Oh Mann, was ist denn hier jetzt los? Ich für meinen Teil hätte mich selbstverständlich über ein 0:0 und ein Weiterkommen mehr gefreut als über das 4:4. Gefreut habe ich mich darüber nämlich gar nicht. Trotzdem kann man auch die vielen positiven Dinge von Donnerstag hervorheben und muss nicht gleich wieder alles schlecht reden. Was nicht heißt, dass man die Fehler ignorieren sollte, KA hat da glaube ich schon die richtigen Worte gefunden.
Zu den Abwehrfehlern fällt mir folgendes ein:
Es klang hier an, dass dies mal wieder die typischen Werderfehler waren. Das sehe ich nicht so. Keines der ersten drei Gegentore fiel aus Kontersituationen, wo unsere Viererkette weit vorgezogen auf Abseits spielt, wie es so oft in der jüngeren Vergangenheit vorkam. Wir waren bei allen drei Gegentoren hinten zumindest nicht in Unterzahl, hatten genug Leute hinter dem Ball. Nur wurde zum Teil der Ball in der eigenen Hälfte verloren und die Gegenspieler nur eskortiert statt angegriffen. Bei den ersten beiden Gegentoren waren Merte bzw. Fritz auch gedanklich zu langsam, um auf die Pässe von Silva richtig zu reagieren. Das Problem war also in erster Linie eine angesichts der offensiven Leidenschaft unerklärliche Passivität im Defensivverhalten und nicht die altbekannten taktischen Unzulänglichkeiten. Das macht es zwar nicht weniger ärgerlich, eher sogar noch mehr. Aber ein Fall von "Die Lernen es nie mehr" ist es trotzdem nicht.
Das 3:4 war zwar tatsächlich ein Kontertor. Allerdings gehen bei Ecken immer beide IV mit nach vorne, es sei denn, wir müssen eine knappe Führung verteidigen, und Fritz und Frings sichern hinten ab. So war es auch in dieser Situation, nur leider schenkt Fritz den zweiten Ball zu einfach wieder her und lässt sich dann ausspielen, Frings ist letztendlich zu langsam für Villa. Ist alles natürlich nicht schön, aber sollen Merte und Naldo beim Stand von 3:3 und eigener Ecke lieber hinten bleiben?