Rückführungen

Er sagte das Jahr wann er lebte und seinen Namen Max Schmied (obs so geschrieben wurde, weiß ich nicht, aber da war halt schon was erstaunliches bei) und sein Vater war Schmied, auch zu der Zeit.

Letztendlich wurde dann vor Ort nachgeforscht und man hatte in einem "Verzeichnis" von damals (ca. 20-30 Jahre später) auch wirklich einen Schmied mit dem Nachnamen, da der Name des Vaters allerdings nicht gesagt wurde, war es nur "sehr Wahrscheinlich".

finde ich wenig überzeugend, da damals die nachnamen nach den berufen gegeben wurden...
und einen schmied gab es im mittelalter in jedem dorf...
haben die denn im verzeichnis keinen "max" schmied gefunden? immerhin hatten sie ja seinen vornamen...
 
Warum ist es dann noch nicht gelungen, historische Rätsel mit Hilfe eines heute lebenden "Augenzeugen" zu lösen, indem etwa archäologische Funde in Folge eines Berichts gemacht wurden?

An was für historische Rätsel denkst du denn so? Denn es dürfte schwierig sein, für ein bestimmtes Ereignis einen passenden "Augenzeugen" zu finden.

Im Buch vom Hape Kerkeling ("Ich bin dann mal weg...") berichtet Kerkeling auch über eine (seine?) Rückführung, passenderweise als Mönch in einem Kloster oder sowas.
 
Was mich auch wundert: wenn die Menschen im Moment der Rückführung gewissermaßen wieder in der Vergangenheit sind (sie sagen ja nicht "ich war" sondern "ich bin"), warum sprechen sie dann trotzdem modernes Hochdeutsch? Eigentlich müssten die doch z.B. mittel- oder niederdeutsch sprechen und Wörter verwenden, die heute gar nicht mehr geläufig sind. Mitglieder des Hochadels müssten - je nach Epoche - fließend Latein oder Französisch beherrschen.

Oder wo ist das Berufswissen hin? Wenn man z.B. einen einstigen Seemann befragt, müsste der doch diverse Knoten, Schiffstypen etc. kennen, die dem modernen Normalbürger völlig unbekannt sind. (Zumindest geht mir das so, wenn ich Moby Dick lese.) Oder man müsste alltägliche Handgriffe beschreiben können, die wir heute verlernt haben, wie das rupfen und ausweiden eines Huhnes oder schlicht feuermachen mit Wetzstein und Zunder.
 
An was für historische Rätsel denkst du denn so? Denn es dürfte schwierig sein, für ein bestimmtes Ereignis einen passenden "Augenzeugen" zu finden.

Na ja, man müsste halt schauen, in welcher Epoche der Rückgeführte lebte und dann nach entsprechenden Details nachforschen. (Wie gesagt, es sind erstanliche viele Promis ihrer damaligen Zeit, die heute als Normalbürger leben.)
Die müssten also doch wissen, wo der entsprechende Palast stand, von dem man ja noch Überreste finden müsste.

Ich fände es ja schon beeindruckend, wenn jemand, der angeblich im Hofstaat von Karl dem Großen war sich an den Namen des dritten Sohnes des Herrschers erinnert. (Eigentlich müssten das auch unbedeutende Zeitzeugen gewusst haben, immerhin war der Knabe potentieller Herrscher.)
Obwohl ich recht geschichtsinteressiert bin wüsste ich die Antwort nicht. Okay, jetzt nach entsprechender google-Recherche schon, aber hätte man mich vor fünf Minuten rückgeführt und ich hätte die Antwort gewusst würde mich das beeindruckt haben Dass Karls Vater Pippin der Kurze war hatte ich hingegen nur vergessen, aber schon mal gewusst.
 
Was mich auch wundert: wenn die Menschen im Moment der Rückführung gewissermaßen wieder in der Vergangenheit sind (sie sagen ja nicht "ich war" sondern "ich bin"), warum sprechen sie dann trotzdem modernes Hochdeutsch? Eigentlich müssten die doch z.B. mittel- oder niederdeutsch sprechen und Wörter verwenden, die heute gar nicht mehr geläufig sind. Mitglieder des Hochadels müssten - je nach Epoche - fließend Latein oder Französisch beherrschen.

Oder wo ist das Berufswissen hin? Wenn man z.B. einen einstigen Seemann befragt, müsste der doch diverse Knoten, Schiffstypen etc. kennen, die dem modernen Normalbürger völlig unbekannt sind. (Zumindest geht mir das so, wenn ich Moby Dick lese.) Oder man müsste alltägliche Handgriffe beschreiben können, die wir heute verlernt haben, wie das rupfen und ausweiden eines Huhnes oder schlicht feuermachen mit Wetzstein und Zunder.

