Es geht eigentlich nicht einseitig darum, den Heimatverein "zu unterstützen", es geht um gegenseitige Wertschätzung, Pläne, um gegenseitiges "Geben und Nehmen". Ich hatte Verständnis dafür, dass einstige, kürzlich hier such genannte Spieler wie Rolfes, Kruse und Co angesichts damaliger starker Konkurrenz im Kader keine Möglichkeit für eigene Einsatzzeiten sahen und den Verein deshalb damals verließen.
Heute stellt sich die Situation auf den ersten Blick komplett anders da, Werder plant ganz bewusst mit diesen jungen Spielern, die mangelnde Breite des Kaders müsste Spielern wie Woltemade, Dinkci und Co eigentlich suzessive auch Einsatzzeiten bei Werder garantieren. Dies gelang trotz eigentlich guter Voraussetzungen in Bremen zuletzt nicht. Warum nicht?
Liegt es am Trainer, der den Spielern womöglich zu wenig vertraut, zu wenig kommuniziert und ihnen zu wenige Einsatzzeiten gewährt? Zwischen den Zeilen schwingtt dieser Vorwurf in den Fällen Woltemade und Dinkci mit.
Sind es die Spieler selbst, die sich möglicherweise sportlich zu früh zu stark überschätzen? Die sportliche Entwicklung Dinkcis während dieser Saison in Heidenheim spricht eigentlich gegen "Überschätzung".
Liegt es an der sportlichen oder personellen Infrastruktur in Bremen? Warum gelingt bei so vielen Spielern der Sprung vom NLZ in den Profikader seit vielen Jahren, unter mehreren Cheftrainern nicht? Hier scheint mir ein möglicher Schlüssel zu liegen?!
Sind es die Berater der Spieler, die die Wechsel forcieren, um davon selbst zu profitieren, und bei der Planung finanziell möglichst rentabler Karrieren sportliche Entwicklungen und mittelfristige Perspektiven "überspringen" möchten? Es scheint, als wirke Werders Plan, Spieler kontinuierlich zu entwickeln, für viele Berater als "Hemmschuh"?
Zu den von mir genannten Spielern gehörten, wie du richtig herausstellst, Spieler die angesichts einer starken Konkurrenz die Entwicklung
andernorts wählten. Meine Aufzählung entsprach aber auch einem anderen Kontext.
Richtigerweise stellst du aber auch fest, dass Spieler der "Neuzeit" wie Beste, Engelhardt, Nawrocki, Gruev, Buchanan, Chiarodia, Dinkci
und jetzt Woltemade offensichtlich weniger Vertrauen in die Entwicklungsmöglichkeiten bei Werder sehen.
Hier kann man den Trainer nicht aus der Verantwortung nehmen und dann wären wir bei der Frage, ob Werner Spieler entwickeln kann
oder nicht.
Explizit in den Fällen Woltemade, Dinkci, aber auch in den Fällen Gruev, Buchanan konnte man es herauslesen.
Im Fall Beste hingegen kann man eigentlich nur feststellen, dass man diesen eben "verschenkt" und das Potenzial, obwohl derzeit klar
ersichtlich, nicht erkannt hat. Auch im Fall Engelhardt war dieses unprofessionelle Verhalten ersichtlich.
Gegen Ausleihgeschäfte bei Talenten, um eine kontinuierliche Entwicklung voran zu treiben, ist nichts einzuwenden. Allerdings sollten
diese mit einer vernünftigen Vertragsgestaltung begleitet werden.
Ja zu deiner Frage ob es an der sportlichen und personellen Infrastruktur in Bremen. Die Fehler der Vergangenheit sowie der Inkompetenz
sportlich verantwortlich handelnder Personen, stehen der neuen sportlichen Leitung (JJ und CF) samt neuen Konzept im Weg.
Die Frage nach Verantwortlichkeit der Berater kann/muss man stellen. Allerdings auch genau draufschauen. Es gibt durchaus auch
Berater, die sich in ihrer Beratung der Entwicklung unterwerfen. Das ist mMn auch der bessere und profitablere Weg.
Denn die jungen Talente haben in der Regel noch nicht den MW, wenn ich sie aber zielgerichtet einer Entwicklung unterwerfe, ist der
Profit am Ende weit höher. Sollte ich einen Spieler nur dahingehend beraten, wo das Geld stimmt, aber eben die sportlichen Voraussetzungen
ihn in der Entwicklung hemmen, dann blockiere ich die Entwicklung und es kann dann auch nicht im Interesse des Spielers, wie auch nicht
in meinem Interesse liegen.
Kann es auch sein, dass eben durch Ausleihgeschäfte Spieler ein anderes Mannschaftsumfeld, andere Arbeitsweisen von Trainer
kennenlernen? Sie werden dann in der Entscheidungsfrage einen Abgleich ihrer Erfahrungen vornehmen und entsprechend reagieren.
Die Entscheidungen der jungen Spieler der "Neuzeit" deuten mMn daraufhin.