58.
George Foreman hat sich inzwischen hinter der größten Sonnebrille versteckt, die ich gesehen habe, seit Boy George sich aus dem Lichte der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Und er sieht nur schemenhaft, dass jetzt ein TOOOOOOOOOOOOR fällt! 2:1 für Dänemark! Rommedahl täuscht ganz Kamerun, zieht dann ab, »mit dem schwächeren Linken«, wie Gerd Gottlob, der sich in einer verräterischen Sendepause die Transferrechte am Dänen gesichert hat, uns informiert. Kollege Ulrich vollkommen aus dem Häuschen, singt auf dem Balkon die 800 Strophen des Ebbe-Sand-Liedes: »Wer isst sein Müsli mit Krokant? Ebbe Sand! Wer schwimmt im Freibad meist am Rand? Ebbe Sand! Wer kriegt auf Dosen Flaschenpfand?« Keine Ahnung.
60.
Vom Balkon zurück. Die Hermes House Band will das Ding auf Platte pressen. Dann aber mit aktuellem Bezug: »Wer trägt im Bett nur Blouson? Jon Dahl Tomasson« und »Wer kuschelt gern mit Martha Fahl? Dennis Rommedahl!« Aber das machen wir nicht mit. Lasst uns mit euren Ecstasy-Angeboten in Ruhe. Das Zeug wirkt schon lange nicht mehr bei uns.
66.
Da ist wieder Tomasson - scheitert an Souleymanou. Der Torwart spielt für Kaiseryspor, klärt Gerd Gottlob auf. Gottlob, das glaubt dir doch kein Mensch. Er hat sich wohl von der Hermes House Band reinlegen lassen.
70.
Mo Idrissou jetzt auf dem Feld, Paul Le Guen – Kameruns Trainer – hat gewechselt. Denn Le Guen weiß: Wenn er verliert, ist er in Kamerun so beliebt wie eine Mittelohrentzündung. Dann kann er mit Domenech ins Exil gehen und Tomaten anbauen. Irgendwo in der Pampa, wo kein Mensch lebt. Die beiden fragen schon nach den Immobilienpreisen in Hoffenheim.
74.
Souleymanou macht den Schumacher, nietet einen dänischen Passanten um, trifft aber gleichzeitig den Ball. Was nun? Die Fifa-Regelkommision kriecht aus dem Fango-Becken, beginnt zu tagen. Wen soll sie bestrafen? Den Keeper? Den Passanten? Den Ball? Die Uefa? Schließlich das Ergebnis: Waldis WM-Klub wird eingestellt. Salomonisch.
77.
Es ist was faul im Staate Dänemark. Doch Jörgensen hält bravurös. Bereit sein ist alles. Der Rest ist Schweigen Oh, die Shakespeare-DVD von Time Life läuft noch. Ätzend..
81.
Tolles Spiel. Aboubaka für Kamerun mit der Riesenchance. Den hat Le Guen eingewechselt, er hatte noch tausend Vokale offen und wollte lösen. Probleme, den gordischen Knoten oder seine Verlobung. Wer weiß das schon.
84.
So ein temporeiches Spiel hat man zuletzt von frei:gespielt in der Bunten Liga Münsterland gesehen, auf Asche. Wieder Chance für Kamerun. Jetzt ist es raus: Le Guen hat okoubaka eingewechselt. Aus dem Schatz der Homöopathie. Nicht irgendein Baum, die Bewohner Westafrikas messen ihm Zauberkräfte bei. Na, dann mal los.
89.
Dänemark jetzt mit Poulsen, Poulsen und Poulsen. Und in Österreich trennt sich das Schlager-Duo Brunner und Brunner. I wer narrisch.
91.
Kamerun jetzt mit dem Wohnungsschlüssel der rausgeworfenen Ex-Freunde, der Brechstange. Können sie die Beziehung dadurch retten? Kai Pflaume kreist mit dem Herzblatthubschrauber über Pretoria.
93.
Jetzt pfeift Pflaume ab. Und Kamerun bricht zusammen wie Werner (47) von dem die kesse Biggi doch nix mehr wissen will. All you need is ein Neuanfang.
22:24 Uhr
Kamerun ist raus, die erste afrikanische Mannschaft, weitere werden leider folgen. Wann organisiert Bob Geldof ein Band-Aid?
22:25 Uhr
Netzer, der weiße Mandela, analysiert weinend. »Es kann nicht sein, dass sie sich so weit zurückfallen lassen«, verzweifelt er. Mag sein, Jünter. Wir jedenfalls lassen uns jetzt weit zurückfallen in die Erinnerung an dieses Spiel, das eines der besten war bei einer WM, die ähnlich viele Höhepunkte hatte wie Joseph Ratzinger, Ernie und Ned Flanders zusammen. »Obwohl«, so Kollege Ulrich, »man weiß es nicht bei diesen Sesamstraßenfiguren.« Toll, jetzt ist mein Fazit kaputt. Aber ich bau es nicht noch mal auf. Macht euren Scheiß doch allein, liebe Fans. Fazit Euch.