Lassen wir also mal die Realität in Form der Kicker-Noten der abgelaufenen Saison Revue passieren:
(...)
Meine Wahrnehmung der letzten Saison deckt sich mit dem "Auf und Ab", das die Kicker-Noten zeigen. Von daher kann ich nicht nachvollziehen, dass Mesut Özil für eine starke Saison gelobt und als logischer nächster Schritt ein Wechsel zu einem der top-Vereine im Ausland zumindest für nachvollziehbar/sinnvoll erachtet wird. Ich frage mich, was mit dieser Schönrednerei eigentlich bezweckt wird.
Nette Fleißarbeit. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, den Notenschnitt zu bemühen und da war Özil, so weit ich weiß, schlechter als Merte, Naldo, Marin usw. Zudem hat bspw. 5vor12 schon mehrfach verbreitet, wie schlecht MÖ doch bei seinen vielen Fünfen ist.
Wobei ja noch die Frage offen ist, wie dkbs auch schon ansprach, nach welchen Kriterien der Kicker bewertet. Ich hatte da früher mal Einblick, kannte Leute in Nürnberg in der Redaktion. Es gibt Punkte, an denen sich diese Bewertungen zum Teil orientieren, dies würdest selbst Du in Deiner "Realität in Form der Kicker-Noten" komisch finden.
Nur bezieht sich das wenig, eigentlich überhaupt nicht auf den von Dir zitierten Schlusssatz, der aussagt, dass Unkonstanz hauptsächlich mit fehlender Präsenz zu tun hat, also praktisch mit mangelnder Identifikation zur Sache bis hin zur Lustlosigkeit. Das ist und bleibt realitätsfern. Denn es ging im Kontext stets um die Spielweise Özil`s, die nun mal unauffälliger, aber selten uneffektiv ist, selbst wenn er schwach spielt.
Leider verfehlt Deine Aufzählung das Thema, denn es wurde ja
nirgends geschrieben, wie hier von bestimmten Leuten hartnäckig behauptet, dass Özil keine schlechten Spiele gemacht hätte oder bestritten, dass er eine richtig schlechte Phase hatte. Sondern es wurden gewisse Aussagen wie "Totalausfall", "lediglich Talent mit vermeintlich(!) guten Ansätzen", "Katze im Sack" und ähnliches gewertet, relativiert und anhand von Beispielen und Nachweisen unterlegt. Und es wurde gesagt und vertretbar belegt, warum bei MÖ unglaubliches Potential gesehen wird und dieser nicht ohne Grund im Fokus steht bzw. schon jetzt in der N11 eine wichtige Rolle spielt. Nicht mehr, nicht weniger.
Aber wird nicht ohne Wenn und Aber auf den Zug "des blinden und überschätzten Özil" aufgesprungen, sind es eben alles Schönredner, sehen ein "Jahrhunderttalent" oder sind "maßlos begeistert".
Bezeichnend dann, dass passend dazu reflexartig die Spezies auftauchen und auf`s Neue erzählen, dass Özil nur gut war, weil die Mannschaft gut war. Er selbst hat natürlich daran keinen Anteil, da Özil schließlich ein überschätzter Mitläufer ist. Besonders klasse wirkt dies dann bei gleichzeitigem Vorwurf in Richtung anderer, die quasi eine verblendete Sicht in Bezug auf Özil hätten.
Wobei in gewisser Weise da sogar noch was Wahres dran ist. Denn unbestritten ist, daß Werder genau zu jener Zeit, als Özil schwach spielte, strukturelle und taktische Defizite hatte, die neben personellen Ausfällen besonders auf defensiv-offensiver Unausgewogenheit sowie auf falscher Spielführung beruhten.
Gleichzeitig zeigt sich an der Stelle das Paradoxon bei dieser Debatte. Weil ein Akteur, der mit seiner Spielweise hauptsächlich der Mannschaft helfen will, indem er
mit dem Team zu spielen versucht und logischerweise weniger glänzt, wenn das Gesamtkonstrukt nicht funktioniert (Parallele zum N11 Spanien-Spiel), ist er eigentlich ein Mitläufer, der ohne das Team nichts gebacken kriegt.