiv haben und auch kein Monopol auf die Gesangsauswahl.
Insgesamt würde ich mir wünschen, dass man lernt zusammenzustehen, was nur dann funktionieren kann, wenn alle aufeinander zu gehen. Da wäre es wirklich hilfreich, wenn man sich in einem bestimmten Bereich der Kurve sammeln würde, wenn man mitsingen möchte. Die Ultras müssen dann lernen, dass es nicht wirklich hilfreich ist, wenn man sich vergleichsweise komplizierten Texten und Melodien bedient. Hier gilt der Spruch: "Weniger ist manchmal Mehr!"
Im Übrigen kommt bei den "komplizierten" Liedern auch nicht viel vom Text an. Sieht man auch schön an dem geposteten Video der Rapidler. Da "untertiteln" sie ihre Gesänge in dem Video, damit man sich überhaupt nur ansatzweise denken kann, was da gesungen wird.