Dieser Argumentation kann ich nicht folgen. Man taucht angeblich in sein altes Leben ein, aber sieht es als Außenstehender. Warum sollte man also plötzlich alles über Tischlerei u. ä. wissen? Und wenn dem so wäre, warum macht dann nicht jeder eine Rückführung und direkt danach die Prüfungen zum Gesellen oder Meister.

Ich lebe in Lübeck, bin aber in 500km Entfernung aufgewachsen. Beim Umzug nach Lübeck war ich 8 Jahre alt, konnte also schon einigermaßen sprechen und hatte den vormals heimatlichen Dialekt natürlich verinnerlicht. Heute verstehe ich die Leute aus meiner ehemaligen Region nur noch mit ganz viel wohlwollen. Diese Veränderung geschah innerhalb meines damals noch jungen Lebens und trotzdem ist ein Großteil der Erinnerungen scheinbar verschwunden. Warum sollte man sich also an die Sprachgewohnheiten seiner angeblichen Urahnen erinnern können?
 
Ich finde das Thema extrem interessant und verfolge es auch schon ein wenig länger. Wie alle RTL Sendungen wurde auch diese Projekt ja vorher bei einem Tochtersender gesendet (weiß nicht mehr welcher), dort war das ganze mMn noch glaubhafter.

Die Frage warum nur interessante Leben gesendet werden ist glaube ich ganz leicht. Ich sehen lieber eine bewegte Geschichte als jemand der erzählt, dass er auf einem kleinem Schloß in Norddeutschland Angestellter war, ein normales Leben führte und nach 40 Jahren eines ganz natürlichen Todes starb.
 
Bei mir kommt raus, daß ich Kalle Grabowski war und ich brülle dann ganz laut "Wo ist die Kohle!", nachdem die Rückführung beendet ist!
 
Hab vorhin auch mal eine Rückführung gemacht. Meine Seele hat immer mal direkt einen neuen "Wirt" gefunden, manchmal war sie wählerisch und hat einige Monate gebraucht... deswegen musste sie ab und zu alleine Silvester feiern.

Hier mein Seelenlauf:
-4 bis 30: Jesus von Nazaret (Zimmermann)
31 bis 71: Schimon bar Giora (jüdischer Zelotenführer)
71 bis 121: Matthias (Heiliger Bischof von Jerusalem)
121 bis 180: Marcus Aurelius (römischer Kaiser)
180 bis 209: Schwanzus Longus (römischer Pornodarsteller)
209 bis 241: Sun Deng (Kronprinz der Wu-Dynastie)
241 bis 309: Hormizd II. (persischer Sassanidenkönig)
309 bis 379: Schapur II. (persischer Sassanidenkönig)
380 bis 430: Oktar (Herrscher der Hunnen)
431 bis 482: Timotheos III. Salophakiolos (Patriarch von Alexandria)
482 bis 565: Justinian I. (oströmischer Kaiser)
565 bis 626: Adaloald (König der Langobarden)
626 bis 672: Tenji (Kaiser von Japan)
672 bis 754: Bonifatius ("Apostel der Deutschen", Fäller der Donar-Eiche)
754 bis 791: Heinrich Müller (Bauer)
791 bis 828: Idris II. (Herrscher von Marrokko)
828 bis 885: Hadrian III. (Papst)
885 bis 930: Daigo (Kaiser von Japan)
932 bis 970: Havgrímur (Wikingerhäuptling auf den Färöern)
970 bis 1032: Johannes XIX. (Papst)
1033 bis 1110: Anselm von Canterbury (Benediktinerabt)
1110 bis 1157: Dietrich VI. (Graf von Holland)
1157 bis 1199: Richard Löwenherz (König von England, Anführer des 3. Kreuzzuges)
1199 bis 1261: Alexander IV. (Papst)
1261 bis 1312: Otto III. (König von Ungarn)
1312 bis 1395: Guillaume Tirel (Chefkoch von König Karl V.)
1396 bis 1458: Alfons V. von Arago der Großmütige (König von Aragon,Neapel und Sizilien)
1459 bis 1537: Lorenzo di Credi (italienischer Maler, z.B. "Maria mit dem Kind")
1537 bis 1553: Eduard VI. (König von England)
1553 bis 1610: Heinrich IV. (König von Frankreich)
1610 bis 1652: Uluk Baluga, Schamane im heutigen Tschad
1652 bis 1728: Camille d’Hostun de la Baume, duc de Tallard (französischer General)
1728 bis 1779: James Cook (britischer Seefahrer und Entdecker)
1779 bis 1849: William Lamb, 2. Viscount Melbourne (britischer Innen- und Premierminister)
1849 bis 1904: Stepan Ossipowitsch Makarow (russischer Admiral, Ozeanograph, Polarforscher und Schriftsteller)
1904 bis 1988: Kurt Georg Kiesinger (ehem. deutscher Bundeskanzler)
1988 bis heute: Ich!

Hab die ganz bekannten mal unterstrichen. Öfter mal Papst gewesen, einige Male Kaiser oder König, viel in Religion und Weltgeschehen unterwegs - das soll mir mal einer nachmachen!
 
Ich habe erst gerade realisiert, dass ich für den Beitrag eine Stunde gebraucht habe. Meine Notizen bei der Rückführung waren halt sehr undeutlich und zum Teil in fremden Sprachen...
 
Dieser Argumentation kann ich nicht folgen. Man taucht angeblich in sein altes Leben ein, aber sieht es als Außenstehender.

Wenn es so ist, finde ich es wiederum erstaunlich, wieviele Informationen sie denn kennen. Wenn ich einem Fremden auf der Straße begegne und in dessen Wohnung folge, kenne ich weder dessen Vornamen noch Berufsstand.

Und wenn dem so wäre, warum macht dann nicht jeder eine Rückführung und direkt danach die Prüfungen zum Gesellen oder Meister.

Deswegen ja meine Skepsis, dass es eben nicht tatsächliche Erinnerungen an ein früheres Leben sind.

Warum sollte man sich also an die Sprachgewohnheiten seiner angeblichen Urahnen erinnern können?

Weil es ja eben nicht um Urahnen geht, sondern darum, ein ganzes Leben lang dieser Mensch gewesen zu sein. Auch wenn man diesen Menschen nur von außen betrachtet und zB miterlebt, wie dieser andere Menschen trifft; diese sprechen dann ja in der jeweiligen Landessprache. Kann man sie dann gar nicht verstehen? Oder wenn doch, warum dann nicht mehr nach der Rückkehr?


Ich finde das Thema zwar auch interessant, aber mehr weil ich mich frage woher diese angeblichen Erinnerungen denn kommen, denn für real halte ich sie eben nicht. Gefährlich wird es meiner Meinung nach, wenn man Menschen weismacht, ihr Probleme stünden angeblich mit dem vorigen Leben im Zusammenhang. Etwa dass man ein gestörtes Sozialverhalten hat weil man früher mal Massenmörder war oder an Neurodermitis leidet, weil man als Hexe verbrannt worden ist.
 
Naja, aber das ist ja gerade das interessante daran. Man kann sich nicht alles erklären, es ist nicht alles logisch. Aber es ist trotzdem erstaunlich.
 
Man kann sich nicht alles erklären, es ist nicht alles logisch.

Dass man etwas nicht erklären kann, hat aber nicht unbedingt damit zu tun dass es unerklärlich ist, sondern dass man die zugrundeliegenden Umstände (noch) nicht wissenschaftlich erklären kann. Für die Menschen war es in früheren Zeiten unerklärlich und sicher beeindruckend, warum der Himmel donnert oder sich (sehr, sehr selten) am Tag eine dunkle Scheibe vor die Sonne schiebt. Die Menschen haben dann nach Erklärungen gesucht, von denen wir heute wissen, dass sie falsch waren.

Auch in unserem Alltag gibt es Phänomene, deren Ursache wir nicht wirklich wissenschaftlich erklären können. Zum Beispiel die Schwerkraft: Dass sie existiert ist eindeutig, woher sie kommt, dazu gibt es unterschiedliche Theorien. Interessant sicherlich, aber alles andere als übernatürlich; wir kennen halt nur das Naturgesetz noch nicht.

Eine etwas weniger reißerische Doku als von den Privaten gab es übrigens auch schon im Öffentlich-rechtlichen Fernsehen:

http://www.youtube.com/watch?v=XYCgFrb4RZE&feature=related

Auch hier ist allerdings wieder erstaunlich, dass ausgerechnet die Frau, die der SWR aufgestöbert hat, früher einmal eine der einflussreichsten Frauen des gesamten europäischen Mittelalters war, nämlich die Heilige Elisabeth von Thüringen.
 
Auch hier ist allerdings wieder erstaunlich, dass ausgerechnet die Frau, die der SWR aufgestöbert hat, früher einmal eine der einflussreichsten Frauen des gesamten europäischen Mittelalters war, nämlich die Heilige Elisabeth von Thüringen.

vielleicht haben die jetzigen personen den gleichen dran nach öffentlichkeit und ruhm wie die einflussreichen und berühmten personen in der vergangenheit...:lol:
 
Gibt´s denn auch so ein Promispezial?

Loddar war früher Hofnarr, Beckenbauer damals schon Kaiser, John Travolta einer der Gebrüder Wright, Pocher war damals Loddars Assistent (gab ja nur einen Königshof und noch nicht soviele Privatsender), Jürgen Drews war Troubadix in einem kleinen gallischen Dorf, Otto Rehhakles war Sokrates, Paris Hilton war Jeanne d´Arc und kommt im neuen Leben nicht klar, Jogi Löw lebte früher in Brokeback Mountain und Sarkozy war Napoleon.
 
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